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Berufsfeld Kunststoff, Keramik & Glas · Duale Ausbildung

Industriekeramiker/in Dekorationstechnik

Du dekorierst keramische Produkte mit Farben, Glasuren, Drucken und weiteren Verfahren. Motiv, Material, Auftragstechnik und Brand müssen so abgestimmt sein, dass das Dekor dauerhaft und seriengenau gelingt.
  • 3 Jahre
  • ca. 1.123 € im 1. Jahr
  • Häufig mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.123 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest in Porzellan-, Geschirr-, Fliesen-, Sanitär- oder technischer Keramikindustrie. Typisch sind Dekoration, Druckbereich, Brennerei und Qualitätsprüfung.

  • Dekorentwürfe und Produktionsdaten übernehmen
  • Farben, Glasuren und Präparate vorbereiten
  • Druck-, Spritz- und Auftragsanlagen einrichten
  • Dekore auf keramische Produkte aufbringen
  • Trocknungs- und Dekorbrände überwachen
  • Farbe, Lage, Oberfläche und Serienqualität prüfen

Ein Tag als Industriekeramiker/in Dekorationstechnik

So läuft dein Tag

Du prüfst Muster, Produkt, Farbe und Produktionsauftrag. Danach bereitest du Dekormittel vor und richtest Druck-, Spritz- oder Auftragssysteme ein. Während der Produktion kontrollierst du Lage, Farbauftrag und Wiederholgenauigkeit. Nach Trocknung oder Brand vergleichst du das Ergebnis mit dem Freigabemuster. Abweichungen werden dokumentiert und Parameter angepasst.

Farben und Glasuren ansetzen, Dichte und Viskosität prüfen.

7:00 Uhr

Glasieren: tauchen oder spritzen, gleichmäßige Schichtdicke halten.

8:30 Uhr

Siebdruck einrichten.

Passer prüfen, erste Abzüge kontrollieren.

10:30 Uhr

Dekorbrand überwachen.

Farben verändern sich im Ofen, und darauf ist alles ausgelegt.

12:30 Uhr

Endkontrolle: Farbton gegen die Freigabemuster, Fehlstellen, Passgenauigkeit.

14:00 Uhr

Muster für die nächste Serie vorbereiten und dokumentieren.

15:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Glasuren und Farben enthalten Stoffe, die Schutzmaßnahmen verlangen.
  • Der Farbton entsteht erst im Brand. Beurteilen kannst du das Ergebnis also nie sofort.
  • Wiederholgenauigkeit ist alles: Zwei Serien müssen gleich aussehen, auch Monate auseinander.
  • Ein Fehler im Dekor ist auf jedem einzelnen Stück sichtbar.

Besser als sein Ruf

  • Der Beruf verbindet Handwerk, Chemie und Drucktechnik.
  • Du siehst dein Ergebnis unmittelbar, und es ist der Teil, den der Kunde später anschaut.
  • Digitaldruck auf Keramik ist ein junges Feld mit viel Bewegung.
  • Tarifbindung sorgt für planbare Bezahlung in einer kleinen Branche.

Passt zu dir, wenn …

  • du Gestaltung und Serienproduktion verbinden möchtest
  • du Farbabweichungen sehr genau wahrnimmst
  • du Maschinen und digitale Dekordaten sicher nutzt
  • du Prozess und Brand geduldig kontrollierst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1123 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1184 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1296 €

Tarifliche Branchenorientierung keramisch-glasindustrielle Produktion 2025, veröffentlicht 2026

Die Werte dienen als Branchenorientierung. Der konkrete Ausbildungsbetrieb kann nach einem anderen Tarif oder betrieblich vergüten.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Industrie
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Kunst/Gestaltung, Chemie, Werken/Technik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • keramische Oberflächen und Dekormittel beurteilen
  • Farben, Glasuren und Präparate ansetzen
  • Druck-, Spritz- und Übertragungstechnik einrichten
  • Dekore seriengenau aufbringen
  • Trocknung und Dekorbrand steuern
  • Muster, Farben und Oberflächen prüfen
  • digitale Dekordaten und Qualität dokumentieren

Eigenständiger Monoberuf

Dekorationstechnik ist einer von vier eigenständigen Industriekeramiker-Berufen und konzentriert sich auf industrielle Oberflächen- und Dekorverfahren.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • DekorentwicklungAus einem Entwurf wird ein Dekor, das den Brand übersteht und in Serie reproduzierbar ist. Das ist die anspruchsvollste Aufgabe im Bereich.
  • Siebdruck und Digitaldruck auf KeramikZwei Verfahren mit eigenen Regeln. Wer beide beherrscht, ist im Betrieb schwer zu ersetzen.
  • Industriemeister/in KeramikDie Aufstiegsfortbildung des Berufs, mit Führungs- und Planungsaufgaben.
  • Glasurtechnik und FarbeWelche Glasur mit welcher Farbe bei welcher Temperatur was ergibt, ist Erfahrungswissen. Wer es hat, wird gefragt.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.800–3.300 € brutto im Monat
  • Mit Meister oder in der Dekorentwicklung ca. 3.600–4.500 € brutto im Monat

Die keramische Industrie ist überwiegend tarifgebunden. Frag im Bewerbungsgespräch nach Tarifbindung und danach, ob im Schichtbetrieb gearbeitet wird.

Wusstest du?

Keramikfarben sehen vor dem Brand fast alle gleich grau aus. Welchen Ton sie ergeben, entscheidet sich erst im Ofen. Deshalb wird nach Rezept und Freigabemuster gearbeitet und nicht nach Augenschein.

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Unternehmen mit diesem Beruf

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Industriekeramiker/in Dekorationstechnik?

In der Ausbildung liegt die Vergütung in tarifgebundenen Betrieben bei rund 1.120 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Einstieg im Bereich der übrigen keramischen Berufe.

Was macht ein/e Industriekeramiker/in Dekorationstechnik?

Du veredelst keramische Oberflächen: glasieren, bedrucken, Dekore aufbringen, Farben ansetzen und einstellen, Brände überwachen und die Qualität prüfen.

Was ist der Unterschied zur Verfahrenstechnik?

Die Verfahrenstechnik formt und brennt den Scherben. Du machst die Oberfläche: Glasur, Farbe, Dekor.

Brauche ich künstlerisches Talent?

Nein. Gefragt sind Farbsinn, Genauigkeit und Verständnis dafür, wie Glasur und Farbe im Brand reagieren. Entworfen wird meist in der Gestaltung.

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