Berufsfeld Landwirtschaft, Natur & Tiere · Duale Ausbildung
Schädlingsbekämpfer/in
- 3 Jahre
- ca. 724–1.300 € im 1. Jahr
- Häufig mittlerer Abschluss
3 Jahre
Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule
ab 724 €
Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif
Abschlussprüfung
Abschluss vor der zuständigen Kammer
Dein Job
Was du machst
Du arbeitest bei Schädlingsbekämpfungs- und Hygienedienstleistern, Lebensmittelbetrieben, Gesundheits- und Pflanzenschutzstellen oder spezialisierten Herstellern.
- Befallsspuren aufnehmen und Schädlingsart bestimmen
- Ursachen, Zugangswege und Risiken beurteilen
- Bekämpfungs- und Vorbeugungsmaßnahmen planen
- Fallen, Monitoring und zugelassene Mittel einsetzen
- Arbeitsbereiche sichern und Maßnahmen dokumentieren
- Kunden zu Hygiene und baulicher Vorbeugung beraten
Ein Tag als Schädlingsbekämpfer/in
So läuft dein Tag
Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Befallsspuren aufnehmen und Schädlingsart bestimmen; Ursachen, Zugangswege und Risiken beurteilen; Bekämpfungs- und Vorbeugungsmaßnahmen planen. Später kommen hinzu: Fallen, Monitoring und zugelassene Mittel einsetzen; Arbeitsbereiche sichern und Maßnahmen dokumentieren; Kunden zu Hygiene und baulicher Vorbeugung beraten. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.
Auftragsliste und Monitoringdaten durchgehen.
Wo hat sich seit dem letzten Besuch etwas verändert.
Lebensmittelbetrieb: Fallen kontrollieren, Befund aufnehmen, Bericht für das Audit schreiben.
Wohnung mit Bettwanzenbefall.
Erst untersuchen, dann das Verfahren wählen, dann mit den Bewohnern reden.
Hitzebehandlung vorbereiten: Technik aufbauen, Temperaturfühler setzen, Ablauf erklären.
Ursachen dokumentieren: Wo kommt das Tier herein, was muss baulich geändert werden.
Mittelbestand prüfen und Nachweise führen.
Klartext
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Du siehst Wohnungen und Betriebe in einem Zustand, den sonst niemand sieht.
- Der Umgang mit Bioziden verlangt jeden Tag Disziplin und volle Schutzausrüstung.
- Einsätze liegen oft außerhalb der Betriebszeiten, also abends und nachts.
- Der Beruf hat ein Ansehensproblem, und Kunden schämen sich für den Befall. Das musst du auffangen.
Besser als sein Ruf
- Fachkräfte sind knapp, und der Verdienst liegt über dem vieler Handwerksberufe.
- Der Beruf ist fachlich anspruchsvoll: Artbestimmung, Biologie, Recht, Verfahrenstechnik.
- Du löst ein Problem, an dem jemand verzweifelt ist, und das Ergebnis ist eindeutig.
- Lebensmittelbetriebe brauchen dauerhaftes Monitoring; das sind planbare, wiederkehrende Aufträge.
Passt zu dir, wenn …
- du Biologie und praktische Problemlösung verbinden möchtest
- du mit Kunden sachlich über unangenehme Themen sprichst
- du Schutzregeln und Dokumentation ernst nimmst
- du wechselnde Einsatzorte und unregelmäßige Situationen akzeptierst
Gehalt und Ausbildung
Was du verdienst
Vergütung pro Monat
- 1. Ausbildungsjahr 724–1.300 €
- 2. Ausbildungsjahr 854–1.400 €
- 3. Ausbildungsjahr 977–1.500 €
Branchenabhängige Vergütungsspanne 2026, brutto pro Monat
Für den Beruf existiert kein einheitlicher Branchentarif. Maßgeblich sind Wirtschaftszweig, Haustarif und Region; die gesetzliche Untergrenze darf nicht unterschritten werden.
Ausbildung im Überblick
- Art Duale Ausbildung in Dienstleistungsunternehmen
- Dauer 3 Jahre
- Lernorte Unternehmen und Berufsschule
- Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
- Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss
Gut zu wissen
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Biologie, Chemie, Werken/Technik, Deutsch.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.
Was du lernst
- Schädlinge und ihre Lebensweise bestimmen
- Befall und Gesundheitsrisiken bewerten
- integrierte Bekämpfungsmaßnahmen planen
- Gefahrstoffe und Mittel sicher anwenden
- Monitoring und Dokumentation durchführen
- Holz-, Vorrats-, Gesundheits- und Pflanzenschutz berücksichtigen
- Kunden beraten und Prävention entwickeln
Monoberuf
Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Gesundheits-, Vorrats-, Holz-, Bau- und Pflanzenschutz können je nach Betrieb unterschiedlich stark vorkommen.
Zukunft
Das kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
Viele Wege nach oben
- Meister/in im Schädlingsbekämpfer-HandwerkDie Aufstiegsfortbildung des Berufs. Mit dem Meisterbrief führst du einen Betrieb, bildest aus und übernimmst die Sachkundeverantwortung.
- Begasung und VorratsschutzContainer, Silos, Mühlen: Begasungen sind streng geregelt und dürfen nur mit eigenem Befähigungsschein durchgeführt werden. Entsprechend gut bezahlt.
- Lebensmittelbetriebe und MonitoringBäckereien, Molkereien, Lager: Dort wird dauerhaft überwacht statt einmalig bekämpft, mit Prüfplänen und Dokumentation für Audits.
- Eigener BetriebDer Kapitalbedarf ist niedrig, der Bedarf konstant, und viele Betriebe suchen Nachfolger.
Nach der Ausbildung
- Einstieg ca. 2.700–3.200 € brutto im Monat
- Mit Meisterbrief oder Begasungsberechtigung ca. 3.500–4.500 € brutto im Monat
Fachkräfte sind so knapp, dass gute Betriebe über dem Handwerksdurchschnitt zahlen. Rufbereitschaft und Einsätze außerhalb der Öffnungszeiten werden gesondert vergütet. Frag im Bewerbungsgespräch danach.
Wusstest du?
Bettwanzen werden heute meist mit Wärme bekämpft: Der Raum wird über Stunden auf eine Temperatur gebracht, die kein Entwicklungsstadium überlebt. Das braucht Technik und Geduld, aber kein Gift.
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Häufige Fragen
Was alle wissen wollen
Wie viel verdient man als Schädlingsbekämpfer/in?
In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb meist zwischen rund 720 und 1.300 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst über dem vieler Handwerksberufe, weil Fachkräfte knapp sind.
Was macht ein/e Schädlingsbekämpfer/in?
Du stellst Befall fest, bestimmst die Art, wählst das Verfahren und führst es durch: Monitoring, Fallen, Köder, Hitze, Kälte, Begasung. Dazu kommen Beratung, Vorbeugung und lückenlose Dokumentation.
Ist der Beruf gefährlich?
Mit Bioziden wird gearbeitet, und deshalb ist der Sachkundenachweis Pflicht, für Begasungen zusätzlich ein Befähigungsschein. Wer sich an die Vorschriften hält, arbeitet sicher.
Ist das nur Gift spritzen?
Nein, im Gegenteil. Der größte Teil ist Befallsermittlung, Ursachensuche und Vorbeugung; chemische Mittel sind das letzte Verfahren, nicht das erste.
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