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Berufsfeld Bau · Duale Ausbildung

Gerüstbauer/in

Du planst, montierst und demontierst Gerüste für Bau, Industrie, Veranstaltungen oder besondere Konstruktionen. Lasten, Untergrund, Verankerung und Absturzschutz müssen vor jeder Freigabe sicher stimmen.
  • 3 Jahre
  • ca. 1.125 € im 1. Jahr
  • Häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 1.125 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Gesellenprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest bei Gerüstbauunternehmen, Industriegerüstbauern, Bauunternehmen oder Veranstaltungsdienstleistern. Die Arbeit findet fast immer auf wechselnden Baustellen im Freien statt.

  • Baustellen und Untergründe beurteilen
  • Gerüstbauteile auswählen, transportieren und sortieren
  • Arbeits-, Schutz- und Traggerüste montieren
  • Gerüste verankern, aussteifen und mit Belägen versehen
  • Aufzüge, Schutznetze und Wetterschutz einbauen
  • Gerüste prüfen, freigeben, umbauen und demontieren

Ein Tag als Gerüstbauer/in

So läuft dein Tag

Du prüfst Aufbauplan, Untergrund und Gefahrenbereich und stellst die benötigten Bauteile zusammen. Im Team werden Ständer, Riegel, Diagonalen und Beläge schrittweise montiert. Verankerungen, Zugänge und Seitenschutz müssen exakt sitzen. Vor der Nutzung kontrollierst du Maße, Stabilität und Kennzeichnung. Später werden Gerüste angepasst, abgebaut und die Teile für den nächsten Einsatz sortiert.

Verladen.

Was auf der Baustelle fehlt, kostet eine Fahrt.

6:00 Uhr

Untergrund prüfen und Fußspindeln setzen.

Ein Gerüst steht so gut wie sein Fuß.

7:00 Uhr

Felder aufbauen, Beläge einlegen, Geländer setzen.

Reihe für Reihe nach oben.

8:30 Uhr

Verankerungen in die Fassade setzen und prüfen.

11:30 Uhr

Kennzeichnung anbringen und Gerüst freigeben.

Erst danach darf jemand darauf.

14:00 Uhr

Material für morgen laden, Ladungssicherung prüfen.

16:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Du arbeitest in der Höhe, oft an einem Gerüst, das es noch nicht gibt.
  • Körperlich hart: Rohre, Bohlen und Rahmen den ganzen Tag heben und reichen.
  • Wetter macht die Arbeit gefährlicher, nicht nur unangenehmer.
  • Frühe Abfahrten, weite Baustellen, oft Auslöse.

Besser als sein Ruf

  • Eigener Tarifvertrag mit Mindestlöhnen und Zuschlägen; der Verdienst liegt über vielen Handwerksberufen.
  • Ohne Gerüst arbeitet am Bau fast niemand. Der Beruf ist gebraucht und gut ausgelastet.
  • Der Meisterbrief führt zu einem eigenen Betrieb in einem Markt mit wenig Konkurrenz.
  • Du siehst am Abend eine Fassade eingerüstet, die morgens frei war.

Passt zu dir, wenn …

  • du sicher in großer Höhe arbeiten kannst
  • du körperlich belastbar bist und gerne im Team anpackst
  • du Aufbaupläne räumlich verstehst
  • du Sicherheitsregeln konsequent einhältst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr 1.125 €
  • 2. Ausbildungsjahr 1.300 €
  • 3. Ausbildungsjahr 1.550 €

Tarifbeispiel Gerüstbau 2026

Das Tarifbeispiel gilt für tarifgebundene Gerüstbaubetriebe; nicht tarifgebundene Betriebe können zulässig abweichen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung im Handwerk
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Gesellenprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die meisten Betriebe stellen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Abschluss ein. Hilfreich sind besonders Werken/Technik, Mathematik, Physik.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit, praktische Erfahrungen und ein überzeugendes Praktikum.

Was du lernst

  • Gerüstarten, Bauteile und Lastklassen unterscheiden
  • Untergründe vorbereiten und Baustellen sichern
  • Arbeits-, Schutz- und Traggerüste montieren
  • Gerüste verankern, aussteifen und bekleiden
  • Aufzüge, Netze und Wetterschutz integrieren
  • Aufbauten prüfen und dokumentieren
  • Transport, Lagerung und Demontage organisieren

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Betriebe können sich auf Fassaden-, Industrie-, Traggerüst-, Wetterschutz- oder Veranstaltungsgerüste konzentrieren.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Meister/in im GerüstbauerhandwerkDas Handwerk ist meisterpflichtig. Mit dem Meisterbrief führst du einen Betrieb und verantwortest Aufbau- und Verwendungsanweisungen.
  • KolonnenführungWer eine Kolonne führt, plant den Aufbau, weist ein und gibt das Gerüst frei. Verantwortung, an der Menschenleben hängen.
  • SondergerüsteHängegerüste, Traggerüste, Wetterschutz, Industriegerüste an Anlagen: anspruchsvolle Aufträge mit besseren Preisen.
  • Sachkunde und PrüfungWer Gerüste prüft und freigibt, hat eine Rolle mit Nachweisen und rechtlicher Bedeutung.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.900–3.400 € brutto im Monat
  • Als Kolonnenführer oder mit Meisterbrief ca. 3.800–4.900 € brutto im Monat

Der Gerüstbau hat einen eigenen bundesweiten Tarifvertrag mit Mindestlöhnen, dazu Auslöse und Fahrzeitvergütung. Frag im Bewerbungsgespräch nach Montageanteil und Zuschlägen.

Wusstest du?

Ein Gerüst darf erst benutzt werden, wenn es geprüft und mit einem Kennzeichen freigegeben ist. Diese Freigabe ist ein rechtlicher Akt. Wer ein nicht freigegebenes Gerüst betritt, arbeitet ohne Versicherungsschutz.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Gerüstbauer/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung nach dem Gerüstbautarif bei rund 1.125 € im ersten Jahr und damit über dem Durchschnitt. Nach der Ausbildung ist der Verdienst tariflich geregelt, mit Zuschlägen für Montage.

Was macht ein/e Gerüstbauer/in?

Du baust, änderst und rückst Gerüste ab: Untergrund prüfen, Verankerungen setzen, Felder aufbauen, Beläge und Geländer montieren, Standsicherheit sichern und das Gerüst zur Nutzung freigeben.

Muss man schwindelfrei sein?

Ja, ohne Ausnahme. Du baust dir deinen Arbeitsplatz beim Aufsteigen selbst. Über dir ist zunächst nichts.

Wie gefährlich ist der Beruf?

Er gehört zu den gefährlichsten im Bau. Genau deshalb sind persönliche Schutzausrüstung, Anschlagpunkte und Unterweisungen streng geregelt und werden kontrolliert.

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