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Berufsfeld Planung & Vermessung · Duale Ausbildung

Geomatiker/in

Du sammelst, prüfst und verarbeitest Geodaten und machst daraus Karten, 3D-Modelle oder digitale Informationssysteme. Vermessung, Datenbanken, Gestaltung und räumliche Analyse greifen ineinander.
  • 3 Jahre
  • ca. 1.265 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.265 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Vermessungs- und Katasterämtern, Kommunen, Ingenieurbüros, Energie- und Verkehrsunternehmen, Kartografie, Umweltplanung oder Geodaten- und Softwarefirmen.

  • Geodaten aus Vermessung, Luftbildern und Datenbanken übernehmen
  • Daten auf Qualität, Lage und Aktualität prüfen
  • Geoinformationssysteme und Datenbanken pflegen
  • Karten, Pläne, 3D-Modelle und Visualisierungen erstellen
  • räumliche Analysen und Auswertungen durchführen
  • Datenprodukte für Verwaltung, Planung oder Unternehmen bereitstellen

Ein Tag als Geomatiker/in

So läuft dein Tag

Du übernimmst neue Mess- oder Fachdaten und prüfst Koordinatensystem, Vollständigkeit und Genauigkeit. Im Geoinformationssystem bereinigst und verknüpfst du Datensätze und vergleichst sie mit Luftbildern oder vorhandenen Karten. Danach erstellst du eine Karte, ein digitales Geländemodell oder eine thematische Auswertung. Farben, Maßstab und Beschriftung müssen verständlich sein. Ergebnis und Datenstand werden dokumentiert und für andere Systeme exportiert.

Datenlieferung prüfen.

Die Vermessung von gestern kommt als Rohdatei, und die ist nie sauber.

8:00 Uhr

Daten ins GIS einpflegen, Attribute setzen, Topologie prüfen.

9:30 Uhr

Auswertung für die Stadtplanung: Wo liegen Flächen über einer bestimmten Größe innerhalb eines Baugebiets.

11:30 Uhr

Kartenlayout.

Maßstab, Legende, Beschriftung. Eine Karte, die niemand lesen kann, ist keine Karte.

13:30 Uhr

Ein Kollege im Amt braucht eine Auskunft aus dem Datenbestand.

Abfrage schreiben, Ergebnis erklären.

15:00 Uhr

Datenstand sichern und dokumentieren.

16:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Du sitzt fast den ganzen Tag am Bildschirm. Wer nach draußen will, ist bei der Vermessung besser aufgehoben.
  • Ein großer Teil der Arbeit ist Datenpflege, und die ist unspektakulär.
  • Fehler in Geodaten fallen erst auf, wenn jemand darauf eine Entscheidung stützt. Bis dahin sehen sie richtig aus.
  • Der Beruf ist wenig bekannt, und du wirst ihn oft erklären müssen.

Besser als sein Ruf

  • Viele Stellen liegen im öffentlichen Dienst, mit Tarifvertrag und geregelten Arbeitszeiten.
  • Geodaten stecken in Navigation, Energienetzen, Klimamodellen und Stadtplanung. Der Bedarf wächst.
  • Wer Datenbanken und Auswertung beherrscht, arbeitet an der Schnittstelle zur IT und hat entsprechend gute Aussichten.
  • Du siehst deine Arbeit in Karten und Anwendungen, die andere täglich benutzen.

Passt zu dir, wenn …

  • du Karten, Daten und räumliche Zusammenhänge spannend findest
  • du sehr genau mit Koordinaten und Datenbeständen arbeitest
  • du Informatik und Gestaltung verbinden möchtest
  • du komplexe Informationen verständlich visualisieren kannst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1265 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1318 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1370 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026

Die Werte sind bundesweite tarifliche Durchschnittswerte. Region, Branche und Tarifbindung können zu Abweichungen führen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in Industrie, Handel und öffentlichem Dienst
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss, Fachabitur oder Abitur ein. Hilfreich sind besonders Informatik, Mathematik, Geografie.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Geodaten erfassen, prüfen und übernehmen
  • Koordinaten- und Bezugssysteme anwenden
  • Geoinformationssysteme und Datenbanken bedienen
  • Karten und digitale Visualisierungen gestalten
  • räumliche Analysen und 3D-Modelle erstellen
  • Datenschutz, Metadaten und Qualität sichern
  • Projekte mit Auftraggebern planen und dokumentieren

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Der Betrieb prägt, ob Verwaltung, Umwelt, Energie, Verkehr, Kartografie, Fernerkundung oder 3D-Daten im Mittelpunkt stehen.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Techniker/in für Vermessungstechnik oder GeoinformatikÜber eine Fachschule kommst du in die Projektverantwortung: Datenmodelle aufbauen, Auswertungen planen, Teams anleiten.
  • Spezialisierung auf GeoinformationssystemeWer ein GIS wirklich beherrscht, von der Datenbank bis zur Analyse, ist in Verwaltungen, Energieversorgern und Planungsbüros gefragt. Programmierkenntnisse machen den Unterschied.
  • Fernerkundung und 3D-DatenSatelliten- und Drohnendaten, Punktwolken aus Laserscans, digitale Geländemodelle: Ein Feld, das mit jedem Jahr größer wird und in Klima-, Verkehrs- und Energieprojekten gebraucht wird.
  • Studium Geoinformatik oder GeodäsieMit Fachhochschulreife oder über den Technikerabschluss kannst du studieren und danach in Entwicklung, Analyse oder Projektleitung arbeiten.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.800–3.300 € brutto im Monat
  • Mit Technikerabschluss oder GIS-Spezialisierung ca. 3.500–4.500 € brutto im Monat

Viele Stellen liegen bei Kommunen, Landesbetrieben und Energieversorgern und sind damit tariflich geregelt. In der Privatwirtschaft entscheidet vor allem, wie gut du mit Datenbanken und Auswertung umgehen kannst.

Wusstest du?

Der Beruf Geomatiker/in wurde erst 2010 eingeführt. Er löste die Ausbildung zum Kartografen ab, weil Karten längst nicht mehr gezeichnet, sondern aus Datenbanken erzeugt werden.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Geomatiker/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung im öffentlichen Dienst bei rund 1.265 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung richtet sich das Gehalt in Ämtern nach dem TVöD; in Softwarehäusern und Ingenieurbüros ist mehr möglich, aber nicht garantiert.

Was macht ein/e Geomatiker/in genau?

Du machst aus Geodaten Karten, Pläne und digitale Anwendungen: Daten erfassen, prüfen, in Datenbanken pflegen, auswerten und darstellen.

Ist Geomatiker/in ein Bürojob?

Überwiegend ja. Der Beruf ist stärker am Rechner als der Vermessungstechniker; Außeneinsätze zur Datenerfassung kommen vor, sind aber die Ausnahme.

Brauche ich Programmierkenntnisse?

Vorausgesetzt werden sie nicht. Wer sie mitbringt oder sich aneignet, kann in diesem Beruf allerdings deutlich mehr machen als jemand ohne.

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