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Berufsfeld Kunsthandwerk & Musikinstrumente · Duale Ausbildung

Biologiemodellmacher/in

Du baust Lehrmodelle von Organen, Skeletten, Pflanzen oder Tieren. Dafür formst, gießt, laminierst, montierst und bemalst du einzelne Teile. Das fertige Modell muss biologisch stimmen und gleichzeitig so klar sein, dass andere damit lernen können.
  • 3 Jahre
  • ab 724 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Abschluss oder Hochschulreife
Dauer 3 Jahre

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 724 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest hauptsächlich bei spezialisierten Herstellern anatomischer, botanischer und zoologischer Lehr- und Demonstrationsmodelle. Der Arbeitsplatz liegt in Werkstätten, Produktionsräumen, Lackier- oder Gestaltungsbereichen.

  • anatomische, botanische und zoologische Modelle planen
  • Formen und Rohlinge durch Guss- und Laminierverfahren herstellen
  • Modellteile schleifen, retuschieren und passgenau bearbeiten
  • Teile kleben, verschrauben und zu beweglichen oder festen Modellen montieren
  • Oberflächen mit unterschiedlichen Mal- und Auftragstechniken gestalten
  • beschädigte Lehrmodelle reparieren und Qualität kontrollieren

Ein Tag als Biologiemodellmacher/in

So läuft dein Tag

Du prüfst eine biologische Vorlage, Zeichnungen und den gewünschten Maßstab. Anschließend bereitest du Material und Formen vor. Vielleicht gießt du einen Organrohling, laminierst eine Schicht oder bearbeitest ein bereits gefertigtes Teil mit Feile, Schleifgerät und feinen Werkzeugen. Nach der Montage folgt oft die farbliche Gestaltung. Muskeln, Gefäße oder Pflanzenstrukturen müssen deutlich unterscheidbar und trotzdem glaubwürdig aussehen. Zum Schluss kontrollierst du Funktion, Stabilität und biologische Richtigkeit.

Vorlage studieren: Fachliteratur, Präparat, Fotos.

8:00 Uhr

Urmodell modellieren, Proportionen prüfen.

9:00 Uhr

Form bauen und Trennebenen festlegen.

11:30 Uhr

Abgießen, entlüften, aushärten lassen.

13:30 Uhr

Bemalen: Farbverläufe nach Naturvorlage.

15:00 Uhr

Beschriftung und Sockel anfertigen.

16:30 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Extrem wenige Ausbildungsplätze; ein Umzug ist praktisch sicher.
  • Kunstharze und Farben verlangen Absaugung und Schutz.
  • Sehr feine Arbeit über lange Zeiträume.
  • Der Markt ist klein und hängt an öffentlichen Budgets.

Besser als sein Ruf

  • Biologie und Handwerk in einer Arbeit vereint.
  • Deine Modelle stehen in Museen und Hörsälen.
  • Ein Beruf, in dem du nie aufhörst, Neues über Natur zu lernen.
  • Sehr wenig Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt.

Passt zu dir, wenn …

  • du Biologie und Gestaltung gleich spannend findest
  • du sehr geduldig und genau mit kleinen Details arbeiten kannst
  • du dreidimensional denkst und gerne Modelle baust
  • du dich auf seltene, hoch spezialisierte Ausbildungsplätze bewerben möchtest

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr mind. 724 €
  • 2. Ausbildungsjahr mind. 854 €
  • 3. Ausbildungsjahr mind. 977 €

Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026, brutto pro Monat

Für den seltenen Beruf gibt es keine einheitliche bundesweite Tarifvergütung. Der Betrieb kann deutlich mehr als die gesetzliche Untergrenze zahlen.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in der Industrie
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss oder Hochschulreife

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Da es nur sehr wenige Ausbildungsplätze gibt, bringen Bewerberinnen und Bewerber häufig einen guten mittleren Abschluss oder Hochschulreife mit. Biologie, Kunst und Werken sind besonders hilfreich.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Eine aussagekräftige Arbeitsprobe, Modellbauerfahrung und ein Praktikum können entscheidend sein.

Was du lernst

  • biologische Vorlagen lesen und Modelle planen
  • Materialien für Formen, Guss und Laminierung auswählen
  • Vollguss- und Laminierverfahren durchführen
  • Rohlinge bearbeiten, retuschieren und Modellteile verbinden
  • Modelle mit Mal-, Spritz- und Auftragstechniken gestalten
  • Werkzeuge, Maschinen und digitale Vorlagen einsetzen
  • Modelle prüfen, reparieren und Reststoffe fachgerecht entsorgen

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Je nach Hersteller arbeitest du stärker an anatomischen, zoologischen, botanischen oder besonders großen Demonstrationsmodellen.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Museums- und AusstellungsbauModelle für Naturkundemuseen und Science Center sind der größte Auftragsbereich.
  • Anatomische LehrmodelleHochschulen und medizinische Ausbildungsstätten brauchen präzise Modelle.
  • PräparationDer verwandte Beruf des Präparators steht als Erweiterung offen.
  • Selbstständige WerkstattViele arbeiten als Zulieferer für Museen und Verlage auf eigene Rechnung.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.200–2.700 € brutto im Monat
  • Mit Erfahrung oder eigener Werkstatt ca. 2.900–4.000 € brutto im Monat

Museen und Hochschulen zahlen nach Tarif; freie Werkstätten hängen an ihren Aufträgen.

Wusstest du?

Naturkundliche Modelle sind oft genauer als jedes Präparat: Sie zeigen Farben und Strukturen, die im konservierten Zustand längst verschwunden wären. Deshalb stehen in Museen bis heute Modelle neben echten Präparaten.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Biologiemodellmacher/in?

Du baust naturgetreue Modelle: Vorlagen studieren, Formen und Urmodelle anfertigen, mit Kunststoff, Wachs oder Gips abformen, bemalen und beschriften, Modelle für Lehre und Ausstellung fertigstellen.

Wie viel verdient man als Biologiemodellmacher/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung bei mindestens rund 724 € im ersten Jahr, je nach Betrieb auch darüber. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Feinhandwerke.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Drei Jahre.

Gibt es überhaupt Ausbildungsplätze?

Sehr wenige. Der Beruf ist einer der seltensten in Deutschland; Ausbildungsbetriebe sind an wenigen Standorten zu finden.

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