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Berufsfeld Kunststoff, Keramik & Glas · Duale Ausbildung

Kunststoff- und Kautschuktechnologe/-technologin

Du stellst Bauteile, Halbzeuge, Fenster, Mischungen oder Kautschukprodukte her. Werkstoffrezeptur, Formwerkzeug, Maschinenparameter und Qualität bestimmen den Prozess.
  • 3 Jahre
  • ca. 928–1.230 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre
Arbeitssituation im Beruf Kunststoff- und Kautschuktechnologe/-technologin

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 928 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Betrieben der Kunststoff- und Kautschukindustrie, bei Fenster-, Automobil-, Verpackungs-, Bau-, Elektro- oder Faserverbundherstellern.

  • Kunststoffe, Kautschuk und Zusatzstoffe vorbereiten
  • Mischungen und Verarbeitungsparameter berechnen
  • Produktionsanlagen und Werkzeuge einrichten
  • Spritzgieß-, Extrusions-, Press- oder Laminierprozesse steuern
  • Bauteile nachbearbeiten und montieren
  • Maße, Eigenschaften und Prozessdaten kontrollieren

Ein Tag als Kunststoff- und Kautschuktechnologe/-technologin

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Kunststoffe, Kautschuk und Zusatzstoffe vorbereiten; Mischungen und Verarbeitungsparameter berechnen; Produktionsanlagen und Werkzeuge einrichten. Später kommen hinzu: Spritzgieß-, Extrusions-, Press- oder Laminierprozesse steuern; Bauteile nachbearbeiten und montieren; Maße, Eigenschaften und Prozessdaten kontrollieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Schichtübernahme.

Welche Aufträge laufen, wo hakt es, was ist gerüstet.

6:00 Uhr

Werkzeugwechsel an der Spritzgießmaschine: einbauen, ausrichten, Temperaturen anfahren.

7:00 Uhr

Anfahren und Prozess einstellen.

Die ersten Teile gehen in den Ausschuss, bis die Maße stimmen.

9:30 Uhr

Qualitätskontrolle: messen, wiegen, Sichtprüfung, protokollieren.

11:30 Uhr

Störung am Extruder.

Ursache eingrenzen, Material prüfen, Parameter korrigieren.

13:00 Uhr

Übergabe an die Spätschicht.

14:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Schichtbetrieb, in vielen Werken vollkontinuierlich.
  • An den Maschinen ist es warm und laut, und Kunststoffschmelze riecht.
  • Beim Anfahren entsteht Ausschuss, und das gehört dazu, auch wenn es wehtut.
  • Die Arbeit ist getaktet: Wer ständig Abwechslung braucht, wird das merken.

Besser als sein Ruf

  • Der Beruf ist technisch anspruchsvoll: Werkstoffkunde, Verfahrenstechnik, Maschinensteuerung.
  • Kunststoffteile stecken in fast jedem Produkt. Die Branche ist breit und nicht von einer Kundengruppe abhängig.
  • Schichtzuschläge machen die Abrechnung deutlich besser, als das Grundgehalt vermuten lässt.
  • Rezyklate und Kreislaufwirtschaft geben dem Beruf gerade ein neues Feld.

Passt zu dir, wenn …

  • du Werkstoffe, Maschinen und Prozessdaten spannend findest
  • du Anlagen sorgfältig einrichtest und überwachst
  • du bei Störungen logisch reagierst
  • du Qualität und Ressourceneinsatz verbessern möchtest

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 928–1.230 €
  • 2. Ausbildungsjahr 978–1.280 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.044–1.370 €

Beispielhafte Vergütungsspanne 2026, brutto pro Monat

Bundesland, Kunststoffbranche und Tarifbindung bestimmen den konkreten Wert.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Industrie
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Als Orientierung nennen viele Betriebe: mittlerer Abschluss. Hilfreich sind besonders Chemie, Physik, Mathematik, Werken/Technik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Werkstoffe, Mischungen und Rezepturen beurteilen
  • Formgebungswerkzeuge vorbereiten und rüsten
  • Produktionsanlagen einstellen und überwachen
  • Prozessparameter und digitale Steuerungen nutzen
  • Bauteile bearbeiten, fügen und montieren
  • Störungen beheben und Qualität prüfen
  • eine der sieben Fachrichtungen vertiefen

Fachrichtungen

Die sieben Fachrichtungen unterscheiden sich nach Produkt und Verfahren – von Mischungen und Formteilen bis zu Fenstern, Halbzeugen oder Faserverbundbauteilen.

– Bauteile

– Compound- und Masterbatchherstellung

– Faserverbundtechnologie

– Formteile

– Halbzeuge

– Kunststofffenster

– Mehrschichtkautschukteile

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Industriemeister/in Kunststoff und KautschukDie Aufstiegsfortbildung des Berufs. Danach führst du eine Schicht, planst Personal und verantwortest Qualität und Ausbringung.
  • Werkzeug- und ProzessoptimierungAn einer Spritzgießmaschine entscheiden Werkzeug, Temperatur und Zykluszeit über Ausschuss und Kosten. Wer das im Griff hat, ist im Werk unersetzlich.
  • Techniker/in für KunststofftechnikÜber eine Fachschule kommst du in Verfahrensplanung, Werkzeugauslegung und Qualitätssicherung.
  • Rezyklate und nachhaltige WerkstoffeVerwertung und Wiedereinsatz sind das Thema der Branche. Wer sich damit auskennt, arbeitet an dem, was die nächsten Jahre bestimmt.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.900–3.400 € brutto im Monat inklusive Schichtzuschlägen
  • Mit Meister oder Techniker ca. 3.800–4.900 € brutto im Monat

Die Kunststoffindustrie zahlt in tarifgebundenen Betrieben nach Chemie- oder Metalltarif, und dort liegt der Unterschied. Schichtzuschläge machen einen spürbaren Teil aus. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Schichtmodell.

Wusstest du?

Beim Anfahren einer Spritzgießmaschine sind die ersten Teile immer Ausschuss: Werkzeug und Schmelze müssen erst auf Temperatur kommen. Erst wenn die Maße über mehrere Zyklen stabil bleiben, beginnt die Serie.

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Unternehmen mit diesem Beruf

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Kunststoff- und Kautschuktechnologe/-technologin?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb und Tarifbindung meist zwischen rund 930 und 1.230 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg mit Schichtzuschlägen über dem Durchschnitt.

Welche Fachrichtungen gibt es bei Kunststoff- und Kautschuktechnologe/-technologin?

Mehrere, unter anderem Formteile, Halbzeuge, Bauteile, Faserverbundtechnologie, Kunststofffenster und Compound- und Masterbatchherstellung. Der Betrieb legt die Richtung mit dem Vertrag fest.

Was macht man in diesem Beruf?

Du stellst Teile aus Kunststoff und Kautschuk her: Maschinen und Werkzeuge einrichten, Material aufbereiten, Prozessparameter einstellen, Qualität prüfen und Störungen beheben.

Arbeite ich im Schichtbetrieb?

In den meisten Werken ja. Spritzgießmaschinen und Extruder laufen durch, weil das Anfahren teuer ist und Ausschuss erzeugt.

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