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Berufsfeld Holz · Duale Ausbildung

Böttcher/in

Du stellst Fässer, Bottiche und weitere Behälter her – vor allem aus Holz. Dafür bearbeitest und biegst du einzelne Dauben, setzt Böden ein und spannst Metallreifen darum. Das Ergebnis muss stabil, dicht und passend für Wein, Bier oder andere Produkte sein.
  • 3 Jahre
  • ab 724 € im 1. Jahr
  • Häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 724 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Gesellenprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Böttchereien, Küfereien und Büttnereien sowie bei Betrieben der Weinbau-, Kelter-, Brauerei- oder Getränketechnik. Der Hauptarbeitsplatz ist die Werkstatt.

  • Holzarten auswählen, lagern und auf Fehler prüfen
  • Dauben zuschneiden, hobeln und passgenau formen
  • Holz mit Wärme und Feuchtigkeit biegen
  • Fässer und weitere Behälter mit Böden und Metallreifen zusammensetzen
  • Innenflächen behandeln, Behälter prüfen und gegebenenfalls toasten
  • alte Fässer reparieren und Kunden zu Nutzung und Pflege beraten

Ein Tag als Böttcher/in

So läuft dein Tag

Du prüfst Auftrag, Maße und Holz. Aus getrockneten Brettern sägst und hobelst du Dauben, deren Kanten exakt zueinanderpassen müssen. Anschließend erwärmst und befeuchtest du das Holz, ziehst die Dauben langsam in Form und setzt die ersten Reifen. Dann werden die Böden eingepasst, weitere Reifen aufgezogen und die Oberfläche bearbeitet. Bei Weinfässern kann die Innenseite durch kontrollierte Hitze getoastet werden. Zum Schluss prüfst du Dichtheit und Form oder reparierst ältere Behälter.

Holzlager.

Du suchst Dauben aus, prüfst Maserung und Trocknungsgrad und legst die Charge zusammen.

7:00 Uhr

Dauben zurichten: hobeln, auf Fuge arbeiten, an den Enden verjüngen.

8:30 Uhr

Aufstellen und Reifen auftreiben.

Ab jetzt hält das Fass sich selbst zusammen.

10:30 Uhr

Über Feuer biegen und toasten.

Wie stark getoastet wird, entscheidet später den Geschmack im Wein.

12:00 Uhr

Böden einsetzen und Dichtigkeit prüfen.

Ein Fass, das tropft, ist kein Fass.

14:00 Uhr

Reparatur eines alten Barriquefasses vom Weingut.

Einzelne Dauben tauschen, Reifen nachziehen.

15:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Es gibt bundesweit sehr wenige Ausbildungsbetriebe. Der Weg dorthin ist für die meisten ein Umzug.
  • Die Arbeit ist körperlich: Reifen treiben, Fässer wenden, Holz schleppen.
  • Feuer, Dampf und Hitze beim Biegen. Im Sommer ist die Werkstatt kein angenehmer Ort.
  • Ein Beruf mit so wenigen Stellen bietet wenig Auswahl, wenn du den Arbeitgeber wechseln willst.

Besser als sein Ruf

  • Du beherrschst am Ende etwas, das kaum jemand kann. Das ist eine Position, die kein Zeugnis ersetzt.
  • Wein- und Whiskybetriebe zahlen für gute Fässer, und sie suchen Leute, die sie bauen und reparieren.
  • Die Arbeit ist vom ersten Tag an handwerklich und nicht am Bildschirm.
  • Weil du fast immer ein ganzes Fass baust, siehst du jeden Tag ein fertiges Ergebnis.

Passt zu dir, wenn …

  • du traditionelles Handwerk und moderne Maschinen verbinden möchtest
  • du Holz genau bearbeiten und räumlich denken kannst
  • du körperlich mit anpackst und trotzdem geduldig bleibst
  • du einen seltenen Beruf mit individuellen Produkten suchst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr mind. 724 €
  • 2. Ausbildungsjahr mind. 854 €
  • 3. Ausbildungsjahr mind. 977 €

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Für das seltene Handwerk gibt es keine einheitliche bundesweite Tarifvergütung. Betriebe können oberhalb der gesetzlichen Mindestwerte zahlen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung im Handwerk
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Gesellenprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Werken/Technik und Mathematik helfen dir bei Holzarbeit, Form und Volumen. Noch wichtiger sind räumliches Denken, Genauigkeit und ein gutes Gefühl für natürliche Werkstoffe.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Der Beruf ist selten – ein Praktikum und die Bereitschaft, auch überregional nach einem Ausbildungsbetrieb zu suchen, sind sinnvoll.

Was du lernst

  • Holz und weitere Werkstoffe auswählen und lagern
  • Dauben, Böden und Reifen nach Zeichnungen herstellen
  • Holz sägen, hobeln, fräsen, schleifen und biegen
  • Behälter zusammensetzen, abdichten und Oberflächen behandeln
  • Fassungsvermögen und Maße berechnen
  • Maschinen, Werkzeuge und Wärmeverfahren sicher einsetzen
  • Behälter prüfen, reparieren und Kunden beraten

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Je nach Betrieb liegt der Schwerpunkt auf Wein- und Spirituosenfässern, Bierfässern, Großbehältern, Ziergefäßen oder Reparaturen.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Meister/in im BöttcherhandwerkMit Berufserfahrung kannst du die Meisterprüfung ablegen, ausbilden und einen eigenen Betrieb führen. Weil es so wenige Böttcher gibt, ist ein Meisterbrief hier auch ein Alleinstellungsmerkmal.
  • Fassbau für Wein, Whisky und BierBarriquefässer für Weingüter und Brennereien sind das größte Feld. Wer Holzauswahl, Toasting und Dichtigkeit beherrscht, arbeitet für Kundschaft, die genau hinschaut.
  • Reparatur und Wartung von HolzfässernFässer laufen über Jahrzehnte und müssen instand gehalten werden. Der Servicemarkt ist kleiner, aber verlässlich, und er bringt dich zu Weingütern und Brauereien.
  • Eigene WerkstattDer Beruf ist selten, die Nachfrage aus dem Wein- und Spirituosenbereich stabil. Wer sich selbstständig macht, arbeitet meist regional für einen festen Kreis von Betrieben.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.300–2.700 € brutto im Monat

Belastbare Zahlen sind hier schwer zu bekommen, weil es bundesweit nur eine Handvoll Betriebe gibt und kaum einer tarifgebunden ist. Die Spanne orientiert sich an vergleichbaren kleinen Handwerksberufen. Frag im Bewerbungsgespräch konkret nach.

Wusstest du?

Ein Holzfass hält ohne Leim und ohne Schrauben zusammen. Die Dauben werden allein durch die aufgetriebenen Reifen und den Quelldruck des Holzes gedichtet.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Böttcher/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb meist zwischen rund 720 und 1.000 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Rahmen anderer kleiner Handwerksberufe; belastbare Durchschnittswerte gibt es kaum, weil der Beruf so selten ist.

Wo kann man als Böttcher/in überhaupt ausgebildet werden?

In sehr wenigen Betrieben, meist in Weinbauregionen und bei Küfereien. Wer diesen Beruf lernen will, muss mit Umzug oder langer Anfahrt rechnen.

Was macht ein/e Böttcher/in genau?

Du baust Fässer, Bottiche und Zuber aus Holz: Dauben zuschneiden und biegen, Reifen treiben, Böden einsetzen, dicht bekommen. Dazu kommt die Reparatur alter Fässer.

Ist der Beruf ausgestorben?

Nein, aber sehr klein. Der Wein- und Whiskymarkt hält die Nachfrage nach Holzfässern aufrecht, und dafür braucht es Leute, die sie bauen können.

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