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Berufsfeld Recht & Sicherheit · Duale Ausbildung

Rechtsanwaltsfachangestellte/r

Du organisierst anwaltliche Mandate, bereitest Schriftstücke vor, überwachst Fristen und bearbeitest Kosten und Zwangsvollstreckung. Sprache, Diskretion und exakte Abläufe bestimmen den Beruf.
  • 3 Jahre
  • ca. 1.012 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss oder Hochschulreife
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.012 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Rechtsanwaltskanzleien, Rechtsabteilungen von Unternehmen, Verbänden, Banken oder Versicherungen.

  • Mandanten empfangen und Akten anlegen
  • Schreiben, Anträge und Schriftsätze vorbereiten
  • Gerichts- und Besprechungstermine organisieren
  • Fristen und Wiedervorlagen überwachen
  • Gebühren, Kosten und Zahlungen bearbeiten
  • Mahn- und Zwangsvollstreckungsvorgänge vorbereiten

Ein Tag als Rechtsanwaltsfachangestellte/r

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Mandanten empfangen und Akten anlegen; Schreiben, Anträge und Schriftsätze vorbereiten; Gerichts- und Besprechungstermine organisieren. Später kommen hinzu: Fristen und Wiedervorlagen überwachen; Gebühren, Kosten und Zahlungen bearbeiten; Mahn- und Zwangsvollstreckungsvorgänge vorbereiten. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Post und Fristen.

Was heute hereinkommt, bekommt sofort seine Frist im Kalender.

8:00 Uhr

Schriftsatz nach Diktat erstellen und mit den Anlagen bei Gericht einreichen.

9:00 Uhr

Mandantengespräch am Telefon.

Zuhören, einordnen, weiterleiten, ohne selbst zu beraten.

11:00 Uhr

Kostenrechnung nach dem Vergütungsgesetz erstellen.

Jede Position hat eine Grundlage.

13:00 Uhr

Zwangsvollstreckung: Antrag vorbereiten, Unterlagen zusammenstellen.

15:00 Uhr

Fristenkontrolle für morgen und Akten für den Anwalt vorbereiten.

16:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Fristen sind unerbittlich, und die Verantwortung dafür liegt spürbar bei dir.
  • Mandanten rufen in Ausnahmesituationen an. Der Ton ist nicht immer angenehm.
  • In kleinen Kanzleien machst du alles, auch die Dinge, die niemand machen will.
  • Die Bezahlung ist in vielen Kanzleien niedriger, als der Anspruch des Berufs vermuten lässt.

Besser als sein Ruf

  • Du lernst ein Rechtsgebiet von innen, und das ist Wissen, das man privat auch braucht.
  • Der Rechtsfachwirt ist eine anerkannte Aufstiegsfortbildung mit spürbarem Gehaltssprung.
  • Kanzleien suchen händeringend Fachangestellte. Eine Stelle zu finden ist selten das Problem.
  • Der Beruf ist ortsunabhängig: Anwälte gibt es in jeder Stadt.

Passt zu dir, wenn …

  • du Sprache, Recht und Organisation verbinden möchtest
  • du sehr genau mit Fristen und Dokumenten arbeitest
  • du auch in Konfliktsituationen freundlich bleibst
  • du vertrauliche Daten zuverlässig schützt

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1.012,00 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.115,24 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.215,08 €

Bundesdurchschnitt der Kammerempfehlungen, Stand Mai 2026

Die Empfehlungen unterscheiden sich regional und bilden eine Orientierung für eine angemessene Vergütung.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in Rechtsanwaltskanzleien
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss oder Hochschulreife

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss oder Hochschulreife ein. Hilfreich sind besonders Deutsch, Wirtschaft/Recht, Mathematik, Informatik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Zivilrecht und Verfahrensabläufe verstehen
  • Schriftstücke und Korrespondenz vorbereiten
  • Fristen und Termine digital verwalten
  • Rechtsanwaltsgebühren berechnen
  • Mahn- und Vollstreckungsverfahren bearbeiten
  • Mandanten kommunikativ betreuen
  • Datenschutz und Verschwiegenheit einhalten

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Kanzleigröße und Rechtsgebiete bestimmen, welche Mandate besonders häufig vorkommen.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Rechtsfachwirt/inDie Aufstiegsfortbildung des Berufs, berufsbegleitend machbar. Danach übernimmst du Zwangsvollstreckung, Kostenrecht und Büroorganisation eigenverantwortlich und verdienst deutlich mehr.
  • Spezialisierung auf ein RechtsgebietFamilienrecht, Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Insolvenz: Wer ein Gebiet kennt, wird in der Kanzlei zur Ansprechperson und arbeitet selbstständiger.
  • Kostenrecht und ZwangsvollstreckungZwei Bereiche, in denen Kanzleien dringend Leute suchen, weil sie über die Wirtschaftlichkeit einer Akte entscheiden.
  • Wechsel in Rechtsabteilung oder GerichtUnternehmen mit eigener Rechtsabteilung und Gerichte stellen Rechtsanwaltsfachangestellte ein, oft mit geregelteren Arbeitszeiten.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.300–2.800 € brutto im Monat
  • Mit Rechtsfachwirt oder Spezialisierung ca. 3.200–4.200 € brutto im Monat

Kleine Kanzleien zahlen niedriger als Wirtschaftskanzleien, und in Ballungsräumen liegt der Verdienst über dem im ländlichen Raum. Frag im Bewerbungsgespräch nach Vergütung, Überstundenregelung und Fortbildungsunterstützung.

Wusstest du?

Was ein Anwalt abrechnen darf, steht im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Diese Berechnung gehört zu den Aufgaben der Fachangestellten, und sie entscheidet darüber, ob eine Akte für die Kanzlei wirtschaftlich ist.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Rechtsanwaltsfachangestellte/r?

In der Ausbildung liegt die Vergütung bei rund 1.010 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung hängt der Verdienst stark von der Größe und Ausrichtung der Kanzlei ab; mit dem Rechtsfachwirt steigt er deutlich.

Was macht ein/e Rechtsanwaltsfachangestellte/r?

Du führst Akten, berechnest Fristen und Gebühren, schreibst Schriftsätze nach Vorgabe, betreust Mandanten, wickelst Zwangsvollstreckungen ab und hältst die Kanzleiorganisation zusammen.

Brauche ich Abitur?

Nein. Die meisten Kanzleien stellen mit mittlerem Abschluss ein. Wichtiger sind sauberes Arbeiten, gutes Deutsch und Zuverlässigkeit bei Fristen.

Wie schlimm ist das mit den Fristen?

Fristen sind der ernsteste Teil des Berufs. Eine versäumte Frist kann einen Anspruch vernichten, deshalb gibt es feste Kontrollsysteme und niemals nur eine Person, die darauf schaut.

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