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Berufsfeld Lebensmittel & Ernährung · Duale Ausbildung

Fachkraft für Fruchtsafttechnik

Du stellst Säfte, Nektare, Erfrischungsgetränke und weitere Produkte aus Früchten und pflanzlichen Rohstoffen her. Du prüfst die Rohware, steuerst Pressen, Tanks, Filter und Abfüllanlagen und kontrollierst Geschmack und Qualität.
  • 3 Jahre
  • ab 724 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 724 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Fruchtsaft-, Getränke-, Mosterei- und Lebensmittelunternehmen. Arbeitsorte sind Rohwarenannahme, Produktion, Tanklager, Labor und Abfüllung.

  • Obst, Gemüse und Konzentrate annehmen und prüfen
  • Rohstoffe waschen, zerkleinern, pressen und entsaften
  • Säfte klären, filtrieren, mischen und haltbar machen
  • Rezepturen einstellen und Proben untersuchen
  • Produktions- und Abfüllanlagen bedienen
  • Anlagen reinigen, warten und Hygiene dokumentieren

Ein Tag als Fachkraft für Fruchtsafttechnik

So läuft dein Tag

Du kontrollierst Rohstoffe, Produktionsplan und Anlagenzustand. Früchte werden gewaschen, sortiert, zerkleinert und gepresst. Du beobachtest Ausbeute, Temperatur und Qualität und leitest den Saft in Tanks, Filter oder weitere Verarbeitungsstufen. Später stellst du eine Rezeptur ein, nimmst Proben und prüfst Geschmack, Säure oder weitere Werte. Nach Freigabe wird abgefüllt. Reinigung und hygienische Kontrolle sind fester Bestandteil jeder Charge.

Anlieferung prüfen.

Du nimmst Proben vom Obst oder vom Konzentrat und beurteilst die Qualität.

6:30 Uhr

Du fährst die Presse an.

Waschen, zerkleinern, pressen: der Saft entsteht in wenigen Schritten.

8:00 Uhr

Filtration und Erhitzung.

Du überwachst die Werte und greifst ein, wenn etwas abweicht.

10:30 Uhr

Laborrunde.

Zucker, Säure und Trübung werden gemessen und festgehalten.

12:30 Uhr

Abfüllung.

Flaschen, Verschlüsse und Etiketten laufen, und du kontrollierst.

14:00 Uhr

Reinigung der Anlagen und Dokumentation.

15:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Zur Ernte im Herbst wird es eng. Dann läuft die Anlage lange, auch am Wochenende.
  • Es ist feucht, klebrig und laut, und der Boden ist oft nass.
  • Der Beruf ist selten. Ausbildungsbetriebe findest du nicht in jeder Region.
  • Viel Arbeit ist Überwachen und Reinigen, nicht Gestalten.

Besser als sein Ruf

  • Du lernst einen kompletten Prozess, von der angelieferten Frucht bis zur verschlossenen Flasche.
  • Der Beruf ist technisch und naturwissenschaftlich zugleich.
  • Weil es wenige Fachleute gibt, sind deine Aussichten auf eine Stelle gut.
  • Mit dem Techniker oder einem Studium der Getränketechnologie geht es weiter.

Passt zu dir, wenn …

  • du Lebensmittel, Früchte und Maschinen verbinden möchtest
  • du bei Hygiene und Rezepturen sehr genau bleibst
  • du große Produktionsanlagen und sensorische Prüfung magst
  • du saisonale Rohstoffe und Schichtarbeit akzeptieren kannst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr mind. 724 €
  • 2. Ausbildungsjahr mind. 854 €
  • 3. Ausbildungsjahr mind. 977 €

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Tarifverträge und betriebliche Regelungen können deutlich höhere Beträge vorsehen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Getränkeindustrie
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Chemie, Biologie, Mathematik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Rohstoffe beurteilen und fachgerecht lagern
  • Früchte und Gemüse zerkleinern, pressen und entsaften
  • Säfte klären, filtrieren, konzentrieren und mischen
  • Rezepturen und Getränke einstellen
  • Wärmebehandlung und Haltbarmachung steuern
  • Abfüll- und Verpackungsanlagen bedienen
  • Qualität, Hygiene und Anlagenzustand sichern

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Betriebe unterscheiden sich bei Rohstoffen, Direktsaft, Konzentraten, Erfrischungsgetränken und Abfülltechnik.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Meister/in oder Techniker/in für GetränketechnikDer Weg in die Schicht- und Betriebsleitung, mit Verantwortung für Anlagen und Personal.
  • QualitätssicherungLabor, Sensorik und Rückverfolgbarkeit werden in größeren Keltereien von eigenen Leuten betreut.
  • Studium der GetränketechnologieEntwicklung neuer Produkte und die Leitung eines Werks führen über ein Studium. Berufserfahrung ersetzt oft das Abitur.
  • Wechsel in die GetränkeindustrieWas du über Abfüllung und Hygiene lernst, gilt auch für Limonade, Wasser und Bier.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.400–3.000 € brutto im Monat

Die Betriebe reichen von der regionalen Kelterei bis zum großen Getränkehersteller, und die Bezahlung reicht entsprechend weit. In tarifgebundenen Betrieben liegt sie am oberen Ende der Spanne.

Wusstest du?

Für einen Liter Apfelsaft braucht es je nach Sorte und Saftausbeute etwa anderthalb Kilogramm Äpfel.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Fachkraft für Fruchtsafttechnik?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben der Getränkeindustrie meist zwischen rund 950 und 1.200 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung entscheidet vor allem die Tarifbindung des Betriebs.

Stellt man als Fachkraft für Fruchtsafttechnik nur Orangensaft her?

Nein. Je nach Betrieb werden viele Obst- und Gemüsesorten, Konzentrate und alkoholfreie Getränke verarbeitet.

Muss ich probieren?

Sensorische Prüfung gehört dazu. Dabei werden Geruch, Geschmack und mögliche Fehler professionell bewertet.

Wie alt ist die Ausbildungsordnung?

Die Regelung ist älter, der Beruf bleibt anerkannt; moderne Betriebe arbeiten trotzdem mit automatisierten Anlagen und digitalen Daten.

Gibt es Schichtarbeit?

In größeren Produktionsbetrieben und während der Erntezeit häufig.

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