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Berufsfeld Ausbau & Gebäudetechnik · Duale Ausbildung

Polsterer/Polsterin

Du baust und reparierst Polstermöbel, Matratzen und Sitze. Federung, Schaum, Form, Bezug und sichtbare Nähte werden zu einem bequemen und stabilen Produkt verbunden.
  • 3 Jahre
  • ca. 1.160–1.305 € im 1. Jahr
  • Häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.160 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Gesellen- oder Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Polstermöbel- und Matratzenindustrie, handwerklichen Polstereien, Fahrzeug- und Objektmöbelbau.

  • Gestelle und Aufträge prüfen
  • Federungen und Unterpolster aufbauen
  • Schaumstoffe und Polstermaterial zuschneiden
  • Polster formen, kleben und befestigen
  • Bezüge anpassen, spannen und montieren
  • Sitzkomfort, Maße und Oberfläche kontrollieren

Ein Tag als Polsterer/Polsterin

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Gestelle und Aufträge prüfen; Federungen und Unterpolster aufbauen; Schaumstoffe und Polstermaterial zuschneiden. Später kommen hinzu: Polster formen, kleben und befestigen; Bezüge anpassen, spannen und montieren; Sitzkomfort, Maße und Oberfläche kontrollieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Sessel aus den Fünfzigern: alten Bezug abnehmen, Aufbau fotografieren.

7:00 Uhr

Gestell prüfen, lose Zapfen leimen, Gurte erneuern.

8:30 Uhr

Federkern einbauen und abpolstern, Schaum auf Form zuschneiden.

10:30 Uhr

Bezug zuschnitt nach Schnittmuster, Fadenlauf beachten.

12:30 Uhr

Nähen und aufziehen, Kanten und Nähte ausrichten.

14:00 Uhr

Nägel und Zierborte setzen, Möbel für die Abholung bereitstellen.

16:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Körperlich fordernd: Möbel wenden, spannen, tackern.
  • Staub und alte Materialien beim Abpolstern, manchmal wenig appetitlich.
  • Ein Fehler im Zuschnitt kostet teuren Stoff.
  • Kleine Betriebe, wenig Ausbildungsplätze, oft weite Wege dorthin.

Besser als sein Ruf

  • Die Ausbildungsvergütung liegt über der vieler Handwerksberufe.
  • Aus einem abgewetzten Möbel wird an einem Tag ein neues. Sichtbarer geht es nicht.
  • Reparieren statt wegwerfen ist ein Trend, der dem Beruf zugutekommt.
  • Sehr wenig Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.

Passt zu dir, wenn …

  • du körperliches Handwerk und Gestaltung verbinden möchtest
  • du Formen und Sitzkomfort gut beurteilst
  • du sauber mit Stoff, Leder, Schaum und Holz arbeitest
  • du sichtbare Ergebnisse und Reparaturen magst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1.160–1.305 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.230–1.356 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.310–1.439 €

Tarifbeispiele der Textilwirtschaft 2025/2026, brutto pro Monat

Textile Dienste und Textilindustrie vergüten nach unterschiedlichen Tarifwerken.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in Industrie und Handwerk
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Gesellen- oder Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Werken/Technik, Kunst/Gestaltung, Mathematik, Physik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Gestelle, Federungen und Polsteraufbauten verstehen
  • Schaum, Watte und weitere Materialien verarbeiten
  • Schablonen und Zuschnitte erstellen
  • Bezüge nähen und montieren
  • Maschinen und Handwerkzeuge einsetzen
  • Sitzkomfort und Qualität prüfen
  • Möbel reparieren und aufarbeiten

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Der Betrieb prägt Möbel, Matratzen, Fahrzeugsitze, Einzelanfertigungen oder Reparaturen.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Aufarbeitung und RestaurierungAlte Möbel neu aufzubauen ist ein wachsender Markt: Reparieren liegt vor Wegwerfen, und gute Betriebe sind ausgebucht.
  • ObjektpolstereiKinos, Gastronomie, Praxen und Fahrzeuge brauchen dauerhafte Polster nach Norm. Größere Aufträge, festere Planung.
  • Meisterprüfung im RaumausstatterhandwerkWer weitergehen will, kann über das Raumausstatterhandwerk zum Meisterbrief und zum eigenen Betrieb kommen.
  • IndustriepolstereiIn der Möbelindustrie arbeitest du an Serien mit festem Takt und Schichtzuschlägen.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.400–2.900 € brutto im Monat
  • Mit Erfahrung oder in der Objektpolsterei ca. 3.000–3.800 € brutto im Monat

Die Sätze richten sich nach dem Tarif der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie oder nach betrieblicher Regelung. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung.

Wusstest du?

Bei der Aufarbeitung wird der alte Bezug nicht einfach entsorgt: Er ist das Schnittmuster für den neuen. Wer die Teile in der richtigen Reihenfolge abnimmt und beschriftet, spart sich das Konstruieren komplett.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Polsterer/Polsterin?

Du baust Polstermöbel auf und beziehst sie: Gestelle prüfen, Federung einbauen, Schaum und Polstermaterial zuschneiden und aufbauen, Bezüge zuschneiden, nähen und aufziehen.

Wie viel verdient man als Polsterer/Polsterin?

In der Ausbildung liegt die tarifliche Vergütung bei rund 1.160 bis 1.305 € im ersten Jahr und damit über dem Durchschnitt vieler Handwerksberufe. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Berufe der Möbelbranche.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Polsterer?

Drei Jahre.

Ist das nicht ein aussterbender Beruf?

Nein. Die Zahl der Betriebe ist klein, die Nachfrage nach Aufarbeitung wächst, und genau deshalb finden Ausgebildete leicht eine Stelle.

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