Berufsfeld Chemie, Pharma & Labor · Duale Ausbildung
Chemielaborant/in
- 3,5 Jahre
- ca. 1.147–1.204 € im 1. Jahr
- Meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur
3,5 Jahre
Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule
ab 1.147 €
Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif
Abschlussprüfung
Abschluss vor der zuständigen Kammer
Dein Job
Was du machst
Du arbeitest in Laboren der Chemie-, Pharma-, Lebensmittel-, Kosmetik- oder Werkstoffindustrie, an Hochschulen, in Untersuchungsämtern, Umweltlaboren oder in der medizinischen Analytik.
- chemische Versuche planen und Apparaturen aufbauen
- anorganische und organische Stoffe herstellen und reinigen
- Proben vorbereiten und qualitative und quantitative Analysen durchführen
- chromatografische, spektroskopische und physikalische Verfahren anwenden
- Laborgeräte kalibrieren, steuern und Messdaten digital erfassen
- Ergebnisse auswerten, beurteilen und lückenlos dokumentieren
Ein Tag als Chemielaborant/in
So läuft dein Tag
Du prüfst Versuchsplan, Chemikalien, Geräte und Sicherheitsmaßnahmen. Danach wiegst du Stoffe ab, setzt Lösungen an oder baust eine Apparatur auf. Während der Reaktion kontrollierst du Temperatur, Druck, pH-Wert oder andere Messgrößen. Anschließend trennst und reinigst du Produkte oder untersuchst eine Probe mit Analysegeräten. Die Software liefert Messdaten, die du auswertest und auf Plausibilität prüfst. Jeder Arbeitsschritt, jede Abweichung und jedes Ergebnis wird dokumentiert.
Proben aus der Produktion übernehmen und Prüfaufträge sortieren.
Probenvorbereitung: einwiegen, lösen, aufschließen.
Fehler hier zeigen sich erst am Ende.
Messung am Chromatographen.
Gerät kalibrieren, Sequenz starten, Chromatogramme prüfen.
Synthese im Abzug: ansetzen, überwachen, aufarbeiten.
Auswertung und Dokumentation.
Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht gemacht.
Geräte reinigen, Abfälle korrekt entsorgen, Laborbuch abschließen.
Klartext
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Der Umgang mit Gefahrstoffen verlangt jeden Tag Disziplin, auch nach Jahren.
- Ein großer Teil der Arbeit ist Wiederholung: dieselbe Analyse an vielen Proben.
- Dokumentation ist umfangreich und nicht verhandelbar, besonders in Pharma und Lebensmitteln.
- Im Schichtlabor arbeitest du auch nachts und an Wochenenden.
Besser als sein Ruf
- Die Chemieindustrie zahlt nach Tarif, und das liegt deutlich über dem Durchschnitt der dualen Berufe.
- Du arbeitest mit Analysentechnik, die in kaum einem anderen Beruf vorkommt.
- Der Beruf ist breit einsetzbar: Chemie, Pharma, Lebensmittel, Umwelt, Forschung.
- Meister, Techniker und Studium sind gut ausgebaute Wege, und Betriebe fördern sie.
Passt zu dir, wenn …
- du Chemie nicht nur lernen, sondern praktisch untersuchen möchtest
- du bei Zahlen, Proben und Sicherheitsregeln sehr genau arbeitest
- du moderne Geräte und digitale Messdaten interessant findest
- du ruhig bleibst, wenn eine Versuchsreihe anders läuft als erwartet
Gehalt und Ausbildung
Was du verdienst
Vergütung pro Monat
- 1. Ausbildungsjahr ca. 1.147–1.204 €
- 2. Ausbildungsjahr ca. 1.222–1.315 €
- 3. Ausbildungsjahr ca. 1.277–1.389 €
- 4. Ausbildungsjahr ca. 1.329–1.486 €
Tarifliche Spannweiten der chemischen Industrie 2026, brutto pro Monat
Die Werte unterscheiden sich nach Tarifgebiet. Öffentliche Forschungseinrichtungen können nach TVAöD vergüten.
Ausbildung im Überblick
- Art Duale Ausbildung in der Industrie
- Dauer 3,5 Jahre
- Lernorte Unternehmen und Berufsschule
- Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
- Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur
Gut zu wissen
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Unternehmen stellen Bewerberinnen und Bewerber mit mittlerem Abschluss, Fachabitur oder Abitur ein. Chemie, Mathematik und Physik sind besonders wichtig.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Laborpraktika, sorgfältiges Arbeiten, naturwissenschaftliche Neugier und ein sicherer Umgang mit Zahlen können stark überzeugen.
Was du lernst
- Laborarbeiten sicher und qualitätsgerecht planen
- mit Gefahrstoffen, Säuren, Basen, Gasen und Lösemitteln umgehen
- anorganische und organische Präparate herstellen
- Stoffgemische trennen, reinigen und charakterisieren
- chemische und physikalische Analyseverfahren anwenden
- Messgeräte kalibrieren und digital steuern
- betriebliche Wahlqualifikationen und moderne Laborsysteme vertiefen
Wahlqualifikationen
Die Ausbildung enthält mehrere betriebliche Wahlqualifikationen. Welche Kombination du erhältst, richtet sich nach Labor, Produkten und Forschungsbereich des Betriebs.
– analytische Verfahren und präparative Chemie
– Synthese, Verfahrenstechnik oder Qualitätssicherung
– digitale, automatisierte und vernetzte Laborsysteme
Zukunft
Das kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
Viele Wege nach oben
- Industriemeister/in Chemie oder Techniker/inBeide Wege führen in Laborleitung, Arbeitsvorbereitung und Führung. Berufsbegleitend machbar und von vielen Betrieben unterstützt.
- Analytik und instrumentelle MethodenChromatographie, Spektroskopie, Massenspektrometrie: Wer ein Verfahren wirklich beherrscht, wird im Labor zur Ansprechperson.
- Qualitätssicherung und ValidierungIn Pharma und Lebensmitteln entscheidet die Dokumentation über die Freigabe. Wer die Regeln kennt, arbeitet an einer verantwortungsvollen Stelle.
- Studium Chemie oder ChemieingenieurwesenMit Fachhochschulreife oder über den Technikerabschluss kannst du studieren, häufig berufsbegleitend.
Nach der Ausbildung
- Einstieg ca. 3.300–3.900 € brutto im Monat
- Mit Meister, Techniker oder Spezialisierung ca. 4.200–5.500 € brutto im Monat
Die Chemieindustrie zahlt nach Flächentarif, mit Jahresleistung und Zusatzversorgung. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Schichtmodell; im Schichtlabor kommen Zuschläge dazu.
Wusstest du?
Im Labor gilt: Was nicht dokumentiert ist, wurde nicht gemacht. Das Laborbuch ist deshalb kein Notizheft, sondern ein Nachweis, der im Streitfall vor Gericht Bestand haben muss.
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Häufige Fragen
Was alle wissen wollen
Wie viel verdient man als Chemielaborant/in?
In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben zwischen rund 1.150 und 1.200 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung zahlt die Chemieindustrie nach Flächentarif und damit deutlich über dem Durchschnitt.
Was macht ein/e Chemielaborant/in?
Du planst und führst Versuche durch: Proben vorbereiten, Substanzen synthetisieren, mit Geräten analysieren, Messwerte auswerten, dokumentieren und Ergebnisse beurteilen.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
Ist die Arbeit gefährlich?
Mit Gefahrstoffen wird täglich gearbeitet, und genau deshalb sind Schutzmaßnahmen, Abzüge und Betriebsanweisungen streng geregelt. Wer sich daran hält, arbeitet sicher.
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