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Berufsfeld Recht & Sicherheit · Duale Ausbildung

Justizfachangestellte/r

Du organisierst Abläufe bei Gerichten und Staatsanwaltschaften. Akten, Fristen, Termine, Schriftverkehr, Kosten und der Kontakt mit Bürgern müssen rechtssicher und vertraulich bearbeitet werden.
  • 3 Jahre
  • ca. 1.245 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.245 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest bei Amts-, Land- und Oberlandesgerichten, Staatsanwaltschaften oder weiteren Justizbehörden. Arbeitsorte sind Geschäftsstellen, Serviceeinheiten, Sitzungssäle und Büros.

  • Gerichts- und Ermittlungsakten führen
  • Fristen, Termine und Wiedervorlagen überwachen
  • Schriftstücke, Ladungen und Ausfertigungen erstellen
  • Auskünfte geben und Publikumsverkehr bearbeiten
  • Kosten, Zahlungen und Registervorgänge bearbeiten
  • Verhandlungen und Geschäftsstellenabläufe vorbereiten

Ein Tag als Justizfachangestellte/r

So läuft dein Tag

Du prüfst neue Eingänge, Fristen und Termine und ordnest Schriftstücke der richtigen Akte zu. An der Geschäftsstelle beantwortest du Fragen innerhalb deiner Zuständigkeit und nimmst Anträge oder Unterlagen entgegen. Du erstellst Ladungen, Ausfertigungen oder Kostenrechnungen und bereitest Termine vor. Vertrauliche Daten und rechtliche Formvorgaben müssen bei jedem Schritt stimmen. Alle Vorgänge werden im Fachsystem dokumentiert.

Posteingang bearbeiten und Fristen eintragen.

Jeder Eingang bekommt sein Datum.

7:30 Uhr

Sitzung: Protokoll führen, während vorn verhandelt wird.

9:00 Uhr

Ladungen und Beschlüsse ausfertigen und zustellen lassen.

11:30 Uhr

Auskunft am Schalter oder Telefon.

Verfahrensstand ja, Rechtsrat nein.

13:00 Uhr

Kostenrechnung erstellen und Vorschüsse überwachen.

14:30 Uhr

Akten für die morgigen Termine zusammenstellen.

16:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Die Arbeit ist stark formalisiert. Vorschriften bestimmen fast jeden Handgriff.
  • Du liest Akten über Dinge, die Menschen zugestoßen sind, und manches bleibt hängen.
  • Fristen und Zustellungen dulden keine Nachlässigkeit.
  • Aufstieg und Gehaltssprünge kommen über Prüfungen und Dienstjahre, nicht über Verhandlung.

Besser als sein Ruf

  • Tarifvertrag, geregelte Arbeitszeiten, Zusatzversorgung und ein sehr sicherer Arbeitsplatz.
  • Die Ausbildungsvergütung liegt über dem Durchschnitt der kaufmännischen Berufe.
  • Du siehst das Rechtssystem von innen, und das ist Wissen, das man sonst nirgends bekommt.
  • Gerichte gibt es überall, und ein Wechsel innerhalb der Justiz ist ohne Neuanfang möglich.

Passt zu dir, wenn …

  • du Recht, Verwaltung und Menschenkontakt verbinden möchtest
  • du Fristen und vertrauliche Daten sehr genau bearbeitest
  • du auch in belastenden Situationen sachlich bleibst
  • du klare Texte und elektronische Akten magst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1245 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1299 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1349 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026

Die Werte sind bundesweite tarifliche Durchschnittswerte. Region, Branche und Tarifbindung können zu Abweichungen führen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung im öffentlichen Dienst
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Deutsch, Wirtschaft/Recht, Politik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Gerichtsorganisation und Verfahrensabläufe verstehen
  • Akten und elektronische Fachverfahren führen
  • Fristen, Termine und Zustellungen bearbeiten
  • Schriftstücke und Ausfertigungen erstellen
  • Kosten- und Zahlungsvorgänge bearbeiten
  • Bürgerkontakt und schwierige Situationen bewältigen
  • Datenschutz, Verschwiegenheit und rechtliche Vorgaben anwenden

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Gericht, Staatsanwaltschaft und konkrete Serviceeinheit prägen die Verfahrensarten und Aufgaben.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Aufstieg in den mittleren JustizdienstDer übliche Weg im öffentlichen Dienst. Über eine Aufstiegsprüfung kommst du in höhere Entgelt- oder Besoldungsgruppen.
  • Geschäftsstelle einer FachabteilungFamiliensachen, Strafsachen, Insolvenz, Zwangsversteigerung: Jede Abteilung hat eigene Regeln, und wer sie kennt, wird dort gebraucht.
  • Kostenbeamtin oder KostenbeamterGerichtskosten festsetzen ist ein eigener Bereich mit eigener Verantwortung und eigener Prüfung.
  • Wechsel zu Staatsanwaltschaft oder JustizvollzugDer Abschluss gilt in der gesamten Justiz. Der Einsatzbereich lässt sich später wechseln, ohne neu anzufangen.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.700–3.000 € brutto im Monat
  • Nach Aufstieg in den mittleren Dienst ca. 3.200–3.900 € brutto im Monat

Die Bezahlung ist tariflich geregelt und damit gut vorhersehbar, mit festen Stufensteigerungen nach Berufsjahren. Sonderzahlungen und Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes kommen dazu.

Wusstest du?

Der Beruf ist im Rahmen der Justizverwaltung geregelt und wird von den Ländern ausgebildet. Deshalb ist der Ausbildungsplatz zugleich der spätere Arbeitgeber: das Gericht oder die Staatsanwaltschaft selbst.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Justizfachangestellte/r?

In der Ausbildung gilt der Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst, im ersten Jahr rund 1.245 €. Nach der Ausbildung richtet sich das Gehalt nach dem TVöD oder TV-L und ist damit gut planbar.

Was macht ein/e Justizfachangestellte/r?

Du führst die Geschäftsstelle eines Gerichts oder einer Staatsanwaltschaft: Akten anlegen und führen, Termine und Fristen überwachen, Ladungen und Beschlüsse schreiben, Protokolle führen, Kosten berechnen und Auskünfte geben.

Ist das eine Beamtenausbildung?

Nein. Justizfachangestellte sind Tarifbeschäftigte. Über die Aufstiegsprüfung ist der Weg in den mittleren Justizdienst und damit ins Beamtenverhältnis möglich.

Sitze ich im Gerichtssaal?

Ja, für die Protokollführung. Der größere Teil der Arbeit findet aber auf der Geschäftsstelle statt.

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