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Berufsfeld Chemie, Pharma & Labor · Duale Ausbildung

Pharmakant/in

Du stellst Arzneimittel in Form von Tabletten, Kapseln, Lösungen, Salben oder sterilen Produkten her. Reinraum, Anlagensteuerung, Wirkstoffe, GMP-Dokumentation und Qualitätskontrolle sind zentral.
  • 3,5 Jahre
  • ca. 1.172 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur
Dauer 3,5 Jahre

3,5 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.172 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in pharmazeutischen Produktionsbetrieben, Reinräumen, Verpackung, Qualitätskontrolle und technischen Betriebsbereichen.

  • Wirk- und Hilfsstoffe bereitstellen und prüfen
  • pharmazeutische Produktionsanlagen einrichten
  • Arzneiformen herstellen, mischen und dosieren
  • Inprozesskontrollen und Proben durchführen
  • Produkte verpacken und kennzeichnen
  • Anlagen reinigen und jeden Prozessschritt dokumentieren

Ein Tag als Pharmakant/in

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Wirk- und Hilfsstoffe bereitstellen und prüfen; pharmazeutische Produktionsanlagen einrichten; Arzneiformen herstellen, mischen und dosieren. Später kommen hinzu: Inprozesskontrollen und Proben durchführen; Produkte verpacken und kennzeichnen; Anlagen reinigen und jeden Prozessschritt dokumentieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Schichtübernahme, Linienfreigabe prüfen, Chargenunterlagen bereitlegen.

6:00 Uhr

Einwiegen im geschlossenen System.

Doppelte Kontrolle bei jedem Wirkstoff.

7:00 Uhr

Tablettierung läuft.

Gewicht, Härte und Bruchfestigkeit werden regelmäßig geprüft.

9:30 Uhr

Umrüsten auf das nächste Produkt: reinigen, freigeben lassen, Formate wechseln.

12:00 Uhr

Abfüllen und Verpacken, dazwischen Inprozesskontrollen.

14:00 Uhr

Chargendokumentation abschließen und übergeben.

16:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Schichtbetrieb ist die Regel, in vielen Werken vollkontinuierlich.
  • Die Dokumentation ist umfangreich und wird kontrolliert. Ein Fehler darin kann eine ganze Charge kosten.
  • Schutzkleidung, Schleusen und Hygieneregeln bestimmen den Tag.
  • Die Abläufe sind streng vorgegeben. Eigene Wege gibt es nicht, und das ist auch richtig so.

Besser als sein Ruf

  • Die Pharmaindustrie zahlt nach Chemietarif, und das gehört zu den besten Bedingungen im Land.
  • Die Branche ist krisenfest: Arzneimittel werden immer gebraucht.
  • Du stellst etwas her, das Menschen tatsächlich brauchen, und weißt am Ende der Schicht, wie viel.
  • Meister- und Fachwirtwege sind gut ausgebaut und werden vom Betrieb gefördert.

Passt zu dir, wenn …

  • du Medizin, Chemie und große Anlagen verbinden möchtest
  • du Dokumentation und Hygiene sehr ernst nimmst
  • du Prozesswerte und Produktqualität aufmerksam vergleichst
  • du Schichtarbeit und Schutzkleidung akzeptieren kannst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1.172 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.254 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.308 €
  • 4. Ausbildungsjahr 1.416 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026

Region, Tarifbindung und Betrieb können abweichen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der pharmazeutischen Industrie
  • Dauer 3,5 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss, Fachabitur oder Abitur ein. Hilfreich sind besonders Chemie, Biologie, Mathematik, Physik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • pharmazeutische Stoffe und Arzneiformen verstehen
  • Produktions- und Verpackungsanlagen bedienen
  • Mischen, Granulieren, Tablettieren und Abfüllen
  • sterile und hygienische Prozesse anwenden
  • Inprozesskontrollen durchführen
  • GMP-gerecht dokumentieren
  • Wahlqualifikationen passend zur Produktion vertiefen

Wahlqualifikationen

Mehrere Wahlqualifikationen passen die Ausbildung an Arzneiformen, Produktionsanlagen und Qualitätsaufgaben des Betriebs an.

– Herstellungsverfahren

– Verpackung

– Steriltechnik

– Qualitätssicherung

– Automatisierte Systeme

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Anlagenverantwortung in der ProduktionMit Erfahrung übernimmst du eine Fertigungslinie: Fahrweise, Umrüstung, Chargenverantwortung.
  • Industriemeister/in PharmazieDie Aufstiegsfortbildung des Berufs. Danach führst du eine Schicht und verantwortest Qualität und Dokumentation.
  • Qualitätssicherung und GMPDie gute Herstellungspraxis bestimmt jeden Handgriff. Wer sie beherrscht, arbeitet in der Qualitätssicherung und entscheidet über Freigaben.
  • SterilproduktionSterile Arzneiformen sind der anspruchsvollste Teil der Branche, mit eigenen Räumen, eigenen Regeln und eigener Vergütung.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 3.300–3.900 € brutto im Monat inklusive Schichtzuschlägen
  • Mit Meister oder in der Qualitätssicherung ca. 4.300–5.500 € brutto im Monat

Die Pharmaindustrie folgt dem Chemietarif, mit Jahresleistung und Altersvorsorge. Schicht- und Nachtzuschläge kommen dazu. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Schichtmodell.

Wusstest du?

Eine Arzneimittelcharge wird erst freigegeben, wenn die Dokumentation vollständig ist. Ist ein Eintrag nicht nachvollziehbar, gilt die Charge als nicht herstellbar, unabhängig davon, wie gut das Produkt geprüft wurde.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Pharmakant/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben bei rund 1.170 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung zahlt die Pharmaindustrie nach Chemietarif, mit Schichtzuschlägen deutlich über dem Durchschnitt.

Was macht ein/e Pharmakant/in?

Du stellst Arzneimittel her: Wirkstoffe und Hilfsstoffe einwiegen, mischen, granulieren, tablettieren, abfüllen und verpacken, Anlagen bedienen und jede Charge lückenlos dokumentieren.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Wie streng ist die Dokumentation?

Sehr streng. Jeder Schritt wird zeitnah und unterschrieben festgehalten. Eine Charge ohne vollständige Dokumentation darf nicht freigegeben werden, auch wenn das Produkt einwandfrei ist.

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