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Berufsfeld Metall & Maschinenbau · Duale Ausbildung

Chirurgiemechaniker/in

Du stellst chirurgische Instrumente, medizinische Geräte und einzelne Implantatbauteile her. Dafür bearbeitest du Metall und weitere Werkstoffe auf sehr kleine Toleranzen, montierst Mechaniken und kontrollierst Funktion und Oberfläche. Präzision ist hier kein Extra, sondern Voraussetzung.
  • 3,5 Jahre
  • ab 724 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Abschluss
Dauer 3,5 Jahre
Arbeitssituation im Beruf Chirurgiemechaniker/in

3,5 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 724 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Gesellenprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Betrieben der chirurgischen und medizintechnischen Instrumentenherstellung, in spezialisierten Reparaturwerkstätten oder bei Herstellern feinmechanischer Medizinprodukte. Der Arbeitsplatz liegt in Werkstatt, Fertigung und Qualitätssicherung.

  • technische Zeichnungen und Fertigungsunterlagen auswerten
  • Metall und weitere Werkstoffe sägen, feilen, bohren, drehen und fräsen
  • Instrumententeile schleifen, polieren und oberflächenbehandeln
  • feine Baugruppen, Gelenke und Mechaniken montieren
  • chirurgische Instrumente und Geräte prüfen, warten und reparieren
  • Maße, Funktion, Oberflächen und Qualität dokumentieren

Ein Tag als Chirurgiemechaniker/in

So läuft dein Tag

Du prüfst Zeichnung, Material und Maßvorgaben. Danach bearbeitest du ein kleines Metallteil mit Handwerkzeugen oder Präzisionsmaschinen. Zwischendurch misst du immer wieder nach, denn wenige Hundertstel Millimeter können für Passung und Funktion entscheidend sein. Nach der Oberflächenbearbeitung montierst du Bauteile zu einem Instrument und testest Beweglichkeit, Schließkraft oder weitere vorgegebene Funktionen. Bei Reparaturen untersuchst du Verschleiß und ersetzt oder bearbeitest beschädigte Teile.

Zeichnung prüfen: Werkstoff, Härte, Toleranzen.

7:00 Uhr

Rohteile fräsen und drehen, Maße laufend messen.

8:00 Uhr

Härten und Anlassen, Härteprüfung durchführen.

10:30 Uhr

Schneiden schleifen und Gelenke einpassen.

12:30 Uhr

Instrument prüfen: Gängigkeit, Schnitthaltigkeit, Oberfläche.

14:30 Uhr

Dokumentation abschließen, in der Medizintechnik Pflicht.

16:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Höchste Genauigkeit; Instrumente werden am Menschen benutzt.
  • Umfangreiche Dokumentation für jedes Bauteil.
  • Regional stark konzentriert; oft ist ein Umzug nötig.
  • Schleifstaub und Kühlmittel gehören zum Arbeitsplatz.

Besser als sein Ruf

  • Deine Arbeit hilft bei Operationen. Der Nutzen ist unmittelbar.
  • Medizintechnik ist eine wachsende, krisenfeste Branche.
  • Sehr gute Bezahlung für ein feinmechanisches Handwerk.
  • Ein seltener Abschluss mit ausgezeichneten Übernahmechancen.

Passt zu dir, wenn …

  • du sehr feines Metallhandwerk und Technik magst
  • du über lange Zeit konzentriert und millimetergenau arbeiten kannst
  • du moderne Maschinen und manuelle Fertigung verbinden möchtest
  • du Verantwortung für medizinisch eingesetzte Produkte ernst nimmst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr mind. 724 €
  • 2. Ausbildungsjahr mind. 854 €
  • 3. Ausbildungsjahr mind. 977 €
  • 4. Ausbildungsjahr mind. 1.014 €

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Tarifgebundene Metall- oder Medizintechnikunternehmen können deutlich höhere Vergütungen zahlen. Der konkrete Ausbildungsbetrieb ist deshalb besonders wichtig.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung im Handwerk
  • Dauer 3,5 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Gesellenprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Viele Betriebe achten auf einen mittleren Abschluss. Werken/Technik, Mathematik und Physik helfen dir bei Zeichnungen, Toleranzen, Werkstoffen und Mechanik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Ruhige Hände, ein Praktikum, technisches Verständnis und sehr sorgfältiges Arbeiten können besonders überzeugen.

Was du lernst

  • technische Zeichnungen, Normen und Fertigungspläne nutzen
  • Metalle und weitere Werkstoffe manuell und maschinell bearbeiten
  • CNC- und konventionelle Präzisionsmaschinen einrichten
  • chirurgische Instrumente, Geräte und Bauteile montieren
  • Oberflächen schleifen, polieren, härten und behandeln
  • Mess- und Prüfmittel einsetzen und Funktionen kontrollieren
  • medizinische Qualitäts-, Hygiene- und Dokumentationsanforderungen beachten

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Betriebe können sich auf bestimmte Instrumentengruppen, Implantatbauteile, CNC-Fertigung, Oberflächen oder Reparaturen spezialisieren.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Meister/in im ChirurgiemechanikerhandwerkDer Meisterbrief führt zur Werkstattleitung oder zum eigenen Betrieb.
  • InstrumentenaufbereitungInstrumente prüfen, instand setzen und wieder freigeben ist ein eigener Bereich mit Nachweisen.
  • ImplantatfertigungMedizintechnische Bauteile herzustellen verlangt höchste Genauigkeit und Dokumentation.
  • Techniker für MedizintechnikÜber die Fachschule geht es in Entwicklung und Qualitätssicherung.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.800–3.300 € brutto im Monat
  • In der Implantatfertigung oder mit Meisterbrief ca. 3.600–4.800 € brutto im Monat

Die Medizintechnik zahlt überdurchschnittlich und sucht Fachkräfte. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung.

Wusstest du?

Chirurgische Scheren werden am Ende von Hand eingestellt: Zwei Blätter müssen über die gesamte Länge mit gleichmäßigem Druck aneinander vorbeigleiten. Diese Feinarbeit macht bis heute ein Mensch, keine Maschine bekommt sie zuverlässig hin.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Chirurgiemechaniker/in?

Du fertigst und reparierst medizinische Instrumente: Rohteile zerspanen, härten und schleifen, Schneiden und Gelenke einstellen, Oberflächen behandeln, Instrumente prüfen und instand setzen.

Wie viel verdient man als Chirurgiemechaniker/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung bei mindestens rund 724 € im ersten Jahr, in tarifgebundenen Betrieben deutlich darüber. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich der Feinmechanik.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Dreieinhalb Jahre.

Wo lernt man den Beruf?

Vor allem in Tuttlingen und Umgebung, dem Zentrum der deutschen Medizintechnik.

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