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Berufsfeld Landwirtschaft, Natur & Tiere · Duale Ausbildung

Fachkraft Agrarservice

Du arbeitest mit großen Landmaschinen und erledigst Dienstleistungen für landwirtschaftliche Betriebe. Du bearbeitest Böden, säst, düngst, schützt Pflanzen, erntest und pflegst Landschaften.
  • 3 Jahre
  • ab 724 € im 1. Jahr
  • Häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 724 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest bei landwirtschaftlichen Lohnunternehmen, Maschinenringen, größeren Agrarbetrieben oder Unternehmen der Landschaftspflege. Arbeitsorte sind Felder, Betriebshof, Werkstatt und Straße.

  • Böden und Pflanzenbestände beurteilen
  • Traktoren, Ernte- und Spezialmaschinen einrichten und fahren
  • Boden bearbeiten und Saatgut ausbringen
  • Düngung und Pflanzenschutz nach Vorgaben durchführen
  • Ernte organisieren, einbringen und dokumentieren
  • Maschinen warten und Dienstleistungen kalkulieren

Ein Tag als Fachkraft Agrarservice

So läuft dein Tag

Der Tag beginnt oft mit Wetter, Auftrag und Maschinenkontrolle. Du fährst zum Kundenbetrieb, stellst Gerät und Parameter passend zu Boden, Kultur und Arbeitsgang ein und führst die Maßnahme aus. GPS, Lenksysteme und digitale Auftragsdaten helfen bei genauer Arbeit. Nach dem Einsatz reinigst und wartest du die Maschine, dokumentierst Fläche, Mittel und Menge und bereitest den nächsten Auftrag vor. Während Saat und Ernte können die Arbeitstage lang sein.

Maschine abschmieren, Messer prüfen, Technik hochfahren.

5:30 Uhr

Überführung zum Schlag.

Zwanzig Tonnen auf öffentlicher Straße wollen gefahren werden.

6:30 Uhr

Häckseln.

Die Kette aus Häcksler, Abfahrern und Walzenschlepper darf nicht abreißen.

7:00 Uhr

Kurze Pause im Vorgewende, während der nächste Abfahrer kommt.

12:00 Uhr

Störung an der Erntetechnik.

Selbst beheben, sonst steht die ganze Kette.

15:00 Uhr

Nächster Schlag oder Rückfahrt, je nach Wetterbericht.

20:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • In der Saison sind Vierzehn-Stunden-Tage normal, wochenlang und auch am Wochenende.
  • Der Zeitdruck kommt vom Wetter und ist nicht verhandelbar.
  • Große Maschinen auf öffentlichen Straßen zu bewegen ist Verantwortung, jeden Tag.
  • Im Winter wird es ruhig, und in manchen Betrieben heißt das Kurzarbeit.

Besser als sein Ruf

  • Du fährst Technik, die ein einzelner Landwirt sich nie leisten könnte.
  • Der Verdienst liegt in der Saison deutlich über dem vieler grüner Berufe.
  • Lohnunternehmen suchen dringend Fahrer und binden gute Leute langfristig.
  • Precision Farming macht aus dem Fahren eine Dienstleistung mit Daten und Beratung.

Passt zu dir, wenn …

  • du große Maschinen und Landwirtschaft magst
  • du draußen und saisonal flexibel arbeiten kannst
  • du Technik, Pflanzen und genaue Dokumentation verbindest
  • du Verantwortung für teure Maschinen und Umweltregeln übernimmst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr mind. 724 €
  • 2. Ausbildungsjahr mind. 854 €
  • 3. Ausbildungsjahr mind. 977 €

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Tarifverträge und betriebliche Regelungen können deutlich höhere Beträge vorsehen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Landwirtschaft
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Werken/Technik, Biologie, Mathematik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Pflanzenbestände und Böden beurteilen
  • Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz durchführen
  • Ernteverfahren planen und umsetzen
  • Landmaschinen und digitale Lenksysteme bedienen
  • Maschinen warten, reparieren und sicher transportieren
  • Landschaftspflegearbeiten durchführen
  • Dienstleistungen kalkulieren und mit Kunden abstimmen

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Betrieb und Region bestimmen Kulturen, Maschinenpark und Anteil von Landschaftspflege.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Maschinenführung und ErnteketteHäcksler, Mähdrescher, Selbstfahrer: Wer die großen Maschinen sicher fährt und einstellt, ist in der Saison unbezahlbar.
  • Meister/in oder Techniker/inÜber die Fortbildung kommst du in Einsatzplanung, Kundenbetreuung und Betriebsleitung eines Lohnunternehmens.
  • Precision FarmingSatellitenlenkung, Ertragskartierung, teilflächenspezifische Ausbringung: Wer die Technik beherrscht, verkauft eine Dienstleistung und nicht nur Maschinenstunden.
  • Eigenes LohnunternehmenDer Kapitalbedarf ist hoch, der Markt aber stabil: Immer mehr Betriebe geben Arbeiten ab, statt selbst zu investieren.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.700–3.200 € brutto im Monat
  • Mit Meister oder als Maschinenführer in der Erntekette ca. 3.400–4.400 € brutto im Monat

Die Saison macht den Unterschied: Überstunden und Zuschläge sind im Sommer erheblich, im Winter fällt beides weg. Frag im Bewerbungsgespräch nach Überstunden- und Winterregelung.

Wusstest du?

Beim Silomais hängt alles an der Kette: Häcksler, Abfahrer und Verdichter müssen im Takt bleiben. Steht ein Glied, steht die ganze Ernte, und das Erntefenster ist nur wenige Tage breit.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Fachkraft Agrarservice?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb meist zwischen rund 720 und 1.050 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst über dem vieler grüner Berufe, weil in der Saison viele Stunden anfallen und vergütet werden.

Was macht eine Fachkraft Agrarservice?

Du erbringst landwirtschaftliche Dienstleistungen für fremde Betriebe: säen, düngen, Pflanzenschutz fahren, ernten, Silage bergen, Gülle ausbringen und die Maschinen dafür warten und einstellen.

Was ist der Unterschied zum Landwirt?

Der Landwirt bewirtschaftet einen Betrieb. Du arbeitest für viele Betriebe, mit größerer Technik und ohne Tiere. Dafür mit engen Zeitfenstern und Kundschaft.

Wie lang sind die Tage in der Saison?

Lang. Wenn das Wetter passt, wird gefahren, bis die Fläche fertig ist. Dafür ist im Winter deutlich weniger los.

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