Berufsfeld Kunststoff, Keramik & Glas · Duale Ausbildung
Prüftechnologe/-technologin Keramik
- 3 Jahre
- ca. 1.007 € im 1. Jahr
- Häufig mittlerer Abschluss oder Hochschulreife
3 Jahre
Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule
ab 1.007 €
Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif
Abschlussprüfung
Abschluss vor der zuständigen Kammer
Dein Job
Was du machst
Du arbeitest in Laboren der Keramik-, Glas-, Zement-, Bindemittel- und Rohstoffindustrie sowie in Prüfinstituten.
- Rohstoffe und keramische Proben entnehmen
- Proben zerkleinern, trocknen und vorbereiten
- chemische und physikalische Prüfungen durchführen
- Formkörper herstellen und Prüfbrände begleiten
- Festigkeit, Dichte, Maß und Oberfläche messen
- Ergebnisse auswerten und Qualitätsabweichungen melden
Ein Tag als Prüftechnologe/-technologin Keramik
So läuft dein Tag
Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Rohstoffe und keramische Proben entnehmen; Proben zerkleinern, trocknen und vorbereiten; chemische und physikalische Prüfungen durchführen. Später kommen hinzu: Formkörper herstellen und Prüfbrände begleiten; Festigkeit, Dichte, Maß und Oberfläche messen; Ergebnisse auswerten und Qualitätsabweichungen melden. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.
Proben aus der Fertigung annehmen und Prüfaufträge sortieren.
Rohstoffprüfung: Korngröße, Feuchte, Plastizität.
Festigkeitsprüfung an gebrannten Teilen.
Bruchkraft messen und protokollieren.
Porosität und Dichte bestimmen, Ergebnisse gegen die Spezifikation stellen.
Abweichung besprechen.
Die Fertigung will wissen, woran es liegt.
Prüfberichte abschließen und Geräte kalibrieren.
Klartext
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Ein großer Teil der Arbeit ist Routineprüfung nach Norm.
- Staub und Chemikalien bei der Probenvorbereitung.
- Deine Zahlen sperren im Zweifel eine Charge, und darüber freut sich niemand.
- Der Beruf ist klein und wenig bekannt, die Ausbildungsplätze sind rar.
Besser als sein Ruf
- Du arbeitest mit Messtechnik, die es in kaum einem anderen Beruf gibt.
- Prüfzahlen sind die Grundlage jeder Verbesserung: Du lieferst, womit die Fertigung arbeitet.
- Tagdienst statt Schicht, mit geregelten Zeiten.
- Technische Keramik wächst, und mit ihr die Anforderungen an Nachweise.
Passt zu dir, wenn …
- du Chemie, Physik und Werkstoffe verbinden möchtest
- du sehr genau mit Proben und Messgeräten arbeitest
- du Brennprozesse und Materialverhalten spannend findest
- du Ergebnisse kritisch und nachvollziehbar dokumentierst
Gehalt und Ausbildung
Was du verdienst
Vergütung pro Monat
- 1. Ausbildungsjahr 1.007 €
- 2. Ausbildungsjahr 1.074 €
- 3. Ausbildungsjahr 1.156 €
Regionales Tarifbeispiel der feinkeramischen Industrie, brutto pro Monat
Der Wert ist eine regionale Branchenorientierung; Betrieb und Tarifgebiet können abweichen.
Ausbildung im Überblick
- Art Duale Ausbildung in der keramischen Industrie
- Dauer 3 Jahre
- Lernorte Unternehmen und Berufsschule
- Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
- Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss oder Hochschulreife
Gut zu wissen
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss oder Hochschulreife ein. Hilfreich sind besonders Chemie, Physik, Mathematik, Geografie/Geologie.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.
Was du lernst
- keramische Rohstoffe und Massen verstehen
- Proben fachgerecht vorbereiten
- chemische und physikalische Analysen durchführen
- Prüfkörper formen, trocknen und brennen
- Mess- und Laborgeräte bedienen
- Daten statistisch auswerten
- ein Einsatzgebiet vertiefen
Einsatzgebiete
Das Einsatzgebiet bestimmt, ob Rohstoffe, Glas, Keramik, Zement oder andere anorganische Werkstoffe im Mittelpunkt stehen.
– anorganische nichtmetallische Werkstoffe
– anorganische Rohstoffe und Industrieminerale
– Glas und Emaille
– Keramik
– Zement und Bindemittel
Zukunft
Das kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
Viele Wege nach oben
- Qualitätssicherung im WerkWer prüft, entscheidet über Freigabe und Sperrung. Eine Rolle mit Verantwortung und direktem Draht zur Fertigung.
- Labor- und MesstechnikFestigkeit, Porosität, Wärmedehnung, Gefüge: Verfahren mit eigenen Normen und Geräten.
- Industriemeister/in Keramik oder Techniker/inBeide Wege führen in Laborleitung und Qualitätsverantwortung.
- Technische Keramik und ZulassungenBauteile für Medizintechnik und Elektrotechnik brauchen Nachweise. Wer sie führen kann, arbeitet an der Schnittstelle zu Kunden und Behörden.
Nach der Ausbildung
- Einstieg ca. 2.800–3.300 € brutto im Monat
- Mit Meister, Techniker oder Laborverantwortung ca. 3.600–4.500 € brutto im Monat
Die keramische Industrie ist überwiegend tarifgebunden. Weil das Labor meist im Tagdienst läuft, fehlen die Schichtzuschläge der Fertigung. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung.
Wusstest du?
Keramische Bauteile werden bis zum Bruch geprüft: Es gibt keine gewaltfreie Festigkeitsmessung. Aus einer Charge werden deshalb Stichproben zerstört, damit der Rest freigegeben werden kann.
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Häufige Fragen
Was alle wissen wollen
Wie viel verdient man als Prüftechnologe/-technologin Keramik?
In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben bei rund 1.010 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg im Bereich der übrigen keramischen Berufe.
Was macht ein/e Prüftechnologe/-technologin Keramik?
Du prüfst keramische Rohstoffe, Massen und Erzeugnisse: Proben ziehen und vorbereiten, physikalische und chemische Kennwerte bestimmen, gegen Spezifikationen bewerten und dokumentieren.
Was ist der Unterschied zur Verfahrenstechnik?
Die Verfahrenstechnik stellt her. Du prüfst, ob das Ergebnis den Anforderungen entspricht, und lieferst die Zahlen, nach denen die Fertigung nachsteuert.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Drei Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.
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