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Berufsfeld Elektro · Duale Ausbildung

Mikrotechnologe/-technologin

Du stellst winzige elektronische und mikromechanische Strukturen auf Wafern her. Im Reinraum steuerst du hochpräzise Anlagen, kontrollierst Prozessdaten und arbeitest mit chemischen, optischen und physikalischen Verfahren.
  • 3 Jahre
  • ca. 1.332–1.373 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.332 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Halbleiterfabriken, Mikrosystemtechnik, Sensorik, Medizintechnik, Photonik oder Forschungseinrichtungen mit Reinraumproduktion.

  • Wafer und Materialien für Prozesse vorbereiten
  • Reinraumanlagen einrichten und bedienen
  • Schichten aufbringen, strukturieren und ätzen
  • Prozesswerte und Umgebungsbedingungen überwachen
  • Mikrobauteile elektrisch und optisch prüfen
  • Abweichungen analysieren und Fertigungsdaten dokumentieren

Ein Tag als Mikrotechnologe/-technologin

So läuft dein Tag

Zu Beginn prüfst du Auftrag, Unterlagen, Material und offene Termine. Danach stehen meist diese Aufgaben an: Wafer und Materialien für Prozesse vorbereiten; Reinraumanlagen einrichten und bedienen; Schichten aufbringen, strukturieren und ätzen. Später kommen hinzu: Prozesswerte und Umgebungsbedingungen überwachen; Mikrobauteile elektrisch und optisch prüfen; Abweichungen analysieren und Fertigungsdaten dokumentieren. Die genaue Reihenfolge hängt vom Betrieb und vom aktuellen Auftrag ab. Wichtig ist, dass du Ergebnisse kontrollierst, Abweichungen dokumentierst und deinen Arbeitsbereich sauber übergibst.

Schichtübernahme und Einschleusen in den Reinraum.

Umkleiden dauert und wird nicht abgekürzt.

6:00 Uhr

Anlagenstatus prüfen, Loszuteilung, erste Prozessschritte starten.

7:00 Uhr

Messwerte kontrollieren.

Eine Schichtdicke von wenigen Nanometern entscheidet über die Funktion.

9:30 Uhr

Anlagenstörung: Ursache eingrenzen, Servicetechniker einweisen, Los sichern.

12:00 Uhr

Prozessparameter dokumentieren und Abweichungen melden.

14:00 Uhr

Übergabe an die Spätschicht.

15:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Reinraumkleidung den ganzen Tag: warm, unbequem und ohne Möglichkeit, sich kurz das Gesicht zu reiben.
  • Vollkontinuierlicher Schichtbetrieb, auch an Feiertagen.
  • Die Abläufe sind streng vorgegeben. Eigene Wege gibt es nicht, und das ist auch richtig so.
  • Ein Fehler kann ein Los im Wert eines Autos vernichten.

Besser als sein Ruf

  • Die Ausbildungsvergütung gehört zu den höchsten in Deutschland, und der Einstieg danach ebenso.
  • Du arbeitest an Technik im Nanometerbereich, und das gibt es in kaum einem anderen Beruf.
  • Die Halbleiterindustrie baut in Europa aus, und der Bedarf steigt.
  • Der Arbeitsplatz ist sauber, klimatisiert und körperlich leicht.

Passt zu dir, wenn …

  • du Physik, Chemie und automatisierte Anlagen verbinden möchtest
  • du extrem sauber und genau arbeitest
  • du Prozessdaten gerne analysierst
  • du Schutzkleidung und Schichtbetrieb akzeptieren kannst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1.332–1.373 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.366–1.408 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.400–1.443 €

Regionale Tarifbeispiele der Metall- und Elektroindustrie ab April 2026, brutto pro Monat

Tarifgebiet und Ausbildungsbetrieb bestimmen die genaue Vergütung.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Hightech-Industrie
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss, Fachabitur oder Abitur

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss, Fachabitur oder Abitur ein. Hilfreich sind besonders Physik, Chemie, Mathematik, Informatik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Reinraum- und Kontaminationsregeln anwenden
  • Halbleiter- und Mikrosystemprozesse durchführen
  • Beschichtungs-, Lithografie- und Ätzanlagen bedienen
  • Mess- und Prüftechnik einsetzen
  • Prozessdaten statistisch auswerten
  • Anlagen warten und Störungen eingrenzen
  • einen Schwerpunkt vertiefen

Schwerpunkte

Halbleitertechnik konzentriert sich stärker auf elektronische Chips, Mikrosystemtechnik auf Sensoren, Aktoren und kombinierte Mikrostrukturen.

– Halbleitertechnik

– Mikrosystemtechnik

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Prozesstechnik im ReinraumEinzelne Fertigungsschritte verantworten: Belichtung, Ätzen, Beschichtung. Wer einen Prozess beherrscht, wird für ihn zuständig.
  • AnlagenverantwortungDie Anlagen im Reinraum sind teuer und empfindlich. Wer sie einrichtet und im Griff hat, ist im Werk schwer zu ersetzen.
  • Industriemeister/in oder Techniker/inBeide Wege führen in Fertigungsplanung, Qualitätssicherung und Führung.
  • Entwicklung und ProzessoptimierungAusbeute verbessern heißt bei Halbleitern bares Geld. Wer messen, auswerten und Ursachen finden kann, arbeitet nah an der Entwicklung.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 3.300–3.900 € brutto im Monat
  • Mit Prozess- oder Anlagenverantwortung ca. 4.300–5.500 € brutto im Monat

Die Halbleiterindustrie zahlt nach Flächentarif und darüber, weil Fachkräfte knapp sind. Schichtzulagen kommen dazu, denn die Anlagen laufen durch. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und Schichtmodell.

Wusstest du?

Ein Reinraum der höchsten Klassen enthält weniger Partikel je Kubikmeter, als in normaler Raumluft in einem Fingerhut stecken. Deshalb ist die Kleidung nicht zum Schutz der Person gedacht, sondern zum Schutz des Produkts vor der Person.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Mikrotechnologe/-technologin?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben zwischen rund 1.330 und 1.370 € im ersten Jahr und damit an der Spitze aller Ausbildungsberufe. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg deutlich über dem Durchschnitt.

Was macht ein/e Mikrotechnologe/-technologin?

Du fertigst Halbleiter und Mikrosysteme im Reinraum: Wafer bearbeiten, beschichten, belichten, ätzen, messen und die Prozesse überwachen und dokumentieren.

Welche Fachrichtungen gibt es?

Zwei: Halbleitertechnik sowie Mikrosystemtechnik. Der Betrieb legt sie mit dem Ausbildungsvertrag fest.

Wie ist die Arbeit im Reinraum?

Vollständige Schutzkleidung, feste Abläufe, keine Kosmetik, kein Papier. Für manche ist das eine Umstellung, für andere ein sehr ruhiger Arbeitsplatz.

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