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Berufsfeld Textil, Mode & Leder · Duale Ausbildung

Änderungsschneider/in

Du machst aus einem Kleidungsstück wieder etwas, das richtig passt. Du misst, steckst ab, trennst Nähte auf und nähst sie neu. Dabei brauchst du Geduld, ein gutes Auge und ein sicheres Gefühl für Stoffe.
  • 2 Jahre
  • ca. 940–1.120 € im 1. Jahr
  • Oft Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss
Dauer 2 Jahre
Arbeitssituation im Beruf Änderungsschneider/in

2 Jahre

Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule

ab 940 €

Vergütung im 1. Ausbildungsjahr, je nach Region und Tarif

Gesellen- oder Abschlussprüfung

Abschluss vor der zuständigen Kammer

Dein Job

Was du machst

Du arbeitest vor allem in Änderungsschneidereien, Maßschneidereien oder in Bekleidungshäusern mit eigenem Änderungsservice. Der Arbeitsplatz ist meist drinnen. Typisch sind längere Phasen im Sitzen oder Stehen und sehr genaue Arbeit mit Stoff, Nadel, Schere und Nähmaschine.

  • Kleidungsstücke an Personen abstecken und Maße nehmen
  • Hosen, Röcke, Jacken oder Kleider kürzen, verlängern und anpassen
  • Reißverschlüsse, Futter, Knöpfe und beschädigte Nähte erneuern
  • Vorhänge, Gardinen und andere Heimtextilien ändern
  • mit Nähmaschine und von Hand nähen
  • Kundinnen und Kunden zu Aufwand, Möglichkeiten und Kosten beraten

Ein Tag als Änderungsschneider/in

So läuft dein Tag

Oft beginnt ein Auftrag mit einer Anprobe. Du schaust dir an, wo ein Kleidungsstück nicht richtig sitzt, misst nach und markierst die Stellen. Danach trennst du Nähte auf, schneidest Stoff vorsichtig zurück oder setzt Material ein. Anschließend nähst du alles wieder zusammen, bügelst das Stück und prüfst die Passform. Du arbeitest meistens in einem Atelier, einer Werkstatt oder im Änderungsbereich eines Bekleidungshauses. Viele Aufgaben erledigst du ruhig und konzentriert an der Nähmaschine. Zwischendurch sprichst du mit Kundinnen und Kunden oder bereitest neue Aufträge vor.

Annahme: Hose kürzen, Jackett enger, Reißverschluss defekt.

9:00 Uhr

Kunde in der Kabine, Stecknadeln setzen, Länge festlegen.

9:30 Uhr

Auftrennen, ändern, wieder schließen.

Original­verarbeitung nachbilden.

11:00 Uhr

Brautkleid anpassen.

Hier zählt jeder Millimeter.

13:00 Uhr

Bügeln und Endkontrolle, Fäden entfernen.

15:00 Uhr

Fertige Teile ausgeben, neue Termine vereinbaren.

17:00 Uhr

Klartext

Beides gehört dazu

Wir sagen dir auch, was anstrengend ist. Lies beides, bevor du dich entscheidest.

Ehrlich anstrengend

  • Viel Sitzen und feine Arbeit, oft unter Zeitdruck vor Terminen.
  • Kunden erwarten Wunder an Kleidungsstücken, die zwei Nummern zu klein sind.
  • Zwei Jahre sind ein Grundberuf, kein Endpunkt.
  • Kleine Betriebe zahlen selten üppig.

Besser als sein Ruf

  • Nach zwei Jahren hast du einen anerkannten Abschluss.
  • Stammkundschaft entsteht schnell, weil gute Änderungsschneidereien selten sind.
  • Kleidung reparieren statt wegwerfen liegt im Trend.
  • Der Schritt in die Selbstständigkeit ist mit wenig Kapital möglich.

Passt zu dir, wenn …

  • du gerne mit Stoffen arbeitest und sichtbare Ergebnisse magst
  • du geduldig bleibst, auch wenn eine Naht wieder aufgetrennt werden muss
  • du kleine Unterschiede bei Länge, Sitz und Symmetrie erkennst
  • du Kundenwünsche aufmerksam anhören und ehrlich einschätzen kannst

Gehalt und Ausbildung

Was du verdienst

Vergütung pro Monat

  • 1. Ausbildungsjahr ca. 940–1.120 €
  • 2. Ausbildungsjahr ca. 1.000–1.250 €

Beispielwerte 2026, brutto pro Monat

Die genaue Vergütung hängt von Betrieb, Branche, Tarifvertrag und Bundesland ab.

Ausbildung im Überblick

  • Art Duale Ausbildung in Handwerk und Industrie
  • Dauer 2 Jahre
  • Lernorte Unternehmen und Berufsschule
  • Prüfung Gesellen- oder Abschlussprüfung vor der Kammer
  • Schulabschluss Oft Hauptschulabschluss oder mittlerer Abschluss

Gut zu wissen

Geprüft wird vor der zuständigen Kammer: einmal im Verlauf der Ausbildung und einmal am Ende.

Für die Ausbildung ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Hilfreich sind gute Grundlagen in Mathematik und Werken oder textilem Gestalten. Noch wichtiger ist, dass du sorgfältig arbeitest und mit kleinen, feinen Arbeitsschritten klarkommst.

Das ist eine Orientierung, keine harte Grenze. Viele Betriebe achten auch auf Motivation, Zuverlässigkeit und ein Praktikum.

Was du lernst

  • Stoffe, Garne und Einlagen unterscheiden und passend einsetzen
  • Maße nehmen, Änderungen planen und den Materialbedarf berechnen
  • Nähte trennen, Stoff zuschneiden und mit verschiedenen Sticharten nähen
  • Nähmaschinen, Bügelgeräte und Werkzeuge sicher bedienen
  • Aufträge annehmen, dokumentieren und fertige Arbeiten kontrollieren
  • Kundinnen und Kunden verständlich beraten

Monoberuf

Es gibt keine offiziellen Fachrichtungen. Je nach Betrieb arbeitest du stärker an Alltagskleidung, hochwertiger Mode, Arbeitskleidung oder Heimtextilien.

Zukunft

Das kannst du daraus machen

Die Ausbildung ist der Anfang, nicht das Ziel.

Viele Wege nach oben

  • Drittes AusbildungsjahrDer Beruf dauert zwei Jahre. Wer weitermacht, wird Maßschneider mit vollem Gesellenbrief.
  • Eigene ÄnderungsschneidereiEin kleiner Laden mit Stammkundschaft ist eine der realistischsten Selbstständigkeiten im Handwerk.
  • Ankleide und KostümbetreuungTheater und Film brauchen Leute, die vor der Vorstellung schnell und sicher ändern.
  • TextilhandelGroße Häuser beschäftigen eigene Änderungsateliers für ihre Kundschaft.

Nach der Ausbildung

  • Einstieg ca. 2.100–2.500 € brutto im Monat
  • Nach dem dritten Jahr oder selbstständig ca. 2.600–3.500 € brutto im Monat

Angestellte in großen Häusern verdienen nach Handelstarif, kleine Ateliers zahlen betrieblich. Selbstständigkeit hängt an Standort und Stammkundschaft.

Wusstest du?

Beim Ändern zählt die Nahtzugabe: Wie viel Stoff innen übrig ist, entscheidet, ob ein Kleidungsstück überhaupt weiter gemacht werden kann. Bei billiger Konfektion sind das oft nur Millimeter, bei guter Ware ein Fingerbreit oder mehr.

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Häufige Fragen

Was alle wissen wollen

Was macht ein/e Änderungsschneider/in?

Du passt Kleidung an: Maß nehmen, Säume und Weiten ändern, Reißverschlüsse tauschen, Futter erneuern, Reparaturen ausführen und die Kundschaft beraten.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Änderungsschneider?

Zwei Jahre. Sie kann in einem dritten Jahr zur Ausbildung als Maßschneider fortgesetzt werden.

Wie viel verdient man als Änderungsschneider/in?

In der Ausbildung liegt die Vergütung bei rund 940 bis 1.120 € im ersten Jahr. Nach der Ausbildung liegt der Verdienst im Bereich vergleichbarer Handwerksberufe.

Ist Ändern nicht einfacher als Nähen?

Nein, oft schwerer. Ein fertiges Kleidungsstück muss auseinandergenommen und wieder so zusammengesetzt werden, dass man nichts sieht.

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