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Berufsfeld Chemie, Pharma & Labor · Duale Ausbildung

Biologielaborant/in

Du untersuchst Zellen, Mikroorganismen, Pflanzen oder biologische Proben und führst Versuche für Forschung, Medizin oder Industrie durch. Dabei arbeitest du mit Pipetten, Analysegeräten und Laborsoftware. Jeder Schritt muss sauber dokumentiert werden.
  • 3,5 Jahre
  • ca. 1.131–1.368 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur
Dauer 3,5 Jahre

3,5 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.131 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Forschungs- und Entwicklungslaboren der Pharma-, Chemie-, Lebensmittel- oder Kosmetikindustrie, an Hochschulen, Kliniken, Untersuchungsämtern oder in Umwelt- und Biotechnologieunternehmen. Der Arbeitsplatz liegt fast immer im Labor.

  • biologische Versuche planen, vorbereiten und durchführen
  • Zellen, Mikroorganismen, Pflanzen und weitere Proben untersuchen
  • Nährmedien, Lösungen und Reagenzien herstellen
  • molekularbiologische, biochemische und mikrobiologische Verfahren anwenden
  • elektronische Messgeräte und automatisierte Laborsysteme bedienen
  • Messwerte auswerten, Versuchsabläufe protokollieren und Ergebnisse bewerten

Ein Tag als Biologielaborant/in

So läuft dein Tag

Am Anfang prüfst du Versuchsplan, Proben und benötigte Materialien. Du bereitest sterile Arbeitsbereiche vor, stellst Lösungen her und beschriftest jedes Gefäß eindeutig. Danach pipettierst, kultivierst oder präparierst du und kontrollierst genau, ob Temperatur, Zeit und Konzentration stimmen. Während des Versuchs beobachtest du Veränderungen und erfasst Messwerte digital. Anschließend wertest du die Daten aus, vergleichst Kontrollen und dokumentierst jeden Arbeitsschritt. Je nach Betrieb können auch Untersuchungen mit Versuchstieren dazugehören.

Zellkulturen kontrollieren.

Unter dem Mikroskop sieht man sofort, ob über Nacht etwas schiefging.

7:30 Uhr

Medienwechsel unter der Sterilbank.

Jede Unsauberkeit kostet die Kultur.

8:30 Uhr

PCR ansetzen und laufen lassen, danach Auftrennung im Gel.

10:30 Uhr

Mikroskopieren und auswerten, Ergebnisse fotografisch dokumentieren.

13:00 Uhr

Versuchsprotokoll schreiben und die nächste Passage planen.

15:00 Uhr

Autoklavieren, Abfälle entsorgen, Sterilbank reinigen.

16:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Zellkulturen halten sich nicht an Wochenenden. Wochenenddienste zum Medienwechsel gehören dazu.
  • Steriles Arbeiten verzeiht keinen Moment Unaufmerksamkeit, und eine verlorene Kultur kostet Wochen.
  • Viel Wiederholung: dieselbe Methode an vielen Proben, über Monate.
  • In der Forschung sind Stellen häufig befristet, weil sie an Projekten hängen.

Besser als sein Ruf

  • Die Bezahlung in der Industrie liegt deutlich über dem Durchschnitt der dualen Berufe.
  • Du arbeitest mit Methoden, die vor zwanzig Jahren Forschungsstand waren und heute Routine sind.
  • Der Beruf öffnet Pharma, Diagnostik, Lebensmittel, Umwelt und Forschung.
  • Wer das Studium anschließt, kennt die Praxis besser als jeder, der direkt von der Schule kommt.

Passt zu dir, wenn …

  • du Biologie wirklich verstehen und praktisch anwenden möchtest
  • du über längere Zeit sehr konzentriert und sauber arbeiten kannst
  • du mit Zahlen, Daten und Laborsoftware klarkommst
  • du neugierig bleibst, wenn ein Versuch nicht das erwartete Ergebnis liefert

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr ca. 1.131–1.368 €
  • 2. Ausbildungsjahr ca. 1.196–1.418 €
  • 3. Ausbildungsjahr ca. 1.233–1.464 €
  • 4. Ausbildungsjahr ca. 1.308–1.528 €

Beispielwerte 2026, brutto pro Monat

Die Spanne zeigt beispielhaft tarifliche Werte der chemischen Industrie und des öffentlichen Dienstes. Betrieb, Region und Tarifbindung sind entscheidend.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Industrie
  • Dauer 3,5 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Forschungs- und Industrieunternehmen Jugendliche mit mittlerem Abschluss, Fachabitur oder Abitur ein. Biologie, Chemie und Mathematik sind besonders wichtig.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Gute Laborpraktika, Sorgfalt, naturwissenschaftliche Neugier und zuverlässiges Arbeiten können viel ausmachen.

Was du lernst

  • Laborarbeiten sicher, steril und qualitätsgerecht durchführen
  • Zellen, Gewebe, Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere untersuchen
  • biochemische, molekularbiologische und gentechnische Methoden anwenden
  • Nährmedien, Lösungen und Versuchsansätze herstellen
  • automatisierte und vernetzte Laborsysteme nutzen
  • Messdaten statistisch auswerten und Versuche dokumentieren
  • sechs betriebliche Wahlqualifikationen vertiefen

Wahlqualifikationen

Insgesamt werden sechs Wahlqualifikationen in die Ausbildung integriert. Welche Kombination du bekommst, hängt von den Forschungsschwerpunkten deines Betriebs ab.

– Molekularbiologie und Gentechnik

– Zellkultur und Mikrobiologie

– Immunologie und biochemische Verfahren

– Arbeiten mit vernetzten und automatisierten Systemen

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Zellkultur und MolekularbiologieWer Zellkulturen sicher führt oder molekularbiologische Methoden beherrscht, wird in Forschung und Pharma gezielt gesucht.
  • Techniker/in für Biotechnik oder Industriemeister/inBeide Wege führen in Laborleitung, Methodenentwicklung und Führung.
  • Qualitätssicherung in Pharma und DiagnostikWo Ergebnisse über Zulassungen entscheiden, zählt Dokumentation genauso viel wie Handwerk. Eine Rolle mit Verantwortung.
  • Studium Biologie oder BiotechnologieMit Fachhochschulreife oder über den Technikerabschluss kannst du studieren, oft berufsbegleitend.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 3.200–3.800 € brutto im Monat
  • Mit Spezialisierung, Techniker oder Meister ca. 4.100–5.300 € brutto im Monat

In der Industrie gilt der Chemietarif, an Hochschulen und Instituten der öffentliche Tarif; der Unterschied ist spürbar. Frag im Bewerbungsgespräch nach dem Tarifwerk und nach befristeten Projektstellen.

Wusstest du?

Zellkulturen brauchen regelmäßig frisches Medium, unabhängig vom Wochentag. Deshalb gehören in vielen Laboren Wochenenddienste zum Beruf, die nichts mit Schichtarbeit zu tun haben.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Biologielaborant/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben zwischen rund 1.130 und 1.370 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung zahlt die Chemie- und Pharmaindustrie nach Tarif und damit deutlich über dem Durchschnitt; Forschungseinrichtungen nach TVöD oder TV-L.

Was macht ein/e Biologielaborant/in?

Du arbeitest mit lebendem Material: Zellkulturen anlegen und führen, Mikroorganismen kultivieren, Proben untersuchen, molekularbiologische Methoden anwenden, Versuche dokumentieren und auswerten.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

Arbeite ich mit Tieren?

Je nach Betrieb kann Tierversuchskunde dazugehören. Wer das nicht will, sollte im Bewerbungsgespräch danach fragen; viele Labore arbeiten ausschließlich mit Zellen und Mikroorganismen.

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