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Berufsfeld Chemie, Pharma & Labor · Duale Ausbildung

Textillaborant/in

Du untersuchst Fasern, Garne, Stoffe und Veredlungen auf Festigkeit, Farbe, Zusammensetzung und Gebrauchseigenschaften. Laborgeräte, Normen, Statistik und genaue Probenarbeit bestimmen den Beruf.
  • 3,5 Jahre
  • ca. 1.255–1.555 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur
Dauer 3,5 Jahre

3,5 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.255 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Textillaboren, Qualitätsabteilungen, Fahrzeuginterieur, technischen Textilien, Forschung und Prüfinstituten.

  • Textilproben entnehmen und kennzeichnen
  • Proben konditionieren und vorbereiten
  • chemische und physikalische Prüfungen durchführen
  • Farbe, Festigkeit, Abrieb und Echtheit messen
  • Analysegeräte kalibrieren und bedienen
  • Ergebnisse auswerten, dokumentieren und melden

Ein Tag als Textillaborant/in

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Textilproben entnehmen und kennzeichnen; Proben konditionieren und vorbereiten; chemische und physikalische Prüfungen durchführen. Später kommen hinzu: Farbe, Festigkeit, Abrieb und Echtheit messen; Analysegeräte kalibrieren und bedienen; Ergebnisse auswerten, dokumentieren und melden. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Ergebnisse werden kontrolliert, Abweichungen dokumentiert und der Arbeitsbereich sauber übergeben.

Proben aus der Produktion annehmen und Prüfaufträge sortieren.

7:30 Uhr

Klimatisieren: Textilien werden vor jeder Prüfung auf Normklima gebracht, sonst stimmen die Werte nicht.

8:30 Uhr

Zugprüfung und Scheuerprüfung, Werte protokollieren.

10:00 Uhr

Färbeversuch im Labormaßstab und Farbmessung gegen die Vorlage.

12:30 Uhr

Schadstoffprüfung vorbereiten und Proben ins Analysenlabor geben.

14:30 Uhr

Prüfberichte schreiben und Abweichungen melden.

16:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Viel Routineprüfung nach Norm. Wer ständig Neues sucht, wird das merken.
  • Die Branche ist klein geworden, und Ausbildungsplätze liegen selten in der Nähe.
  • Chemikalien beim Färben und Ausrüsten verlangen Schutzmaßnahmen.
  • Prüfergebnisse entscheiden über Reklamationen, und dann wird jede Zahl hinterfragt.

Besser als sein Ruf

  • Die Ausbildungsvergütung gehört zu den höchsten überhaupt.
  • Technische Textilien sind ein Wachstumsfeld: Medizin, Automobil, Filtration, Verbundwerkstoffe.
  • Als Fachkraft in einer kleinen Branche bist du schwer zu ersetzen.
  • Nachhaltigkeit und Lieferkettenprüfung schaffen gerade neue Aufgaben.

Passt zu dir, wenn …

  • du Textilien und Laborarbeit verbinden möchtest
  • du sehr genau mit Proben und Messwerten arbeitest
  • du Chemie, Physik und Statistik magst
  • du Ergebnisse kritisch hinterfragst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr ab ca. 1.255 €
  • 2. Ausbildungsjahr arbeitgeberabhängig steigend
  • 3. Ausbildungsjahr arbeitgeberabhängig steigend
  • 4. Ausbildungsjahr bis ca. 1.555 €

Aktuelles Arbeitgeberbeispiel der Textilindustrie 2026, brutto pro Monat

Andere Textilunternehmen und Tarifgebiete können abweichen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Textilindustrie
  • Dauer 3,5 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss, Fachabitur oder Abitur ein. Hilfreich sind besonders Chemie, Physik, Mathematik, Biologie.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Fasern, Garne und textile Flächen analysieren
  • Proben fachgerecht vorbereiten
  • chemische, physikalische und mikroskopische Verfahren nutzen
  • Farb- und Echtheitsprüfungen durchführen
  • Prüfgeräte und Software bedienen
  • Messunsicherheit und Statistik berücksichtigen
  • einen Schwerpunkt vertiefen

Schwerpunkte

Textiltechnik vertieft mechanische Eigenschaften und Konstruktion, Textilveredlung die Wirkung von Färbung und Ausrüstung, Textilchemie die stoffliche Analyse.

– Textiltechnik

– Textilveredlung

– Textilchemie

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Prüfung und NormwesenTextilien werden gegen Normen geprüft: Reißfestigkeit, Farbechtheit, Pilling, Brennverhalten. Wer die Verfahren beherrscht, ist im Prüflabor unersetzlich.
  • ProduktentwicklungAus Garn, Bindung und Ausrüstung entsteht ein Stoff mit bestimmten Eigenschaften. Wer das im Labor nachstellen kann, arbeitet nah an der Entwicklung.
  • Techniker/in für TextiltechnikÜber eine Fachschule kommst du in Produktionsplanung, Qualitätsleitung und Entwicklung.
  • Nachhaltigkeit und SchadstoffprüfungZertifizierungen und Lieferkettenanforderungen sind ein wachsendes Feld mit eigener Fachlichkeit.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 3.200–3.800 € brutto im Monat
  • Mit Techniker oder in der Entwicklung ca. 4.000–5.200 € brutto im Monat

Die Zahl der Ausbildungsplätze ist klein, und die Betriebe zahlen entsprechend, um Nachwuchs zu bekommen. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung.

Wusstest du?

Textilien werden vor jeder Prüfung im Normklima gelagert, bei festgelegter Temperatur und Luftfeuchte. Baumwolle nimmt Feuchtigkeit auf, und eine feuchte Probe reißt bei anderen Werten als eine trockene.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Textillaborant/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb und Tarifbindung zwischen rund 1.250 und 1.550 € im ersten Jahr und damit an der Spitze aller Ausbildungsberufe. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg über dem Durchschnitt.

Was macht ein/e Textillaborant/in?

Du prüfst und entwickelst textile Materialien: Fasern bestimmen, Garne und Flächen prüfen, Färbungen und Ausrüstungen testen, Schadstoffe untersuchen und die Ergebnisse gegen Normen bewerten.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Ist die Textilbranche nicht abgewandert?

Die Massenfertigung ja, die Entwicklung und die technischen Textilien nicht. Filter, Verbundwerkstoffe, Medizintextilien und Automobilstoffe werden in Deutschland entwickelt und geprüft.

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