Berufsfeld Elektro · Duale Ausbildung
Elektroniker/in – Maschinen und Antriebstechnik (BBiG)
- 3,5 Jahre
- ca. 1.304–1.373 € im 1. Jahr
- Meist mittlerer Abschluss
3,5 Jahre
Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule
ab 1.304 €
Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif
Abschlussprüfung
Abschluss vor der zuständigen Kammer
Dein Job
Was du machst
Du arbeitest bei Herstellern elektrischer Maschinen, Antriebstechnik, Generatoren, Windenergieanlagen, Schienenfahrzeugen oder industriellen Instandhaltungsbetrieben. Arbeitsorte sind Fertigung, Prüffeld und Kundenanlage.
- elektrische Maschinen und Antriebssysteme nach Unterlagen fertigen
- Wicklungen herstellen, einbauen und elektrisch prüfen
- Motoren, Generatoren, Umrichter und Steuerungen montieren
- Antriebe parametrieren und in industrielle Systeme integrieren
- Messungen, Schutz- und Funktionsprüfungen durchführen
- Störungen diagnostizieren und Maschinen instand setzen
Ein Tag als Elektroniker/in – Maschinen und Antriebstechnik (BBiG)
So läuft dein Tag
Du prüfst Fertigungsauftrag, Zeichnung und Material und bearbeitest mechanische und elektrische Komponenten. Bei einer Wicklung formst und isolierst du Leiter, baust sie ein und stellst die Anschlüsse her. Anschließend wird die Maschine montiert und ausgerichtet. Bei der Inbetriebnahme parametrierst du Umrichter oder Steuerung, misst elektrische Werte und prüfst Drehzahl, Temperatur und Schutzfunktionen. Bei einer Störung vergleichst du Messwerte und Schaltplan und zerlegst die Maschine nur so weit wie nötig.
Ein defekter Motor kommt an.
Zerlegen, Schaden aufnehmen, Wicklung beurteilen.
Alte Wicklung ausbauen und Blechpaket reinigen.
Schmutzige, notwendige Arbeit.
Neu wickeln nach Wickelschema.
Windungszahl und Schaltung müssen exakt stimmen.
Imprägnieren und trocknen.
Die Aushärtezeit bestimmt den weiteren Ablauf.
Prüffeld: Isolationswiderstand, Leerlauf, Kurzschluss, Schwingungen messen.
Prüfprotokoll schreiben und den Motor für den Versand vorbereiten.
Klartext
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Die Arbeit ist schmutzig und schwer. Motoren wiegen, und Blechpakete sind sperrig.
- Imprägnierharze und Lösungsmittel riechen, und Absaugung ist Pflicht.
- Wickeln verlangt Geduld und Genauigkeit über Stunden.
- Der Beruf ist unbekannt, und du wirst ihn oft erklären müssen.
Besser als sein Ruf
- Die Ausbildungsvergütung gehört zu den höchsten überhaupt.
- Du beherrschst eine Fachkunst, die immer weniger können, und das sichert die Stelle.
- Windkraft, Bahn und Industrie halten den Bedarf an Instandsetzung hoch.
- Du siehst am Ende einen Motor laufen, der als Schrott angeliefert wurde.
Passt zu dir, wenn …
- du Elektrotechnik und Mechanik verbinden möchtest
- du Motoren und Generatoren technisch spannend findest
- du bei Wicklungen, Messungen und Ausrichtung genau bleibst
- du industrielle Fertigung und Instandhaltung magst
Gehalt und Ausbildung
Was du verdienst
Vergütung pro Monat
- 1. Ausbildungsjahr ca. 1.304–1.373 €
- 2. Ausbildungsjahr ca. 1.378–1.408 €
- 3. Ausbildungsjahr ca. 1.443–1.489 €
- 4. Ausbildungsjahr ca. 1.478–1.563 €
Regionale Tarifbeispiele der Metall- und Elektroindustrie ab April 2026, brutto pro Monat
Tarifgebiet, Branche und Ausbildungsbetrieb bestimmen die genaue Vergütung.
Ausbildung im Überblick
- Art Duale Ausbildung in der Industrie nach BBiG
- Dauer 3,5 Jahre
- Lernorte Unternehmen und Berufsschule
- Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
- Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss
Gut zu wissen
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Physik, Mathematik, Werken/Technik.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.
Was du lernst
- elektrische Maschinen und Antriebe aufbauen
- Wicklungen herstellen, isolieren und prüfen
- mechanische und elektrische Komponenten montieren
- Leistungselektronik, Umrichter und Steuerungen parametrieren
- Maschinen ausrichten und in Anlagen integrieren
- Mess-, Schutz- und Funktionsprüfungen durchführen
- Antriebe warten, reparieren und digital dokumentieren
Zukunft
Das kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
Viele Wege nach oben
- Wickeltechnik und MotorenbauMotoren und Generatoren neu wickeln ist eine Fachkunst, die nur wenige beherrschen. Wer sie kann, arbeitet in Betrieben, die es in jeder Region nur einmal gibt.
- Instandsetzung großer AntriebeGeneratoren, Windkraftantriebe, Bahnmotoren: Reparatur statt Austausch, oft vor Ort und mit hohem Auftragswert.
- Industriemeister/in Elektrotechnik oder Techniker/inBeide Wege führen in Planung, Prüffeld und Führung.
- Prüffeld und DiagnoseMotoren vor der Auslieferung prüfen und Fehlerursachen bestimmen. Messtechnik auf hohem Niveau.
Nach der Ausbildung
- Einstieg ca. 3.100–3.700 € brutto im Monat
- Mit Meister, Techniker oder im Außendienst ca. 4.200–5.400 € brutto im Monat
Die Elektroindustrie zahlt nach Flächentarif. Wer zu Instandsetzungen vor Ort fährt, bekommt Auslösen und Reisezeiten zusätzlich. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Montageanteil.
Wusstest du?
Ein Großmotor wird nicht ersetzt, sondern neu gewickelt. Die Wicklung wird dabei nach Schema von Hand eingelegt, und Windungszahl und Schaltung entscheiden über Drehzahl und Drehmoment.
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Häufige Fragen
Was alle wissen wollen
Wie viel verdient man als Elektroniker/in für Maschinen und Antriebstechnik?
In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Industriebetrieben zwischen rund 1.300 und 1.370 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg deutlich über dem Durchschnitt.
Was macht ein/e Elektroniker/in für Maschinen und Antriebstechnik?
Du baust, wickelst, prüfst und setzt elektrische Maschinen instand: Motoren, Generatoren, Transformatoren. Dazu kommen Antriebsregelung, Messtechnik und Inbetriebnahme.
Was ist der Unterschied zur Version nach Handwerksordnung?
Der Inhalt ist weitgehend derselbe. Der Unterschied liegt in der Zuständigkeit: Industrie- und Handelskammer gegenüber Handwerkskammer, und damit im Ausbildungsbetrieb und im Meisterweg.
Ist Wickeln noch üblich?
Ja. Große Motoren werden nicht getauscht, sondern instand gesetzt, und dazu gehört das Neuwickeln. Für kleine Serienmotoren lohnt es sich nicht mehr.
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