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Berufsfeld Handel & Verkauf · Duale Ausbildung

Automobilkaufmann/-frau

Du arbeitest zwischen Verkauf, Kundendienst, Werkstatt und Büro. Du organisierst Fahrzeug- und Teilegeschäfte, erstellst Angebote, bearbeitest Verträge und erklärst Finanzierungen oder Leasing. Autos sind das Produkt – dein Beruf ist aber kaufmännisch, nicht mechanisch.
  • 3 Jahre
  • ca. 940–1.218 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Abschluss, häufig auch Fachabitur/Abitur
Dauer 3 Jahre
Arbeitssituation im Beruf Automobilkaufmann/-frau

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 940 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Typische Arbeitgeber sind Autohäuser, Fahrzeug- und Teilehändler, Importeure sowie Automobilhersteller. Du arbeitest im Verkaufsraum, am Kundendienstschalter, im Büro und teilweise im Lager oder auf dem Fahrzeuggelände.

  • Kundinnen und Kunden im Verkauf und Kundendienst betreuen
  • Fahrzeuge, Teile und Zubehör ein- und verkaufen
  • Angebote, Kauf-, Leasing-, Finanzierungs- und Versicherungsunterlagen vorbereiten
  • Wartungs- und Reparaturaufträge annehmen und mit der Werkstatt abstimmen
  • Warenlieferungen, Lagerbestände, Rechnungen und Kosten kontrollieren
  • Marketingaktionen planen und betriebliche Kennzahlen auswerten

Ein Tag als Automobilkaufmann/-frau

So läuft dein Tag

Am Morgen prüfst du Termine und offene Vorgänge. Vielleicht nimmt eine Kundin ihr Fahrzeug zur Inspektion an, während ein anderer Kunde sich für ein Auto interessiert. Du erfasst Daten, klärst den Auftrag mit der Werkstatt und erstellst ein Angebot. Später kontrollierst du eine Fahrzeuglieferung, bearbeitest Rechnungen oder bereitest Unterlagen für Leasing und Finanzierung vor. Du wechselst zwischen Gespräch, Telefon, E-Mail und verschiedenen Softwaresystemen. Gute Absprachen sind wichtig, weil Verkauf, Werkstatt, Teilelager und Verwaltung zusammenarbeiten.

Aufträge von gestern abrechnen.

Was die Werkstatt geschrieben hat, muss zum Kostenvoranschlag passen.

8:00 Uhr

Kunde holt sein Fahrzeug ab.

Rechnung erklären, Garantieanteil abgrenzen, Zahlung abwickeln.

9:30 Uhr

Finanzierungsantrag für einen Neuwagen vorbereiten und mit der Bank abstimmen.

11:00 Uhr

Teiledisposition.

Was fehlt, hält morgen eine Hebebühne auf.

13:00 Uhr

Gebrauchtwageneinkauf bewerten: Zustand, Marktpreis, Standzeit.

15:00 Uhr

Kasse, Tagesabschluss, Termine für morgen bestätigen.

17:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Samstagsdienst ist im Autohaus üblich, besonders im Verkauf.
  • Zwischen Werkstatt und Kunde stehst du oft in der Mitte, wenn ein Termin nicht hält.
  • Im Verkauf gibt es Zielvorgaben, und die verschwinden nicht, wenn der Markt schwach ist.
  • Die Branche verändert sich stark. Elektromobilität und Direktvertrieb der Hersteller stellen manches infrage.

Besser als sein Ruf

  • Der Beruf verbindet Kaufmännisches mit Technik, ohne dass du selbst schrauben musst.
  • Serviceberater werden dringend gesucht, und das schlägt sich im Gehalt nieder.
  • Im Verkauf ist dein Verdienst nach oben offener als in den meisten kaufmännischen Berufen.
  • Autohäuser gibt es überall. Der Beruf bindet dich nicht an eine Großstadt.

Passt zu dir, wenn …

  • du Autos interessant findest, aber lieber organisierst und berätst als reparierst
  • du offen auf Menschen zugehen und auch schwierige Gespräche führen kannst
  • du mit Zahlen, Verträgen und digitalen Systemen sorgfältig arbeitest
  • du gerne zwischen verschiedenen Abteilungen koordinierst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr ca. 940–1.218 €
  • 2. Ausbildungsjahr ca. 1.000–1.282 €
  • 3. Ausbildungsjahr ca. 1.131–1.390 €

Beispielwerte 2026, brutto pro Monat

Die Vergütung unterscheidet sich nach Handel oder Handwerk, Bundesland, Betrieb und Tarifvertrag.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung im Kraftfahrzeughandel
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Abschluss, häufig auch Fachabitur/Abitur

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis haben viele Auszubildende einen mittleren Abschluss, Fachabitur oder Abitur. Wirtschaft, Deutsch und Mathematik sind für Verträge, Beratung und Kalkulation besonders hilfreich.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Ein gutes Praktikum, freundliches Auftreten und echtes Interesse an Handel und Kundenservice können viel ausmachen.

Was du lernst

  • Fahrzeuge, Teile und Zubehör beschaffen, lagern und verkaufen
  • Kundendienst- und Werkstattprozesse kaufmännisch begleiten
  • Angebote, Rechnungen, Kalkulationen und Verträge erstellen
  • Finanzierungs-, Leasing-, Versicherungs- und Garantieprodukte vorbereiten
  • Marketingmaßnahmen planen und deren Wirkung auswerten
  • Buchhaltung, Kostenrechnung und betriebliche Kennzahlen nutzen
  • Kunden-, Fahrzeug- und Warenwirtschaftssysteme bedienen

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Im Betrieb kannst du später stärker im Fahrzeugverkauf, Kundendienst, Teilegeschäft, Marketing, Einkauf oder Rechnungswesen arbeiten.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • ServiceberatungDie Schnittstelle zwischen Kunde und Werkstatt: Auftrag aufnehmen, Kostenvoranschlag erklären, Termin halten. Eine der gesuchtesten Positionen im Autohaus.
  • Verkauf von Neu- und GebrauchtwagenDer klassische Weg, oft mit variablem Gehaltsanteil. Wer verkauft, verdient deutlich mehr als im Innendienst, trägt aber auch Zielvorgaben.
  • Automobilverkäufer/in oder Fachwirt/inÜber die Fortbildungen der Hersteller und der Kammern kommst du in Verkaufs- und Führungspositionen bis zur Betriebsleitung.
  • Teiledienst und DispositionErsatzteillogistik ist im Autohaus ein eigener Bereich mit eigener Verantwortung für Bestand und Verfügbarkeit.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.400–2.900 € brutto im Monat
  • In Verkauf oder Serviceberatung ca. 3.000–4.500 € brutto im Monat, je nach Provision

Im Verkauf besteht ein Teil des Gehalts aus Provision, und die schwankt mit dem Markt. Ein Autohaus in einer starken Region zahlt anders als eines auf dem Land. Frag im Bewerbungsgespräch nach dem Verhältnis von Festgehalt und variablem Anteil.

Wusstest du?

Ein großer Teil des Ergebnisses eines Autohauses kommt nicht aus dem Fahrzeugverkauf, sondern aus Service, Teilen und Finanzierung. Genau in diesen Bereichen arbeiten Automobilkaufleute.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Wie viel verdient man als Automobilkaufmann/-frau?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb und Tarifbindung meist zwischen rund 940 und 1.220 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung hängt viel davon ab, ob du in den Verkauf gehst: dort kommen Provisionen dazu.

Was macht ein/e Automobilkaufmann/-frau?

Du arbeitest kaufmännisch im Autohaus: Fahrzeuge und Teile disponieren, Aufträge abrechnen, Finanzierung und Leasing vorbereiten, Garantie und Gewährleistung abwickeln, Kunden betreuen.

Schraube ich auch an Autos?

Nein. Das ist die Aufgabe der Kfz-Mechatroniker. Du brauchst genug technisches Verständnis, um mitzureden, aber du arbeitest im Büro und am Empfang.

Brauche ich einen Führerschein?

Vorgeschrieben ist er nicht, in der Praxis erwarten ihn die meisten Autohäuser spätestens im Lauf der Ausbildung.

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