Berufsfeld Kunsthandwerk & Musikinstrumente · Duale Ausbildung
Edelsteinschleifer/in
- 3 Jahre
- ab 724 € im 1. Jahr
- Häufig mittlerer Abschluss
3 Jahre
Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule
ab 724 €
Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif
Gesellen- oder Abschlussprüfung
Abschluss vor der zuständigen Kammer
Dein Job
Was du machst
Du arbeitest in Edelsteinschleifereien, Diamantbetrieben, Schmuck- und Kunsthandwerkswerkstätten oder Herstellern technischer Diamantwerkzeuge. Der Arbeitsplatz liegt in Werkstatt und Produktion.
- Rohsteine und Diamanten nach Farbe, Struktur, Einschlüssen und Eignung beurteilen
- Form, Zuschnitt, Facetten oder Gravur planen
- Steine sägen, trennen, bohren, schleifen und polieren
- Facetten und Winkel präzise anlegen und kontrollieren
- Motive und Reliefs in Edelsteine gravieren
- Werkstücke reinigen, messen und auf Oberfläche, Symmetrie und Qualität prüfen
Ein Tag als Edelsteinschleifer/in
So läuft dein Tag
Du untersuchst einen Rohstein unter Licht und Vergrößerung und entscheidest, welche Form sinnvoll ist. Dabei musst du schöne Farb- und Strukturzonen nutzen und Risse oder Einschlüsse berücksichtigen. Danach sägst oder schleifst du das Werkstück schrittweise vor. Für einen facettierten Stein stellst du genaue Winkel ein und bearbeitest jede Fläche einzeln. Bei einer Gravur überträgst du ein Motiv und arbeitest es mit feinen Werkzeugen aus. Am Ende werden Kanten, Symmetrie, Oberfläche und Lichtwirkung kontrolliert.
Rohsteine sichten: Farbe, Einschlüsse, Risse beurteilen.
Ausrichtung festlegen.
Sie entscheidet über Farbe und Ausbeute.
Sägen und Vorformen, Material sparsam behandeln.
Facetten schleifen, Winkel exakt einhalten.
Polieren, bis die Facetten scharf und klar stehen.
Stein vermessen, wiegen und dokumentieren.
Klartext
Beides gehört dazu
Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.
Ehrlich anstrengend
- Nasse, laute Arbeit an der Schleifscheibe.
- Ein Fehler kostet unwiederbringliches Material.
- Sehr kleiner Beruf, fast nur an einem Standort in Deutschland.
- Preisdruck durch Schleifereien in Asien.
Besser als sein Ruf
- Du entscheidest, wie ein Stein am Ende aussieht. Das ist gestalterische Macht.
- Fantasieschliffe aus Deutschland sind international gefragt.
- Gemmologie ist ein spannender Anschluss mit guten Aussichten.
- Ein Handwerk mit jahrhundertealter Tradition und lebendigem Markt.
Passt zu dir, wenn …
- du Mineralien, Formen und Lichtwirkung spannend findest
- du sehr lange konzentriert und exakt arbeiten kannst
- du Maschinen und feine Handarbeit verbinden möchtest
- du für einen seltenen Ausbildungsplatz auch umziehen würdest
Gehalt und Ausbildung
Was du verdienst
Vergütung pro Monat
- 1. Ausbildungsjahr mind. 724 €
- 2. Ausbildungsjahr mind. 854 €
- 3. Ausbildungsjahr mind. 977 €
Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat
Für das kleine Handwerk gibt es keine einheitliche bundesweite Tarifvergütung. Industrielle Diamantbetriebe können höhere Beträge zahlen.
Ausbildung im Überblick
- Art Duale Ausbildung in Handwerk und Industrie
- Dauer 3 Jahre
- Lernorte Unternehmen und Berufsschule
- Prüfung Gesellen- oder Abschlussprüfung vor der Kammer
- Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, häufig mittlerer Abschluss
Gut zu wissen
Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.
Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Werken/Technik, Kunst, Mathematik und Physik helfen dir bei Maschinen, Winkeln, Form und Lichtwirkung. Sehr gutes Nahsehen und ruhige Hände sind besonders wichtig.
Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Arbeitsproben, Schmuck- oder Steinpraktika und eine bundesweite Suche können bei den wenigen Ausbildungsbetrieben entscheidend sein.
Was du lernst
- Edelsteine, Diamanten und synthetische Materialien beurteilen
- Entwürfe, Maße, Winkel und Bearbeitungsfolge planen
- Säge-, Schleif-, Bohr-, Gravier- und Poliermaschinen einrichten
- Steine trennen, formen, facettieren, gravieren und polieren
- Werkzeuge und Schleifmittel auswählen und pflegen
- Werkstücke messen und Qualität und Materialausbeute kontrollieren
- Arbeitsschutz, Staubschutz und verantwortungsvolle Materialherkunft beachten
Fachrichtungen
Die Fachrichtung bestimmt Material, Form und späteren Einsatz. Gemeinsam bleiben Materialprüfung, Präzisionsmaschinen, genauer Abtrag und Qualitätskontrolle.
– Edelsteinschleifen
– Industriediamantschleifen
– Schmuckdiamantschleifen
– Edelsteingravieren
Zukunft
Das kannst du daraus machen
Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.
Viele Wege nach oben
- Meister/in im EdelsteinschleiferhandwerkDer Meisterbrief führt zur eigenen Werkstatt oder in die Leitung einer Schleiferei.
- FantasieschliffeEigene Schliffformen zu entwickeln ist gestalterische Arbeit mit hoher Wertschöpfung.
- Gutachten und SteinbestimmungWer Steine sicher erkennt und bewertet, arbeitet als Gemmologe.
- RestaurierungBeschädigte Steine in altem Schmuck nachzuschleifen ist eine gefragte Fähigkeit.
Nach der Ausbildung
- Einstieg ca. 2.200–2.700 € brutto im Monat
- Mit Meisterbrief oder in der Fantasieschlifffertigung ca. 3.000–4.200 € brutto im Monat
Die Branche ist klein und regional konzentriert. Wer gestalterisch arbeitet, erzielt deutlich höhere Preise als bei Standardschliffen.
Wusstest du?
Der Schliffwinkel entscheidet, ob ein Stein leuchtet: Ist er falsch, tritt das Licht unten wieder aus, statt zurückgeworfen zu werden. Der Stein wirkt trüb. Für jedes Material gibt es deshalb eigene, berechnete Winkel.
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Häufige Fragen
Was alle wissen wollen
Was macht ein/e Edelsteinschleifer/in?
Du machst aus Rohsteinen Schmucksteine: Material beurteilen, Rohling ausrichten, sägen, schleifen, facettieren und polieren, Maße und Winkel einhalten.
Wie viel verdient man als Edelsteinschleifer/in?
In der Ausbildung liegt die Vergütung bei mindestens rund 724 € im ersten Jahr, in tarifgebundenen Betrieben darüber. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Feinhandwerke.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Drei Jahre.
Wo lernt man den Beruf?
Vor allem in Idar-Oberstein, dem historischen Zentrum der deutschen Edelsteinbranche.
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