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Berufsfeld Elektro · Duale Ausbildung

Elektroniker/in (Handwerk)

Du installierst, vernetzt und wartest elektrische Systeme in Gebäuden oder technischen Anlagen. Je nach Fachrichtung arbeitest du stärker an Energie- und Gebäudetechnik oder an Automatisierungs- und Systemtechnik. Neben Handwerk gehören digitale Steuerungen, Fehlersuche und Kundenberatung dazu.
  • 3,5 Jahre
  • ca. 900–930 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss
Dauer 3,5 Jahre

3,5 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 900 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Elektroinstallations-, Gebäude-, Energie-, Automatisierungs- oder Systemtechnikbetrieben. Arbeitsorte sind Werkstatt, Baustelle, Wohn- und Gewerbegebäude, technische Anlagen und Kundendienst.

  • Kundenanforderungen aufnehmen und elektrische Systeme planen
  • Leitungen, Verteilungen, Geräte, Sensoren und Steuerungen installieren
  • Gebäude-, Energie-, Kommunikations- oder Automatisierungssysteme vernetzen
  • Software, Parameter und Funktionen einstellen
  • Messungen und Sicherheitsprüfungen durchführen
  • Störungen beheben, Anlagen warten und Kunden in die Bedienung einweisen

Ein Tag als Elektroniker/in (Handwerk)

So läuft dein Tag

Du startest im Betrieb oder direkt beim Kunden und prüfst Auftrag, Plan und Material. Dann verlegst du Leitungen, montierst Verteilungen, Sensoren oder Geräte und stellst Verbindungen her. Je nach Fachrichtung geht es um Gebäudeenergie, Beleuchtung, Sicherheit, Bussysteme oder Automatisierung. Nach der Montage misst und prüfst du die Anlage und konfigurierst Funktionen per Software. Bei einer Störung vergleichst du Schaltplan, Messwerte und Systemmeldungen. Zum Schluss dokumentierst du die Arbeit und erklärst dem Kunden die Bedienung.

Material laden und zur Baustelle fahren.

Was du vergisst, holst du nicht nach.

7:00 Uhr

Rohinstallation im Neubau: Dosen setzen, Leitungen ziehen, Verteiler vorbereiten.

8:00 Uhr

Kundendienst dazwischen: Ein Fehlerstromschutzschalter löst aus, und niemand weiß warum.

11:00 Uhr

Photovoltaikanlage: Module anschließen, Wechselrichter setzen, Messkonzept prüfen.

13:30 Uhr

Prüfen und Messen nach Vorschrift, Protokoll ausfüllen.

15:30 Uhr

Baustelle aufräumen und den nächsten Tag vorbereiten.

16:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Baustelle heißt Staub, Kälte und selten ein fertiger Untergrund.
  • Du fährst viel, und die Fahrzeit ist nicht überall Arbeitszeit.
  • Termindruck ist im Handwerk dauerhaft: Der nächste Kunde wartet schon.
  • Arbeiten unter Spannung sind gefährlich, und Nachlässigkeit hat Folgen.

Besser als sein Ruf

  • Elektrofachkräfte werden händeringend gesucht. Eine Stelle zu finden ist nie das Problem.
  • Photovoltaik, Speicher und Ladetechnik sorgen für Auftragsbücher, die auf Jahre voll sind.
  • Der Meisterbrief ist ein realistischer Weg in die Selbstständigkeit mit echtem Markt.
  • Du siehst am Ende ein Haus, in dem das Licht angeht, weil du es angeschlossen hast.

Passt zu dir, wenn …

  • du Handwerk, Elektrik und digitale Systeme verbinden möchtest
  • du gerne Probleme suchst und nicht nur Bauteile austauschst
  • du bei Kunden freundlich und verständlich auftreten kannst
  • du Sicherheitsregeln und Messungen sehr genau nimmst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr ca. 900–930 €
  • 2. Ausbildungsjahr ca. 1.000–1.010 €
  • 3. Ausbildungsjahr ca. 1.100–1.155 €
  • 4. Ausbildungsjahr ca. 1.200–1.220 €

Regionale Tarifbeispiele des Elektrohandwerks, brutto pro Monat

Die Beispiele stammen aus Niedersachsen und Hessen. Region, Innung und Betrieb bestimmen die genaue Vergütung.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung im Elektrohandwerk
  • Dauer 3,5 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Handwerksbetriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Physik, Mathematik, Werken/Technik und Informatik helfen dir besonders.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Ein Praktikum, handwerkliches Geschick, Zuverlässigkeit und Freude an Fehlersuche können stärker zählen als einzelne Noten.

Was du lernst

  • elektrische Anlagen planen und Kunden beraten
  • Leitungen, Geräte, Verteilungen und Netzwerke installieren
  • Mess-, Schutz- und Sicherheitstechnik anwenden
  • Steuerungen, Bussysteme und digitale Komponenten konfigurieren
  • Energieeffizienz und erneuerbare Systeme berücksichtigen
  • Fehler systematisch suchen und Anlagen instand setzen
  • eine der beiden Fachrichtungen vertiefen

Fachrichtungen

Automatisierungs- und Systemtechnik konzentriert sich stärker auf programmierbare, vernetzte und automatisierte Systeme. Energie- und Gebäudetechnik vertieft Stromversorgung, Gebäudefunktionen, Sicherheit, Kommunikation und Energieeffizienz.

– Automatisierungs- und Systemtechnik

– Energie- und Gebäudetechnik

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Meister/in im Elektrotechniker-HandwerkDas Handwerk ist meisterpflichtig. Mit dem Meisterbrief führst du einen Betrieb, bildest aus und darfst Anlagen abnehmen und eintragen lassen.
  • Photovoltaik, Speicher und WärmepumpenDas Feld mit der größten Nachfrage. Wer Anlagen planen, montieren und anmelden kann, hat auf Jahre volle Auftragsbücher.
  • LadeinfrastrukturWallboxen und Ladeparks brauchen Anmeldung beim Netzbetreiber, Lastmanagement und Messkonzept. Eine eigene Spezialisierung.
  • Gebäudeautomation und Smart HomeKNX und vergleichbare Systeme planen und programmieren. Wer das beherrscht, arbeitet an den hochwertigen Aufträgen.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.700–3.200 € brutto im Monat
  • Mit Meisterbrief oder Spezialisierung ca. 3.600–4.800 € brutto im Monat

Der Unterschied zwischen tarifgebundenem und nicht gebundenem Betrieb ist groß, und Photovoltaikbetriebe zahlen derzeit über dem Durchschnitt. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Montagezulagen.

Wusstest du?

Wer im Elektrohandwerk selbstständig arbeiten will, muss in das Installateurverzeichnis des Netzbetreibers eingetragen sein. Ohne diesen Eintrag darf niemand Anlagen ans öffentliche Netz anschließen.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Elektroniker/in im Handwerk?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Bundesland und Tarifbindung meist zwischen rund 900 und 1.100 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg unter dem in der Industrie, mit dem Meisterbrief steigt er deutlich.

Welche Fachrichtungen gibt es bei Elektroniker/in im Handwerk?

Drei: Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungs- und Systemtechnik sowie Informations- und Telekommunikationstechnik. Der Betrieb legt sie mit dem Vertrag fest.

Was ist der Unterschied zur Industrie?

Im Handwerk arbeitest du beim Kunden, in Gebäuden und auf Baustellen, mit wechselnden Orten und direktem Kundenkontakt. In der Industrie bleibst du im Werk.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich.

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