Berufsfeld Körperpflege & Wellness · Duale Ausbildung
Kosmetiker/in
- 3 Jahre
- ca. 724–1.200 € im 1. Jahr
- Häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss
3 Jahre
Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule
ab 724 €
Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif
Gesellen- oder Abschlussprüfung
Abschluss vor der zuständigen Kammer
Dein Job
Was du machst
Du arbeitest in Kosmetikstudios, Wellnesshotels, Spas, Bädern, Hautarztpraxen, Parfümerien oder kosmetischen Instituten.
- Hauttyp und Pflegebedarf beurteilen
- Gesichts- und Körperbehandlungen durchführen
- Nägel, Augenbrauen und Wimpern pflegen und gestalten
- dekorative Kosmetik und Make-up anwenden
- Kunden zu Produkten und Heimpflege beraten
- Behandlungsräume, Termine und Hygiene organisieren
Ein Tag als Kosmetiker/in
So läuft dein Tag
Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Hauttyp und Pflegebedarf beurteilen; Gesichts- und Körperbehandlungen durchführen; Nägel, Augenbrauen und Wimpern pflegen und gestalten. Später kommen hinzu: dekorative Kosmetik und Make-up anwenden; Kunden zu Produkten und Heimpflege beraten; Behandlungsräume, Termine und Hygiene organisieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.
Du bereitest die Kabine vor.
Geräte prüfen, Handtücher und Produkte für die erste Behandlung bereitlegen.
Erste Gesichtsbehandlung.
Vor der Pflege steht die Hautanalyse, danach richtet sich alles Weitere.
Beratungstermin.
Jemand hat ein Hautproblem und erwartet eine Antwort, die du nicht immer geben darfst.
Pause und Kabine reinigen.
Hygiene ist in diesem Beruf kein Nebenpunkt.
Nachmittagstermine: Haarentfernung, Maniküre, eine Behandlung mit Gerät.
Termine für morgen durchgehen, Produkte nachbestellen, Feierabend.
Klartext
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Du arbeitest fast immer sitzend, vorgebeugt und mit den Händen. Nacken und Schultern melden sich früh.
- Nähe gehört dazu. Du fasst fremde Menschen an, und manche sind unangenehm oder haben unrealistische Erwartungen.
- Viele Betriebe zahlen nicht nach Tarif, und die Preise im Markt sind hart umkämpft.
- Duft, Wärme und gedämpftes Licht klingen entspannt. Für dich sind es acht Stunden Arbeitsumgebung.
Besser als sein Ruf
- Die Ausbildung hat einen echten fachlichen Kern: Hautaufbau, Inhaltsstoffe, Kontraindikationen. Das ist mehr als Wohlfühlen.
- Du siehst am Ende jeder Behandlung ein Ergebnis, und die Rückmeldung kommt sofort.
- Weil es keine Meisterpflicht gibt, ist der Weg in die Selbstständigkeit kurz.
- Hautarztpraxen und Kliniken sind ein ruhigerer Arbeitsplatz als der Wellnessbereich und suchen ausgebildete Leute.
Passt zu dir, wenn …
- du gerne nah und vertrauensvoll mit Menschen arbeitest
- du Hautpflege und Gestaltung gleichermaßen spannend findest
- du sehr sauber und feinmotorisch arbeitest
- du beraten und Produkte seriös erklären kannst
Gehalt und Ausbildung
Was du verdienst
Vergütung pro Monat
- 1. Ausbildungsjahr 724–1.200 €
- 2. Ausbildungsjahr 854–1.300 €
- 3. Ausbildungsjahr 977–1.400 €
Beispielhafte Vergütungsspanne 2026, brutto pro Monat
Kosmetikstudios und tarifgebundene Wellness-, Hotel- oder Einzelhandelsunternehmen vergüten sehr unterschiedlich.
Ausbildung im Überblick
- Art Duale Ausbildung in Handwerk sowie Industrie und Handel
- Dauer 3 Jahre
- Lernorte Unternehmen und Berufsschule
- Prüfung Gesellen- oder Abschlussprüfung vor der Kammer
- Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss
Gut zu wissen
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Als Orientierung nennen viele Betriebe: Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss. Hilfreich sind besonders Biologie, Chemie, Kunst/Gestaltung, Deutsch.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.
Was du lernst
- Haut, Körper und kosmetische Wirkstoffe verstehen
- Haut reinigen, pflegen und behandeln
- Hand-, Fuß- und Nagelpflege durchführen
- Make-up und dekorative Techniken anwenden
- Apparative Kosmetik sicher einsetzen
- Beratung, Verkauf und Terminplanung gestalten
- Hygiene, Grenzen und Kontraindikationen beachten
Monoberuf
Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Der konkrete Betrieb prägt die späteren Einsatzschwerpunkte.
Zukunft
Das kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
Viele Wege nach oben
- Spezialisierung auf eine BehandlungApparative Kosmetik, Fußpflege, Wimpern, Permanent Make-up, Massage: Viele Institute suchen jemanden, der eine dieser Richtungen wirklich beherrscht, und diese Termine sind besser bezahlt.
- Meister/in im KosmetikerhandwerkDie Meisterprüfung ist freiwillig, weil das Kosmetikerhandwerk zulassungsfrei ist. Sie hilft trotzdem: für eigene Auszubildende, für die eigene Preisliste und als Nachweis gegenüber Kundschaft.
- Arbeit in Dermatologie oder KlinikHautarztpraxen und Kliniken beschäftigen Kosmetiker für begleitende Behandlungen nach Eingriffen oder bei chronischen Hauterkrankungen. Das ist ruhiger als der Wellnessbereich und verlangt mehr Fachwissen.
- Eigenes StudioWeil es keine Meisterpflicht gibt, kannst du dich schon nach der Ausbildung selbstständig machen. Das ist eine echte Chance und ein echtes Risiko: Miete, Geräte und Werbung laufen ab dem ersten Tag.
Nach der Ausbildung
- Einstieg ca. 2.000–2.500 € brutto im Monat
- Mit Spezialisierung oder eigenem Studio ca. 2.500–3.400 € brutto im Monat
Die Spanne ist groß, weil die Betriebe sehr verschieden sind. Ein Hotel-Spa zahlt anders als ein kleines Institut, und wer selbstständig arbeitet, rechnet mit Umsatz statt mit Gehalt. Frag im Bewerbungsgespräch nach der Vergütung und nach Provision auf verkaufte Pflegeprodukte.
Wusstest du?
Kosmetiker/in ist ein zulassungsfreies Handwerk. Ein Meisterbrief ist deshalb möglich, für die eigene Selbstständigkeit aber nicht vorgeschrieben.
In deiner Nähe
Unternehmen mit diesem Beruf
Ihr Unternehmen bildet Kosmetiker/in aus?
Ähnliche Berufe
Ähnliche Berufe im Blick
-
Körperpflege & Wellness
Friseur/in
Du schneidest, pflegst, färbst und stylst Haare und berätst Menschen zu passenden Frisuren und Produkten. Handwerk, Gestaltung, Hygiene, Verkauf und enger Kundenkontakt gehören jeden Tag zusammen.- 3 Jahre
-
Handel & Verkauf
Drogist/in
Du berätst zu Körperpflege, Kosmetik, Ernährung, Haushalt, Gesundheit und weiteren Drogerieprodukten. Dafür brauchst du gute Warenkenntnis und musst Anwendung und Sicherheit verständlich erklären. Neben Beratung gehören Kasse, Bestellung, Warenpflege und Verkaufsaktionen dazu.- 3 Jahre
-
Körperpflege & Wellness
Fachangestellte/r für Bäderbetriebe
Du sorgst dafür, dass Menschen im Schwimmbad sicher trainieren und ihre Freizeit verbringen können. Du beaufsichtigst den Badebetrieb, rettest im Notfall, gibst Schwimmunterricht und überwachst Wasserqualität und Technik.- 3 Jahre
Häufige Fragen
Was alle wissen wollen
Wie viel verdient man als Kosmetiker/in?
In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb meist zwischen rund 650 und 950 € im ersten Jahr; viele Institute sind nicht tarifgebunden. Nach der Ausbildung hängt der Verdienst stark davon ab, ob du im Wellnessbereich, in einer Praxis oder selbstständig arbeitest.
Darf ich als Kosmetiker/in Unterspritzungen machen?
Nein. Alles, was die Haut durchdringt, ist ärztliche Tätigkeit. Kosmetik arbeitet auf der Haut, nicht darunter.
Braucht man einen bestimmten Schulabschluss?
Vorgeschrieben ist keiner. In der Praxis stellen die meisten Betriebe mit mittlerem Abschluss ein, weil ein Teil der Ausbildung Chemie und Anatomie ist.
Ist der Beruf nur Gesichtsbehandlung?
Nein. Hand- und Fußpflege, Haarentfernung, Massage, Make-up und die Beratung zu Pflegeprodukten gehören dazu, je nach Betrieb unterschiedlich stark.
Finde es heraus