Berufsfeld Ausbau & Gebäudetechnik · Duale Ausbildung
Schornsteinfeger/in
- 3 Jahre
- ca. 902 € im 1. Jahr
- Häufig mittlerer Abschluss
3 Jahre
Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule
ab 902 €
Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif
Gesellenprüfung
Abschluss vor der zuständigen Kammer
Dein Job
Was du machst
Du arbeitest in Schornsteinfegerbetrieben und an wechselnden Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden, häufig auf Dächern und in Heizräumen.
- Feuerungsanlagen und Abgaswege prüfen
- Schornsteine und Verbindungsstücke reinigen
- Abgas-, CO- und Feuchtemessungen durchführen
- Brandschutzabstände und Betriebsbedingungen kontrollieren
- Mess- und Prüfergebnisse dokumentieren
- Eigentümer zu Sicherheit und Energie beraten
Ein Tag als Schornsteinfeger/in
So läuft dein Tag
Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Feuerungsanlagen und Abgaswege prüfen; Schornsteine und Verbindungsstücke reinigen; Abgas-, CO- und Feuchtemessungen durchführen. Später kommen hinzu: Brandschutzabstände und Betriebsbedingungen kontrollieren; Mess- und Prüfergebnisse dokumentieren; Eigentümer zu Sicherheit und Energie beraten. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.
Tourenplanung: zwölf Adressen, enge Zeitfenster.
Erste Kehrung, Zugang über das Dach, Absturzsicherung anlegen.
Abgasmessung an einer Gastherme, Werte protokollieren.
Feuerstättenschau: Anlage aufnehmen, Mängel notieren, Bescheid erklären.
Neue Feuerstätte abnehmen und freigeben.
Protokolle abschließen, Termine für die nächste Woche bestätigen.
Klartext
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Ruß und Staub sind der Arbeitsplatz, auch mit guter Ausrüstung.
- Arbeit auf Dächern und Leitern, bei jedem Wetter.
- Du bringst manchmal Bescheide, über die sich niemand freut.
- Viele kurze Termine hintereinander, das taktet den ganzen Tag.
Besser als sein Ruf
- Ein sicherer Beruf mit hoheitlichen Aufgaben und geregeltem Tarif.
- Sehr viel Kundenkontakt und Eigenverantwortung ab dem ersten Jahr.
- Energieberatung macht den Beruf zukunftsfest.
- Der Weg zum eigenen Kehrbezirk ist klar beschrieben.
Passt zu dir, wenn …
- du Technik, Brandschutz und Kundenkontakt verbinden möchtest
- du höhentauglich und körperlich belastbar bist
- du Messwerte und Vorschriften sehr genau behandelst
- du selbstständig an wechselnden Gebäuden arbeiten kannst
Gehalt und Ausbildung
Was du verdienst
Vergütung pro Monat
- 1. Ausbildungsjahr 902 €
- 2. Ausbildungsjahr 1.003 €
- 3. Ausbildungsjahr 1.102 €
Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026
Region, Tarifbindung und Betrieb können abweichen.
Ausbildung im Überblick
- Art Duale Ausbildung im Schornsteinfeger-Handwerk
- Dauer 3 Jahre
- Lernorte Unternehmen und Berufsschule
- Prüfung Gesellenprüfung vor der Kammer
- Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss
Gut zu wissen
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Physik, Chemie, Werken/Technik, Mathematik.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.
Was du lernst
- Verbrennung, Abgas und Feuerungstechnik verstehen
- Kehr- und Reinigungsverfahren anwenden
- Messgeräte sicher einsetzen
- Brandschutz und Baurecht beachten
- Energieeffizienz und Umweltschutz beurteilen
- Prüfergebnisse digital dokumentieren
- Kunden beraten und Mängel erklären
Monoberuf
Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Region und Betrieb prägen Gebäudetypen, Feuerungsanlagen, Energieberatung und Messaufgaben.
Zukunft
Das kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
Viele Wege nach oben
- Meisterprüfung und bevollmächtigter BezirksschornsteinfegerMit dem Meisterbrief kannst du dich um einen Kehrbezirk bewerben. Das ist eine hoheitliche Aufgabe mit eigener Verantwortung.
- EnergieberatungSchornsteinfeger beraten zu Heizung und Gebäudehülle. Eine Fortbildung, die zum zweiten Standbein wird.
- Messtechnik und ImmissionsschutzAbgasmessungen und Prüfungen sind ein Fachgebiet mit Nachweisen und regelmäßiger Schulung.
- Eigener Betrieb im freien WettbewerbKehrarbeiten sind seit der Marktöffnung frei vergeben. Wer gut ist, baut sich Kundschaft über den Bezirk hinaus auf.
Nach der Ausbildung
- Einstieg ca. 2.600–3.100 € brutto im Monat
- Als Meister oder bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger ca. 3.500–5.000 € brutto im Monat
Es gilt der Tarifvertrag des Schornsteinfegerhandwerks. Wer einen Kehrbezirk führt, arbeitet selbstständig, und der Verdienst hängt an der Größe des Bezirks.
Wusstest du?
Die Feuerstättenschau ist eine hoheitliche Aufgabe: Der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger darf Wohnungen betreten und Bescheide erlassen. Eine der wenigen Stellen, an denen ein Handwerksbetrieb im Auftrag des Staates handelt.
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Häufige Fragen
Was alle wissen wollen
Was macht ein/e Schornsteinfeger/in?
Du prüfst und reinigst Feuerungsanlagen: Schornsteine kehren, Abgaswege kontrollieren, Abgasmessungen durchführen, Anlagen abnehmen und zur Sicherheit und Energieeinsparung beraten.
Wie viel verdient man als Schornsteinfeger/in?
In der Ausbildung liegt die tarifliche Vergütung bei rund 902 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung ist der Verdienst tariflich geregelt; als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger liegt er deutlich darüber.
Gibt es den Beruf noch, wenn immer weniger geheizt wird?
Ja. Auch Wärmepumpen und Lüftungsanlagen brauchen Prüfungen, und Feuerstätten für Holz nehmen eher zu. Dazu kommen Energieberatung und Immissionsschutz.
Wie wird man Bezirksschornsteinfeger?
Über die Meisterprüfung und eine Bewerbung auf einen ausgeschriebenen Kehrbezirk. Die Bestellung gilt befristet und wird neu ausgeschrieben.
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