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Berufsfeld Textil, Mode & Leder · Duale Ausbildung

Orthopädieschuhmacher/in

Du fertigst orthopädische Maßschuhe, Einlagen und Schuhzurichtungen für Menschen mit Fuß- und Gehproblemen. Handwerk, Anatomie, Beratung und genaue Passform sind gleichermaßen wichtig.
  • 3,5 Jahre
  • ca. 893 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss
Dauer 3,5 Jahre

3,5 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 893 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Gesellenprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in orthopädieschuhtechnischen Werkstätten, Sanitätshäusern, Reha- und Versorgungsbetrieben.

  • Füße und Gangbild erfassen
  • Leisten, Modelle und Maßunterlagen herstellen
  • Einlagen und orthopädische Maßschuhe fertigen
  • Konfektionsschuhe orthopädisch zurichten
  • Materialien kleben, nähen, schleifen und formen
  • Passform prüfen, anpassen und Kunden beraten

Ein Tag als Orthopädieschuhmacher/in

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Füße und Gangbild erfassen; Leisten, Modelle und Maßunterlagen herstellen; Einlagen und orthopädische Maßschuhe fertigen. Später kommen hinzu: Konfektionsschuhe orthopädisch zurichten; Materialien kleben, nähen, schleifen und formen; Passform prüfen, anpassen und Kunden beraten. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Patient mit Verordnung: Fuß begutachten, Abdruck oder Scan nehmen.

8:00 Uhr

Leisten bearbeiten, Korrekturen aufbauen.

9:30 Uhr

Einlagen fräsen, schleifen und beziehen.

11:00 Uhr

Zurichtung an einem Konfektionsschuh: Absatzerhöhung, Abrollhilfe.

13:00 Uhr

Anprobe: Druckstellen prüfen, Gangbild beobachten, nacharbeiten.

15:00 Uhr

Versorgung dokumentieren, Abrechnung für die Kasse vorbereiten.

17:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Staub beim Schleifen und Fräsen, dazu Kleber und Lösemittel.
  • Du arbeitest an Menschen mit Schmerzen und großer Erwartung.
  • Dreieinhalb Jahre sind eine lange Ausbildung.
  • Ohne Meisterbrief bleibt der eigene Betrieb verschlossen.

Besser als sein Ruf

  • Handwerk mit medizinischem Nutzen: Deine Arbeit nimmt Schmerzen.
  • Ein kleiner Beruf mit sehr guter Auftragslage, auch durch die Altersstruktur.
  • Verbindung aus Handarbeit, Messtechnik und Beratung.
  • Der Meisterweg führt in eine wirtschaftlich stabile Selbstständigkeit.

Passt zu dir, wenn …

  • du Gesundheit und Schuhhandwerk verbinden möchtest
  • du empathisch mit Menschen und Beschwerden umgehst
  • du sehr genau auf Passform und Druckstellen achtest
  • du Handarbeit und digitale Messung gleichermaßen magst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 893 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.011 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.128 €
  • 4. Ausbildungsjahr 1.214 €

Durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung 2025, veröffentlicht 2026

Region, Tarifbindung und Betrieb können abweichen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung im Orthopädieschuhmacher-Handwerk
  • Dauer 3,5 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Gesellenprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Biologie, Werken/Technik, Mathematik, Deutsch.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Anatomie, Krankheitsbilder und Gang verstehen
  • Maße, Abdrücke und digitale Scans nutzen
  • Leisten und Modelle herstellen
  • Einlagen, Zurichtungen und Maßschuhe fertigen
  • Leder, Kunststoffe und Polstermaterialien verarbeiten
  • Passform und Funktion kontrollieren
  • Kunden betreuen und Leistungen dokumentieren

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Betriebe können sich auf Einlagen, Maßschuhe, Diabetesversorgung, Sport oder Rehabilitation konzentrieren.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Meister/in im OrthopädieschuhmacherhandwerkEin meisterpflichtiges Handwerk. Erst mit dem Meisterbrief kannst du einen Betrieb führen und mit den Krankenkassen abrechnen.
  • DiabetesversorgungDer diabetische Fuß ist ein eigenes Fachgebiet mit Fortbildung und großer Nachfrage.
  • GanganalyseMesssysteme und Druckverteilung auszuwerten verbindet Handwerk mit Messtechnik.
  • SportversorgungEinlagen und Anpassungen für Sportler sind ein wachsender Markt.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.400–2.900 € brutto im Monat
  • Mit Meisterbrief oder eigenem Betrieb ca. 3.300–4.800 € brutto im Monat

Die Gesundheitshandwerke rechnen mit den Krankenkassen ab; Betriebe mit Kassenzulassung stehen wirtschaftlich stabil. Frag im Bewerbungsgespräch nach dem Versorgungsschwerpunkt.

Wusstest du?

Ein Fuß ist am Abend messbar größer als am Morgen. Durch Belastung und Flüssigkeit im Gewebe. Deshalb wird für eine Versorgung nicht früh gemessen, sondern zu der Tageszeit, zu der der Schuh am meisten getragen wird.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Orthopädieschuhmacher/in?

Du versorgst Füße handwerklich und medizinisch: Fuß vermessen und beurteilen, Einlagen fertigen, Schuhe zurichten, Maßschuhe für kranke oder verformte Füße bauen, Versorgungen kontrollieren und anpassen.

Wie viel verdient man als Orthopädieschuhmacher/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung bei rund 893 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich der Gesundheitshandwerke; mit Meisterbrief und eigenem Betrieb deutlich darüber.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Orthopädieschuhmacher?

Dreieinhalb Jahre.

Was ist der Unterschied zum Schuhmacher?

Der Schuhmacher fertigt und repariert Schuhe. Der Orthopädieschuhmacher arbeitet auf ärztliche Verordnung und versorgt Füße, die nicht in einen normalen Schuh passen.

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