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Berufsfeld Gastronomie & Hotel · Duale Ausbildung

Tourismuskaufmann/-frau (Privat- und Geschäftsreisen)

Du planst und vermittelst Urlaubs-, Gruppen- und Geschäftsreisen oder arbeitest bei einem Reiseveranstalter. Zielgebiet, Verkehrsmittel, Unterkunft, Preis, Vertrag und Kundenwunsch werden zu einer passenden Reise verbunden.
  • 3 Jahre
  • ca. 805 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss oder Hochschulreife
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 805 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Reisebüros, bei Reiseveranstaltern, Geschäftsreisediensten, Online-Reiseunternehmen und touristischen Leistungsträgern.

  • Reisewünsche und Rahmenbedingungen erfragen
  • Flüge, Bahn, Unterkünfte und Leistungen recherchieren
  • Pauschal- und Individualreisen zusammenstellen
  • Buchungen, Zahlungen und Reisedokumente bearbeiten
  • Änderungen, Stornierungen und Beschwerden lösen
  • Angebote vermarkten und Reisekosten auswerten

Ein Tag als Tourismuskaufmann/-frau (Privat- und Geschäftsreisen)

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Reisewünsche und Rahmenbedingungen erfragen; Flüge, Bahn, Unterkünfte und Leistungen recherchieren; Pauschal- und Individualreisen zusammenstellen. Später kommen hinzu: Buchungen, Zahlungen und Reisedokumente bearbeiten; Änderungen, Stornierungen und Beschwerden lösen; Angebote vermarkten und Reisekosten auswerten. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Ergebnisse werden kontrolliert, Abweichungen dokumentiert und der Arbeitsbereich sauber übergeben.

Mails der Nacht: Umbuchungen, Flugzeitenänderungen, Rückfragen von Kunden.

8:30 Uhr

Beratungsgespräch.

Ein Paar sucht eine Fernreise, und die Vorstellungen liegen weit auseinander.

9:30 Uhr

Angebot kalkulieren: Flug, Hotel, Transfer, Versicherung, Stornobedingungen.

11:30 Uhr

Geschäftsreise für einen Firmenkunden buchen.

Reiserichtlinie beachten, Beleg sauber zuordnen.

13:30 Uhr

Reklamation bearbeiten.

Das Hotel entsprach nicht der Beschreibung, und jetzt zählt, was im Vertrag steht.

15:00 Uhr

Buchungen kontrollieren und Unterlagen versenden.

17:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Die Bezahlung ist am Anfang niedrig, sowohl in der Ausbildung als auch danach.
  • Reklamationen gehören zum Alltag, und der Ärger kommt bei dir an, auch wenn du ihn nicht verursacht hast.
  • Samstagsdienst ist in Reisebüros üblich, und die Hauptbuchungszeit liegt im Winter.
  • Die Branche ist krisenanfällig. Wer 2020 dabei war, weiß, wie schnell das gehen kann.

Besser als sein Ruf

  • Du lernst ein Rechtsgebiet, das kaum jemand kennt: Reisevertragsrecht, Haftung, Pauschalreiserichtlinie.
  • Geschäftsreisen sind ein stabiler, gut bezahlter Bereich abseits des Urlaubsgeschäfts.
  • Der Beruf öffnet den Weg zu Veranstaltern, Airlines und Portalen.
  • Wenn eine Reise gut läuft, hört man das. Das ist eine unmittelbare Rückmeldung, die viele Bürojobs nicht haben.

Passt zu dir, wenn …

  • du Länder, Reisen und Kundenberatung verbinden möchtest
  • du auch bei Änderungen organisiert bleibst
  • du Buchungssysteme und Preise genau prüfst
  • du Fremdsprachen und internationale Kommunikation magst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 805 €
  • 2. Ausbildungsjahr 915 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.060 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026

Reiseunternehmen, Region und Tarifbindung können abweichen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in Reisebüros, Veranstaltern und Geschäftsreisediensten
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss oder Hochschulreife

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss oder Hochschulreife ein. Hilfreich sind besonders Geografie, Englisch, Deutsch, Wirtschaft/Recht.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Zielgebiete und touristische Leistungen beurteilen
  • Beratungs- und Verkaufsgespräche führen
  • Reservierungs- und Buchungssysteme bedienen
  • Reisen kalkulieren, buchen und abrechnen
  • Reise-, Vertrags- und Verbraucherrecht anwenden
  • Störungen und Reklamationen bearbeiten
  • Wahl- und Zusatzqualifikationen vertiefen

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • GeschäftsreisemanagementFirmenkunden buchen anders als Urlauber: Richtlinien, Budgets, kurzfristige Änderungen. Wer das kann, arbeitet im Business Travel und verdient dort mehr als im Urlaubsvertrieb.
  • Spezialisierung auf ein Zielgebiet oder eine ReiseartFernreisen, Kreuzfahrt, Studienreisen, Gruppen: Wer ein Segment wirklich kennt, wird zur Ansprechperson und verkauft die höherpreisigen Reisen.
  • Reiseverkehrsfachwirt/in oder Tourismusfachwirt/inAufstiegsfortbildungen, berufsbegleitend machbar. Danach führst du ein Büro oder arbeitest in Produktmanagement und Einkauf.
  • Wechsel zu Veranstalter, Airline oder OnlineportalWer den Vertrieb kennt, wird auf der anderen Seite gebraucht: in Produktmanagement, Einkauf, Vertriebssteuerung oder Servicecenter.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.100–2.500 € brutto im Monat
  • Im Geschäftsreisebereich oder mit Fachwirt ca. 2.800–3.700 € brutto im Monat

Die Reisebranche zahlt im Vertrieb niedrig und im Geschäftsreisebereich deutlich besser. Provisionen auf verkaufte Reisen kommen in manchen Büros dazu. Frag im Bewerbungsgespräch nach dem Anteil von Privat- und Geschäftskunden.

Wusstest du?

Der volle Berufsname enthält seit 2011 den Zusatz Privat- und Geschäftsreisen. Er wurde ergänzt, weil das Geschäftsreisegeschäft eigene Regeln, eigene Systeme und eigene Kundschaft hat.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Tourismuskaufmann/-frau?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb bei rund 800 € im ersten Jahr und damit unter dem Durchschnitt der kaufmännischen Berufe. Nach der Ausbildung ist der Einstieg im Reisebüro niedrig; im Geschäftsreisebereich liegt er höher.

Was macht ein/e Tourismuskaufmann/-frau?

Du berätst und buchst Reisen, kalkulierst Angebote, wickelst Änderungen und Stornierungen ab, bearbeitest Reklamationen und kennst die rechtlichen Regeln des Reisevertrags.

Reise ich in diesem Beruf viel?

Nein. Du sitzt im Büro. Studienreisen der Veranstalter gibt es, sie sind aber die Ausnahme und kein Teil des Arbeitsalltags.

Hat der Beruf mit Onlineportalen noch Zukunft?

Der einfache Flug wird online gebucht. Was bleibt, sind komplexe Reisen, Gruppen, Geschäftsreisen und Beratung im Schadensfall, und dafür braucht es Fachleute.

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