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Berufsfeld Chemie, Pharma & Labor · Duale Ausbildung

Lacklaborant/in

Du entwickelst und prüfst Lacke, Beschichtungsstoffe, Farben und ähnliche Produkte. Rezeptur, Rohstoffe, Messverfahren und Anwendungstest müssen reproduzierbar dokumentiert werden.
  • 3,5 Jahre
  • ca. 1.185 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur
Dauer 3,5 Jahre

3,5 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.185 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Laboren der Lack-, Farben-, Chemie-, Automobil-, Kunststoff- oder Beschichtungsindustrie sowie bei Prüfinstituten.

  • Rohstoffe und Proben vorbereiten
  • Lackrezepturen mischen und Versuche durchführen
  • Farbe, Viskosität, Härte und Beständigkeit prüfen
  • Beschichtungen auf Probekörper auftragen
  • Messdaten auswerten und Rezepturen anpassen
  • Geräte kalibrieren und Versuche dokumentieren

Ein Tag als Lacklaborant/in

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Rohstoffe und Proben vorbereiten; Lackrezepturen mischen und Versuche durchführen; Farbe, Viskosität, Härte und Beständigkeit prüfen. Später kommen hinzu: Beschichtungen auf Probekörper auftragen; Messdaten auswerten und Rezepturen anpassen; Geräte kalibrieren und Versuche dokumentieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Rezepturen für die heutigen Ansätze durchgehen und Rohstoffe bereitstellen.

7:30 Uhr

Ansatz herstellen: einwiegen, dispergieren, einstellen.

Kleine Abweichungen ändern das Ergebnis.

8:30 Uhr

Muster auftragen und trocknen lassen.

Schichtdicke wird gemessen, nicht geschätzt.

10:30 Uhr

Prüfungen: Haftung, Härte, Glanz, Beständigkeit gegen Chemikalien.

13:00 Uhr

Bewitterungsprüfung auswerten.

Wochen im Schnelltest stehen für Jahre im Freien.

15:00 Uhr

Ergebnisse dokumentieren und die nächste Variante planen.

16:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Lösungsmittel und Pigmente sind Gefahrstoffe. Abzug und Schutzausrüstung sind Pflicht.
  • Rezepturarbeit ist geduldig: Man ändert eine Größe und prüft, was passiert. Das dauert.
  • Bewitterungsprüfungen brauchen Wochen. Ergebnisse kommen selten schnell.
  • Der Beruf ist wenig bekannt, und die Ausbildungsplätze sind rar.

Besser als sein Ruf

  • Die Chemieindustrie zahlt nach Tarif, deutlich über dem Durchschnitt.
  • Du entwickelst Produkte, die auf Autos, Brücken und Möbeln landen und Jahrzehnte halten müssen.
  • Als Spezialist bist du auf dem Arbeitsmarkt selten und entsprechend gefragt.
  • Es gibt eigene Studiengänge für Beschichtungstechnik, und der Weg dorthin ist kurz.

Passt zu dir, wenn …

  • du Chemie, Farbe und genaue Laborarbeit verbinden möchtest
  • du Rezepturen systematisch veränderst und vergleichst
  • du mit Messgeräten und Daten sorgfältig umgehst
  • du Schutz- und Qualitätsregeln konsequent einhältst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1.185 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.277 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.351 €
  • 4. Ausbildungsjahr 1.435 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026

Chemie-, Lack- und Beschichtungsindustrie können je nach Tarifgebiet abweichen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Industrie
  • Dauer 3,5 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Als Orientierung nennen viele Betriebe: mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur. Hilfreich sind besonders Chemie, Mathematik, Physik, Informatik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Lackrohstoffe und chemische Zusammenhänge verstehen
  • Rezepturen planen und Stoffe sicher handhaben
  • Proben und Beschichtungen herstellen
  • physikalische und chemische Prüfverfahren anwenden
  • Farbe und Oberfläche messtechnisch bewerten
  • Daten digital auswerten und Qualität sichern
  • betriebliche Wahlqualifikationen vertiefen

Wahlqualifikationen

Mehrere betriebliche Wahlqualifikationen passen die Ausbildung an Produkte, Prüfverfahren und Entwicklungsaufgaben des Labors an.

– Entwicklung und Rezepturoptimierung

– Anwendungstechnik

– Prüfung und Qualitätssicherung

– digitale und automatisierte Laborsysteme

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • RezepturentwicklungNeue Lacke entwickeln heißt: Bindemittel, Pigmente und Additive so kombinieren, dass Farbe, Haltbarkeit und Verarbeitbarkeit stimmen. Das ist der Kern des Berufs.
  • AnwendungstechnikKunden beraten, Probleme vor Ort lösen, Applikationsversuche fahren. Wer das kann, verbindet Labor und Praxis.
  • Techniker/in oder Industriemeister/in ChemieBeide Wege führen in Laborleitung und Entwicklungsverantwortung.
  • Studium Chemie oder Lack- und BeschichtungstechnikEs gibt eigene Studiengänge für Beschichtungstechnik, und der Beruf ist die beste denkbare Vorbereitung darauf.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 3.300–3.900 € brutto im Monat
  • In der Entwicklung oder mit Techniker ca. 4.200–5.400 € brutto im Monat

Die Chemieindustrie zahlt nach Flächentarif, mit Jahresleistung und Altersvorsorge. Die Zahl der Ausbildungsplätze ist klein, die Absolventen sind entsprechend gefragt.

Wusstest du?

Bewitterungsprüfungen raffen Jahre in Wochen: Muster werden unter genormtem Licht, Wärme und Feuchtigkeit gealtert, um zu sehen, wie eine Beschichtung nach Jahren im Freien aussieht.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Lacklaborant/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben bei rund 1.190 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung zahlt die Chemieindustrie nach Flächentarif und damit deutlich über dem Durchschnitt.

Was macht ein/e Lacklaborant/in?

Du entwickelst und prüfst Lacke, Farben und Beschichtungen: Rezepturen ansetzen, Muster auftragen, Härte, Haftung, Glanz und Wetterbeständigkeit prüfen und die Ergebnisse dokumentieren.

Was ist der Unterschied zum Chemielaboranten?

Der Chemielaborant ist breiter aufgestellt. Du bist auf Beschichtungen spezialisiert, mit eigenen Prüfverfahren und eigenem Fachwissen zu Bindemitteln und Pigmenten.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

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