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Berufsfeld Lebensmittel & Ernährung · Duale Ausbildung

Brauer/in und Mälzer/in

Du stellst Malz, Bier, alkoholfreie Getränke und Biermischgetränke her. Dabei steuerst du große Anlagen, kontrollierst Gärung und Reifung und prüfst, ob Geschmack, Hygiene und Qualität stimmen. Naturstoffe treffen hier auf moderne Prozesstechnik.
  • 3 Jahre
  • ca. 1.117 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.117 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Gesellen- oder Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Brauereien, Mälzereien, Getränkeunternehmen und teilweise in Betrieben der Lebensmittel-, Pharma- oder Zulieferindustrie. Arbeitsorte sind Sudhaus, Gär- und Lagerkeller, Mälzerei, Abfüllung, Labor und technische Betriebsbereiche.

  • Getreide annehmen, reinigen, einweichen, keimen und zu Malz verarbeiten
  • Malz schroten und Maische, Würze und Hopfengabe steuern
  • Hefe einsetzen und Gärung, Reifung, Lagerung und Filtration überwachen
  • Bier und weitere Getränke analysieren und geschmacklich prüfen
  • Produktions-, Kälte-, Dampf-, Wasser- und Abfüllanlagen bedienen
  • Anlagen reinigen, warten und Hygiene und Qualität dokumentieren

Ein Tag als Brauer/in und Mälzer/in

So läuft dein Tag

Du prüfst Produktionsplan, Rohstoffe und Anlagenzustand. Im Sudhaus kontrollierst du Temperaturen, Zeiten und Mengen beim Maischen, Läutern und Kochen. In der Gärung beobachtest du Hefe, Druck und Reifezustand und nimmst Proben für Labor und Geschmacksprüfung. Ein großer Teil des Betriebs ist automatisiert, trotzdem gehst du regelmäßig an Tanks, Pumpen, Ventile und Leitungen. Reinigung und Desinfektion gehören fest zum Prozess. Je nach Betrieb arbeitest du zusätzlich in Mälzerei, Filtration, Abfüllung oder an Schankanlagen.

Schichtübergabe.

Du liest nach, was nachts gelaufen ist, und siehst dir die Werte am Sudhaus an.

6:00 Uhr

Du startest einen Sud.

Schroten, Maischen, Läutern: jeder Schritt hat seine Temperatur und seine Zeit.

7:30 Uhr

Laborrunde.

Du ziehst Proben und misst Stammwürze, pH-Wert und den Zustand der Hefe.

10:00 Uhr

Kontrollgang durch Gär- und Lagerkeller.

Du prüfst Temperaturen und Drücke an den Tanks.

12:30 Uhr

Reinigung und Desinfektion der Anlagen.

14:00 Uhr

Du trägst die Werte ins Protokoll ein und übergibst an die nächste Schicht.

15:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Du arbeitest in Schichten, auch nachts und am Wochenende. Eine Brauerei steht nicht still.
  • Reinigen und Desinfizieren nehmen viel Zeit ein. Das ist kein Nebenjob, sondern ein Teil des Berufs.
  • Es ist laut, feucht und rutschig. Gehörschutz und Sicherheitsschuhe sind Alltag.
  • Du hebst und schleppst, und du arbeitest mit Laugen und Säuren.

Besser als sein Ruf

  • Der Beruf ist technischer, als die meisten denken. Du fährst Anlagen, misst und wertest aus.
  • Du lernst einen Prozess von vorn bis hinten. Vom Getreide bis zum fertigen Bier geht nichts an dir vorbei.
  • Die Tarifbindung ist in der Branche vergleichsweise hoch.
  • Braumeister, Techniker oder ein Studium der Brauwesen und Getränketechnologie führen bis in die Betriebsleitung.

Passt zu dir, wenn …

  • du Lebensmittel, Biologie und Technik miteinander verbinden möchtest
  • du große Anlagen und digitale Prozesswerte spannend findest
  • du bei Hygiene, Temperaturen und Rezepturen sehr genau bleibst
  • du auch Schichtarbeit und körperliche Reinigungstätigkeiten akzeptieren kannst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr ca. 1.116,50 €
  • 2. Ausbildungsjahr ca. 1.229,50 €
  • 3. Ausbildungsjahr ca. 1.350 €

Regionales Tarifbeispiel für das Brauereigewerbe, brutto pro Monat

Tarifwerte unterscheiden sich nach Region und Unternehmensgröße. In großen Industriebetrieben kann die Vergütung höher liegen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in Handwerk und Industrie
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Gesellen- oder Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Betriebe stellen Jugendliche mit mittlerem Abschluss ein. Chemie, Biologie, Mathematik und Physik helfen dir bei Gärung, Rezepturen, Messwerten und Anlagentechnik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Ein Praktikum, technisches Interesse, ein guter Geruchs- und Geschmackssinn und konsequentes Hygieneverhalten sind ebenfalls wichtig.

Was du lernst

  • Getreide aufbereiten und Malz herstellen
  • Brauwasser prüfen und Malz schroten
  • Maische, Würze und Hopfengabe prozessgerecht steuern
  • Gärung, Reifung, Filtration und Lagerung überwachen
  • alkoholfreie Getränke und Biermischgetränke herstellen
  • Abfüll- und Verpackungsanlagen einrichten und bedienen
  • Produktionsanlagen reinigen, warten und digital überwachen

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Je nach Betrieb arbeitest du stärker in Mälzerei, Sudhaus, Gärung, Filtration, Qualitätssicherung, Abfüllung oder Produktentwicklung.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Braumeister/inDer klassische Weg. Als Braumeister verantwortest du Rezepturen, Qualität und den gesamten Sudbetrieb.
  • Techniker/in für LebensmitteltechnikWenn dich die Anlagentechnik mehr reizt als das Rezept, führt der Techniker in Instandhaltung und Produktionsplanung.
  • Studium der Brau- und GetränketechnologieMit dem Studium stehen Entwicklung, Qualitätsmanagement und die Betriebsleitung großer Brauereien offen. Berufserfahrung ersetzt oft das Abitur.
  • Eigene Brauerei oder GasthausbrauereiKleine Brauereien entstehen seit Jahren neu. Mit dem Braumeister ist der eigene Betrieb ein realistischer Weg.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.500–3.200 € brutto im Monat
  • Mit Braumeister oder Technikerabschluss ca. 3.500–4.500 € brutto im Monat

Viele Brauereien zahlen nach Tarif, und das macht das Einkommen planbarer als in manchem anderen Handwerk. Zwischen einer großen Industriebrauerei und einer kleinen Gasthausbrauerei liegen trotzdem Welten.

Wusstest du?

Das Reinheitsgebot von 1516 gehört zu den ältesten Vorschriften für Lebensmittel, die heute noch angewendet werden.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Brauer/in und Mälzer/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Brauereien meist zwischen rund 1.000 und 1.250 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung zahlen große Brauereien nach Tarif und damit deutlich besser als kleine Betriebe.

Muss man als Brauer/in und Mälzer/in Bier trinken?

Zur Qualitätsprüfung wird das Produkt sensorisch beurteilt. Dabei geht es um Geruch, Geschmack und Fehlererkennung – nicht um privaten Alkoholkonsum.

Arbeite ich noch mit der Hand oder nur am Computer?

Beides. Anlagen werden digital gesteuert, aber Probenahme, Reinigung, Wartung, Schläuche und Schankanlagen bleiben praktische Arbeit.

Stelle ich nur Bier her?

Nein. Zur Ausbildung gehören auch Malz, alkoholfreie Erfrischungsgetränke und Biermischgetränke. Der Schwerpunkt hängt vom Betrieb ab.

Warum ist Hygiene so wichtig?

Mikroorganismen und Rückstände können Geschmack, Haltbarkeit und Sicherheit einer ganzen Charge verändern.

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