Zum Inhalt springen

Berufsfeld Gesundheit & Medizin · Duale Ausbildung

Augenoptiker/in

Du verbindest Beratung, präzises Handwerk und Wissen über gutes Sehen. Du ermittelst wichtige Werte, hilfst bei der Auswahl von Fassung und Gläsern und fertigst Brillen so an, dass sie richtig sitzen. Der Beruf ist deutlich technischer, als ein Blick in den Verkaufsraum vermuten lässt.
  • 3 Jahre
  • ca. 724–880 € im 1. Jahr
  • Meist mittlerer Schulabschluss
Dauer 3 Jahre
Arbeitssituation im Beruf Augenoptiker/in

3 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 724 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Gesellenprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest vor allem in Augenoptik-Fachgeschäften, Kontaktlinsenstudios oder größeren Betrieben mit eigener Werkstatt. Möglich sind auch Augenarztpraxen, Augenkliniken oder Unternehmen der optischen Industrie. Typisch ist der Wechsel zwischen Verkaufsraum, Messplatz, Werkstatt und Büro.

  • Kundinnen und Kunden zu Fassungen, Brillengläsern und Veredelungen beraten
  • Sehwerte, Abstände und weitere Daten mit Messgeräten ermitteln
  • Brillengläser zentrieren, schleifen und in Fassungen einsetzen
  • Brillen anatomisch anpassen und den Sitz kontrollieren
  • beschädigte Fassungen und Sehhilfen reparieren
  • Aufträge, Bestellungen, Abrechnungen und Kundendaten bearbeiten

Ein Tag als Augenoptiker/in

So läuft dein Tag

Ein Termin beginnt oft mit einem Gespräch: Wofür wird die Brille gebraucht, was stört bisher und welche Wünsche gibt es? Du misst Abstände und Sehwerte, erklärst Unterschiede bei Gläsern und hilfst bei der Auswahl einer passenden Fassung. Dabei geht es nicht nur um Aussehen, sondern auch um Sitz, Gewicht und Nutzung. In der Werkstatt prüfst du den Auftrag, zentrierst die Gläser und bearbeitest sie an der Schleifmaschine. Danach setzt du sie in die Fassung ein, richtest Bügel und Steg aus und kontrollierst alles. Reparaturen, Bestellungen und kurze Verwaltungsaufgaben wechseln sich mit der Beratung ab.

Kundin beraten: Sehprobleme klären, Gewohnheiten erfragen.

9:00 Uhr

Refraktion: Sehstärke bestimmen, Werte prüfen.

10:00 Uhr

Fassung auswählen und anpassen, Zentrierdaten messen.

11:30 Uhr

In der Werkstatt: Gläser einschleifen und einsetzen.

13:30 Uhr

Kontaktlinsen anpassen und Handhabung einüben.

15:00 Uhr

Brille übergeben, Sitz kontrollieren, nachjustieren.

17:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Verkaufsdruck ist in Filialketten deutlich spürbar.
  • Samstagsarbeit gehört dazu.
  • Die Ausbildungsvergütung liegt am unteren Ende.
  • Zwischen Beratung, Werkstatt und Verkauf muss man ständig wechseln.

Besser als sein Ruf

  • Ein Beruf, der Handwerk, Technik, Medizin und Beratung verbindet.
  • Du siehst, wenn jemand nach Jahren wieder scharf sieht.
  • Der Bedarf steigt: Fehlsichtigkeit nimmt zu, nicht ab.
  • Der Meisterbrief öffnet ein eigenes Geschäft mit fester Kundschaft.

Passt zu dir, wenn …

  • du gerne mit Menschen arbeitest und trotzdem ruhige Präzisionsarbeit magst
  • du kleine Unterschiede und Details schnell bemerkst
  • du Technik und Gestaltung miteinander verbinden möchtest
  • du geduldig erklären kannst und dich nicht vor Zahlen oder Messwerten drückst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr ca. 724–880 €
  • 2. Ausbildungsjahr ca. 854–980 €
  • 3. Ausbildungsjahr ca. 977–1.100 €

Beispielwerte 2026, brutto pro Monat

Die genaue Vergütung hängt vom Bundesland, Betrieb und einem möglichen Tarifvertrag ab.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung im Augenoptiker-Handwerk
  • Dauer 3 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Gesellenprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Nicht vorgeschrieben, meist mittlerer Schulabschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Ein bestimmter Schulabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. In der Praxis starten besonders viele Auszubildende mit mittlerem Abschluss; auch Fachabitur oder Abitur kommen häufig vor. Physik, Mathematik, Biologie und Deutsch helfen dir im Alltag.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Betriebe achten auch auf freundliches Auftreten, Sorgfalt, Lernbereitschaft und ein Praktikum.

Was du lernst

  • Grundlagen des Sehens, der Augenanatomie und der geometrischen Optik
  • Sehaufgaben erfassen und optische Messungen durchführen
  • Glas-, Kunststoff- und Metallwerkstoffe bearbeiten
  • Brillengläser auswählen, zentrieren, schleifen und einfassen
  • Brillen anpassen, verändern und reparieren
  • über Kontaktlinsen, Pflege und weitere Sehhilfen informieren
  • Verkauf, Auftragsbearbeitung und betriebliche Abrechnung

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Je nach Betrieb kannst du später stärker in Beratung, Werkstatt, Kontaktlinsen, vergrößernde Sehhilfen oder digitale Messtechnik hineinwachsen.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Meister/in im AugenoptikerhandwerkEin meisterpflichtiges Handwerk. Der Meisterbrief führt zum eigenen Geschäft.
  • KontaktlinsenanpassungFormstabile und weiche Linsen anzupassen ist eine eigene Fachkunde mit guter Vergütung.
  • Vergrößernde SehhilfenMenschen mit starker Sehbehinderung zu versorgen ist anspruchsvolle Spezialarbeit.
  • OptometrieÜber ein Studium geht es in die weitergehende Prüfung des Sehens.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.400–2.800 € brutto im Monat
  • Mit Meisterbrief oder eigenem Geschäft ca. 3.200–4.500 € brutto im Monat

Filialisten zahlen häufig Provisionen auf den Verkauf. Der Meisterbrief ist Voraussetzung für einen eigenen Betrieb.

Wusstest du?

Bei der Zentrierung wird gemessen, wo genau die Pupille im Glas sitzt, bei Gleitsichtgläsern auf den Millimeter. Sitzt die Brille nur wenig anders auf der Nase, verschiebt sich der Nahbereich spürbar; deshalb wird jede Fassung vorher angepasst und danach noch einmal.

In deiner Nähe

Unternehmen mit diesem Beruf

Ihr Unternehmen bildet Augenoptiker/in aus?

Zeigen Sie sich hier den passenden Bewerbern aus Ihrer Region, kostenlos.

Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Augenoptiker/in?

Du versorgst Menschen mit Sehhilfen: Sehstärke bestimmen, Brillen beraten und anpassen, Gläser einschleifen und einsetzen, Kontaktlinsen anpassen, Reparaturen ausführen.

Wie viel verdient man als Augenoptiker/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Betrieb bei rund 724 bis 880 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Handwerksberufe, mit Meisterbrief deutlich darüber.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Augenoptiker?

Drei Jahre.

Darf man selbst die Sehstärke messen?

Ja, die Refraktionsbestimmung gehört zum Beruf. Krankheiten des Auges diagnostiziert dagegen der Augenarzt.

Finde es heraus

Passt Augenoptiker/in zu dir?

30 Fragen, rund 5 Minuten. Du siehst, wie gut der Beruf zu dir passt, und welche noch.